Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Export-Schwäche: Franken-Schock lastet schwer auf Schweizer Wirtschaft

Franken-Scheine: Droht der Schweiz eine Rezession? Zur Großansicht
DPA

Franken-Scheine: Droht der Schweiz eine Rezession?

Die starke Aufwertung des Franken bremst Schweizer Firmen aus. Die Wirtschaftsleistung ist gesunken - der erste Rückgang seit dreieinhalb Jahren. Manche Experten fürchten gar eine Rezession.

Die plötzliche Aufwertung der Schweizer Währung im Januar hat im ersten Quartal 2015 die Wirtschaftsleistung des Landes gedrückt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März um 0,2 Prozent zum Vorquartal, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft auf Grundlage einer aktuellen Schätzung mit. Bankvolkswirte hatten hingegen mit einer Stagnation gerechnet.

"Negative Impulse kamen insbesondere von der Handelsbilanz mit Waren und Dienstleistungen", heißt es in der Mitteilung. Mit anderen Worten: Schweizer Exporteure haben es schwer, ihre teurer gewordenen Produkte zu verkaufen. Die positive Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen und der privaten Konsumausgaben habe aber einen stärkeren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts verhindert. Es ist das erste Minus seit rund dreieinhalb Jahren.

Einige Experten sehen angesichts der trüben Aussichten für das laufende Quartal bereits eine drohende Rezession. Zum Vorjahresquartal stieg das BIP allerdings um 1,1 Prozent.

Im Januar hatte sich die Schweizerische Notenbank (SNB) überraschend dazu entschlossen, sich nicht mehr gegen die Aufwertung des Franken zu stemmen. Auslöser war die zunehmend lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die zu einer Abwertung des Euro führte.

Die SNB musste massiv am Devisenmarkt intervenieren, um ihre Kursgrenze von 1,20 Franken je Euro zu verteidigen. Nach der Aufhebung der Grenze gewann die Schweizer Währung schlagartig an Wert. Das belastete insbesondere den Außenhandel und die Schweizer Tourismusbranche.

bos/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 430 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wieso Schock?
Ein_denkender_Querulant 29.05.2015
Eine starke Währung ist der Garant für Wohlstand. Auch Deutschland kann in den Genuss einer starken Währung kommen, wenn wir den Euroraum verlassen und endlich wieder die DM einführen. Sonderliche Vorteile bringt es natürlich nur denen, die hohe Vermögen haben, dieses möglichst schnell in Dollar wechseln und sich ins Ausland absetzen. Wohin langfristig starke und überbewertete Währungen führen, sehen wir deutlich an der Schweiz. Um unteren Ende wird es dünn, Arbeitsplätze wandern ab, soziale Sicherheiten werden abgebaut etc. Irgendwann wird auch der letzte erkennen, dass ein richtig umgesetzter Euro in Europa für Stabilität und Gleichheit sorgen kann. Aber es gibt genügend Spalter, die lieber ihren kurzfristigen Vorteil sehen und denen die Lebensbedingungen am unteren wirtschaftlichen Ende der Gesellschaft egal sind.
2. Gutes Beispiel für Deutschland
f_bauer 29.05.2015
Daran sieht man schön, wie es Deutschland bei einem Austritt aus dem Euro gehen würde - zumal Deutschland weitaus stärker als die Schweiz auf den Export angewiesen ist. Schon ein Grexit könnte fatale Folgen haben, da der Euro danach wohl mittelfristig stark steigen dürfte. Es zeigt auch schön, wie irrational die Forderungen nach eine "starken Währung" sind.
3. Es sind zwei Aspekte ...
Reziprozität 29.05.2015
... die in diesem Artikel nicht berücksichtigt wurden. Die Exporte in den Euro-Raum sind zufolge der Frankenaufwertung teureren Abgabepreise rückläufig und tragen so zum Absinken des BIP bei. Der Rückgang bei den Importen ist sogar noch markanter. Hier wirkt die Aufwertung vom Schweizer Franken umgekehrt: Die Einkaufspreise (in Franken) für Halbzeuge und andere Vorprodukte sind massiv *gesunken*, d.h. zukünftig, nach Aufbrauchen der Vorräte und Lagerbestände, kann wieder kostengünstiger produziert werden, die -0.2% sind nicht mehr als eine kleine Delle. Zudem - und das ist der zweite Aspekt - sind die Ausfuhren in den Nicht-EU-Raum deutlich gestiegen (US/UK mehr als +10%, insg. +750 Mio. CHF in QI 2015). Kein Grund zur Sorge also.
4. So
leuca11 29.05.2015
ist das leider wenn man sich immer gegenüber einer Schrottwährung ( € ) verteidigen muss. Irgenwann musste die Reissleine gezogen werden. Das war richtig so. Die Schweizer sind dafür bekannt, nichts unüberlegt und übers Knie gerochen, zu tun.
5. Die Lösung ist doch sooo einfach
uli3627 29.05.2015
Adidas, Coke, Visa etc boykottieren und heute Abend ist der Blatter weg. Unternehmen die so einen Verband unterstützen sind doch zumindest mental genauso korrupt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: