Löhne für Männer und Frauen Firmen sollen in Stellenanzeigen Mindestgehalt angeben

Männer verdienen in Deutschland 22 Prozent mehr als Frauen. Nach SPIEGEL-Informationen will Ministerin Schwesig nun für mehr Transparenz und Gerechtigkeit sorgen - und den Arbeitgebern klare Vorgaben machen.

Ministerin Schwesig (SPD): Gerechterer Verdienst für Frauen
DPA

Ministerin Schwesig (SPD): Gerechterer Verdienst für Frauen


Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) will Unternehmen im Rahmen ihres "Gesetzes für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern" dazu verpflichten, bei Stellenausschreibungen anzugeben, wie viel Entgelt sie mindestens zahlen werden.

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Heft 51/2015
Verliert Deutschland seine Mitte?

In der Stellenanzeige sei "jenes Entgelt anzugeben, das als Mindestgrundlage für die Vertragsverhandlungen dienen soll", heißt es im Referentenentwurf, der dem SPIEGEL vorliegt. Wenn der Arbeitgeber auch mehr zahlen würde als das angegebene Mindestentgelt, "hat er diese Bereitschaft in der Ausschreibung anzugeben". (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Transparenz soll Frauen helfen, bei Gehaltsgesprächen besser zu verhandeln. Schwesig will mit dem Gesetz, in dem auch ein Auskunftsrecht für Arbeitnehmer und Berichtspflichten für große Unternehmen verankert sind, dafür sorgen, dass Männer und Frauen für gleichwertige Arbeit gleich entlohnt werden.

Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland eine Lohnlücke von 22 Prozent. Durch das Gesetz werde "die Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern in der Praxis zukünftig umfassend" gewährleistet, heißt es im Entwurf.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 170 Beiträge
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sunshinebob 12.12.2015
1. falsche Statistik
Es gibt keine Statistik die belegt, dass Frauen im gleichen Job weniger verdienen als Männer, sondern nur dass Frauen im Schnitt weniger verdienen...wahrscheinlich, weil sie häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer...das wird dieses Gesetz nicht verbessern
Michael200669 12.12.2015
2.
Hört endlich mit der gelogenen 22 Prozent auf. Jeder der, egal ob Frau oder Mann, gewisse Zeit aus seinem Beruf ist, verdient weniger.
ismirwurscht 12.12.2015
3. Haben wir hier in Österreich schon seit einigen Jahren
Zuviel würde ich mir davon nicht versprechen, da die Angabe immer nur dem Mindestbetrag laut Kollektivvertrag (Tarifvertrag) entspricht, der meistens lächerlich gering und nicht so realistisch ist. Alles was darüber hinaus geht, kann bei Männern und Frauen variieren. Transparenz schafft das nicht wirklich - aber trotzdem ist es nicht schlecht, zu sehen, was in anderen Bereichen so verdient wird (die Mindestangaben sind eine gewisse Orientierung). Aber einer Angleichung zwischen den Gehältern von Frauen und Männern hilft dem ganz bestimmt nicht.
h.hass 12.12.2015
4.
Es sollte sowieso selbstverständlich bzw. vorgeschrieben sein, dass in den Stellenanzeigen das Gehalt angegeben wird. Wer eine lange Liste mit Anforderungen an die Bewerber präsentiert, der sollte auch angeben, wieviel Geld er (mindestens) bezahlt. Dann können sich die Interessenten gleich für oder gegen diesen Arbeitgeber entscheiden. Ist mir schon häufiger passiert, dass eine Stelle interessant aussah, im Bewerbungsgespräch dann aber unattraktive Summen genannt wurden. Da hätte ich mir die Mühe und die Anfahrt gleich sparen können.
dissidenten 12.12.2015
5.
"Männer verdienen in Deutschland 22 Prozent mehr als Frauen." So wie Sie das darstellen, ist dies falsch. Ich denke, das wissen Sie auch. Enttäuschend, dass solche Artikel veröffentlicht werden.
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