Seitenwechsel Barmer-Chefin wird oberste Pharma-Lobbyistin

Erst Gesundheitsministerin, dann Krankenkassen-Chefin und nun oberste deutsche Pharma-Lobbyistin: Die SPD-Politikerin und bisherige Barmer-Vorsitzende Birgit Fischer wechselt zum Verband forschender Arzneimittelhersteller. Aus der Union gibt es Häme.

Barmer-Chefin Fischer: "Als würde ein Grüner zur Atomlobby wechseln"
DPA

Barmer-Chefin Fischer: "Als würde ein Grüner zur Atomlobby wechseln"


Berlin/Hamburg - Es ist ein verblüffender Seitenwechsel: Die Chefin der Krankenkasse Barmer GEK, Birgit Fischer, wechselt zur Pharmalobby. Die SPD-Politikerin arbeite künftig für den Verband forschender Arzneimittelhersteller (VfA), teilte die Kasse mit. Fischer wird nach Angaben des Verbandes ab 1. Mai Hauptgeschäftsführerin.

"Ich bedauere diesen Entschluss, denn mit Frau Fischer verlieren wir eine engagierte Persönlichkeit", sagte Barmer-Verwaltungsratschef Holger Langkutsch. Fischer machte in der Politik als nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Karriere. 2007 wechselte sie in die Spitze der größten deutschen Krankenkasse. 2010 wurde sie Vorstandschefin der Kasse mit 8,5 Millionen Versicherten. Bis Anfang vergangenen Jahres war die 57-Jährige sogar zugleich noch stellvertretende SPD-Vorsitzende in NRW.

Aus der Union kamen umgehend kritische Stimmen. "Das ist für einen Sozialdemokraten doch in etwa so, als würde ein Grüner zur Atomlobby wechseln", sagte der gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU, Jens Spahn, der "Financial Times Deutschland".

Der Pharmaverband will sich mit Fischer neu ausrichten. Verbandschef Wolfgang Plischke erklärte, mit ihr solle der Dialog des VfA mit allen Akteuren der Gesundheitsbranche intensiviert werden. Die neue Hauptgeschäftsführerin stehe für Vermittlung und Kommunikation. "Und das brauchen wir in Zukunft." Die bisherige Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer verlässt den Verband nach 15 Jahren.

mmq/dpa



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insgesamt 40 Beiträge
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archie, 17.03.2011
1. Frage
Was kann der Bürger gegen soviel Filz tun? Kasse wechseln? Besser als nichts.
nesmo 17.03.2011
2. Da ist wahrlich jede Häme angebracht
hat die Frau bisher nur für Geld und nicht aus Überzeugung gehandelt und kriegt jetzt mehr Geld. Was reizt sie an dem neuen Job und was am alten? Am besten wechselt sie auch gleich die Partei, zur FDP.
taubenvergifter 17.03.2011
3. ...
leider können manche Menschen den Hals und den Geldschrank nicht voll genug bekommen. So Anti-Politiker wie Frau Fischer sorgen dafür, dass die SPD wenn es um Filz, Korruption, Günstlingswirtschaft geht, die Klappe halten muss. Hoffe, dass die Dame mehr Hirn als Rückgrat hat.
blaudistel 17.03.2011
4. Da bekommt aber die FDP
Zitat von nesmohat die Frau bisher nur für Geld und nicht aus Überzeugung gehandelt und kriegt jetzt mehr Geld. Was reizt sie an dem neuen Job und was am alten? Am besten wechselt sie auch gleich die Partei, zur FDP.
allerhand Zulauf - allen voran der Gas-Gerd - den in der FDP? Das stelle ich mir neckisch vor wenn der mit Westerwelle ... ach ne, ich stells mir lieber nicht vor. Aber er würde wohl eines tun: die FDP aus dem Tief holen. Willst du das wirklich?
RaMaDa 17.03.2011
5. Politik
ist die Führung öffentlicher Angelegenheiten zu privatem Vorteil.....
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