Umstellung auf Sepa EU will Frist für neue Kontonummern verlängern

Die endgültige Umstellung auf die neuen Kontonummern kommt wohl später als geplant. Die EU-Kommission will die Übergangsfrist für Sepa um sechs Monate verlängern. Dadurch sollen Unterbrechungen im Zahlungsverkehr verhindert werden.

Überweisungsträger: "Reibungsloser Übergang" soll ermöglicht werden
DPA

Überweisungsträger: "Reibungsloser Übergang" soll ermöglicht werden


Brüssel - Zum 1. Februar soll das europäische Zahlungssystem Sepa starten - nun hat die EU-Kommission entschieden, dass die Übergangsfrist um sechs Monate verlängert werden soll. Er bedauere die Entscheidung, wolle dadurch aber verhindern, dass es zu Unterbrechungen im Zahlungsverkehr komme, sagte der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier am Donnerstag in Brüssel. EU-Finanzminister und das Europaparlament müssen dem Verlängerungs-Vorschlag noch zustimmen - Termine dafür sind bisher offen.

Die Umstellung sei bisher nicht weit genug fortgeschritten, um einen "reibungslosen Übergang" zu ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Weitere Verlängerungen werde es jedoch nicht geben, sagte eine Sprecherin. Die Kommission wolle mit dem Schritt insbesondere Verbraucher und mittelständische Unternehmen schützen.

Sepa steht für "Single Euro Payments Area", einen einheitlichen Zahlungsraum in Euro. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden standardisiert und gleich abgewickelt, egal ob sie ins Inland oder über Grenzen gehen. Der Sepa-Raum besteht aus den 28 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Monaco. Ziel der Umstellung ist eine Vereinfachung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs. Laut der Kommission soll am offiziellen Starttermin 1. Februar trotz der Verlängerung formal festgehalten werden.

Mit dem neuen Zahlungssystem werden die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen abgeschafft und durch neue internationale Kontonummern ersetzt, den sogenannten Iban. Diese bestehen aus 22 Stellen. Für deutsche Bankkunden beginnt die Iban mit DE, es folgen zwei neue Ziffern - dann die altbekannte Bankleitzahl und Kontonummer. Häufig sind die Iban schon jetzt auf Kontoauszügen vermerkt.

Sobald das neue Zahlungssystem Sepa in Kraft tritt, dürfen Kreditinstitute Lastschriften und Überweisungen von Firmen und Vereinen in Euro nur noch in diesem Format mit der internationalen Kontonummer Iban verwenden. Verbraucher können aber noch bis 2016 ihre herkömmliche Kontonummer und Bankleitzahl verwenden.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Bundesbank die schleppende Umsetzung der Sepa-Umstellung kritisiert. Im November 2013 seien erst 32 Prozent aller Überweisungen im Sepa-Format erfolgt, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele.

aar/AFP/dpa



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insgesamt 213 Beiträge
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Seite 1
schneewinkler 09.01.2014
1.
Ich brauch das Zeug überhaupt nicht. Warum muss alles globalisiert werden? Einfach mal was so lassen geht gar nicht... Immer muss irgendwelcher neuer Mist erfunden werden.
n1ls 09.01.2014
2. Unnötig
Was soll der Zirkus? Die umständliche Länge der Codes sind fehleranfällig und dürften furch Falschbuchubgen einen gehörigen Aufwand/Schaden verursachen. Kosten, die zu Lasten der Verbraucher gehen. SPON sollte mal recherchieren, wer tatsächlicher Nutznießer ist und durch welche korrupten Hände die Entscheidung fiel.
j.vantast 09.01.2014
3. Schön wär´s ja....
Zitat von sysopDPADie endgültige Umstellung auf die neuen Kontonummern kommt später als geplant. Die EU-Kommission hat entschieden, die Übergangsfrist für Sepa um sechs Monate zu verlängern. Dadurch sollen Unterbrechungen im Zahlungsverkehr verhindert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sepa-umstellung-eu-kommission-verlaengert-uebergangsfrist-a-942631.html
Schön wär´s ja, denn viele Banken stellen, zumindest beim Online Banking, noch im Januar auf Sepa um. Die "klassische" Überweisung ist dann nicht mehr möglich. Was nützt also eine Fristverlängerung der EU wenn die Banken schon umstellen?
schlob 09.01.2014
4.
Zitat von schneewinklerIch brauch das Zeug überhaupt nicht. Warum muss alles globalisiert werden? Einfach mal was so lassen geht gar nicht... Immer muss irgendwelcher neuer Mist erfunden werden.
Der übliche EU-Quatsch- für 1 Überweisung im jahr wird jede Konto-Nummer kompliziert- die sind sowas von bescheuert - AfD hilf.
mneisen 09.01.2014
5.
Zitat von schneewinklerIch brauch das Zeug überhaupt nicht. Warum muss alles globalisiert werden? Einfach mal was so lassen geht gar nicht... Immer muss irgendwelcher neuer Mist erfunden werden.
Dieser "Mist" führt dazu, dass Ihre Überweisungen sowohl national als auch international deutlich schneller ausgeführt werden und die Kosten deutlich sinken. Hinzu kommt noch, dass durch die in der IBAN enthaltene Prüfziffern Schreibfehler und Fehlüberweisungen zwar nicht ausgeschlossen, aber um den Faktor 100 reduziert werden. Auch ein nettes Feature. Ich benutze diesen "Mist" schon seit geraumer Zeit und weiß auch nicht, wo das Problem sein soll. Häufig verwendete Kontonummern hat man doch eh als Überweisungsvorlage gespeichert. Wo also genau sind die Gegenargumente?
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