US-Wirtschaftsleistung Shutdown kostet elf Milliarden Dollar

Fast doppelt so teuer wie Trumps Mauer: Der wochenlange Stillstand in US-Behörden verschlang laut einer offiziellen Studie elf Milliarden Dollar. Ein Großteil des Verlustes könnte aber noch wettgemacht werden.

Proteste von Regierungsangestellten in Washington während des Shutdowns
DPA

Proteste von Regierungsangestellten in Washington während des Shutdowns


Der fünfwöchige Shutdown in den USA kommt die heimische Wirtschaft nach Schätzung einer Kongressbehörde teuer zu stehen. Durch den Stillstand von Teilen der US-Regierung seien elf Milliarden Dollar an Wirtschaftsleistung verloren gegangen, heißt es in einem Bericht des parteiübergreifend tätigen Congressional Budget Office (CBO).

Ausgelöst wurde der Shutdown durch einen Streit zwischen Donald Trump und dem Kongress über die vom US-Präsidenten geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko. Für ihren Bau forderte Trump insgesamt 5,7 Milliarden Dollar, was die US-Demokraten jedoch ablehnten.

Ein Großteil der verlorenen Wirtschaftsleistung könnte der Studie zufolge noch aufgeholt werden. Der 35 Tage lange Stillstand werde den USA im vierten Quartal des zurückliegenden Jahres 0,1 Prozentpunkte beim Wirtschaftswachstum kosten, im ersten Quartal 2019 sogar 0,2 Prozentpunkte. Dafür werde das Wachstum in den Folgequartalen vermutlich etwas höher ausfallen. Nach den Kompensationseffekten werde die Wirtschaftsleistung durch den Shutdown dann nur um 0,02 Punkte kleiner ausfallen.

Wirkung von Steuerreform lässt nach

Das CBO schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2019 nur noch um 2,3 Prozent zulegen wird, nach 3,1 Prozent im vergangenen Jahr. Dabei spielten auch die nachlassenden Konjunktureffekte der von Trump angestoßenen Steuerreform eine Rolle. Einzelne Firmen und insbesondere die rund 800.000 Staatsbediensteten, die während der Phase unbezahlt arbeiten mussten, dürften laut den CBO-Experten die Auswirkungen besonders zu spüren bekommen.

Zu Wochenbeginn wurde die längste Regierungsblockade in der US-Geschichte vorerst aufgehoben. Trump hatte am Freitag die vorläufige Einigung im Haushaltsstreit verkündet. Die Übergangsregelung soll bis zum 15. Februar gelten. Trump stimmte der Einigung zu, obwohl er nicht die lange geforderten 5,7 Milliarden Dollar für den Bau der Grenzmauer erhielt.

dab/dpa/Reuters



insgesamt 61 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Pfaffenwinkel 28.01.2019
1. Merken denn die Amerikaner das nicht?
Dieser Trump schadet dem Volk, je länger er Präsident ist.
spiegelleser861 28.01.2019
2. Einseitiges Denken
Zitat von PfaffenwinkelDieser Trump schadet dem Volk, je länger er Präsident ist.
Man kann es auch umgekehrt sehen: hätten die Demokraten nachgegeben und trump die Mauer gegeben, wäre das für die usa billiger gekommen. Aber immer schön einseitig denken, spon macht es vor...
freekmason 28.01.2019
3. nicht-denken
Zitat von spiegelleser861Man kann es auch umgekehrt sehen: hätten die Demokraten nachgegeben und trump die Mauer gegeben, wäre das für die usa billiger gekommen. Aber immer schön einseitig denken, spon macht es vor...
kann man so sehen, bis man mal guckt, wie die sache in der realität abgelaufen ist. aber bloß nicht von fakten beirren lassen.
hansulrich47 28.01.2019
4. Kindische Rechnungen
Diese Berechnungen sind doch sehr theoretisch. Das erinnert mich daran, dass der BIP-Wert der USA auch als gestiegen errechnet wird, wenn mehr Menschen im Knast landen. Klar ist, wenn 40% der US-Bürger keine 400 $ auf der Bank haben, dann ist ein fehlender Gehaltsscheck ein echtes Problem. Nur, das stört doch Trump nicht!
mima84_84 28.01.2019
5.
Zitat von spiegelleser861Man kann es auch umgekehrt sehen: hätten die Demokraten nachgegeben und trump die Mauer gegeben, wäre das für die usa billiger gekommen. Aber immer schön einseitig denken, spon macht es vor...
Die Demokraten hatten ein fertig verhandelten Kompromiss vorgelegt, inkl. massiven Investitionen in die Grenzsicherheit. Es lag an genau einer Person, dass es dann trotzdem zum Shutdown kam. Donald Trump. Also man kann es natürlich so sehen wie Sie - aber die Demokraten haben wenigstens eine Lösung gesucht - Donald Trump nicht. Ach ja, die Demokratischen Abgeordneten sind übrigens ebenfalls in einer demokratischen Wagl gewählt worden - mit dem Versprechen, dass das Geld in sinnvolle Maßnahmen gesteckt wird, was die Mauer nicht ist, was ja inzwischen sogar Trumps eigene Leute zugestehen. Aber der Wille der Mehrheit der Menschen dürfte Sie wahrscheinlich genauso viel interessieren, wie wenn Kinder von Staatsbediensteten hungern. Nämlich gar nicht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.