Schwere Wirtschaftskrise "Die Lage in Simbabwe wird sich weiter verschlimmern"

Ökonomen erwarten, dass sich die schwere Wirtschaftskrise in Simbabwe weiter zuspitzen wird: Die Schlangen an Tankstellen und in Supermärkten dürften immer länger werden, weil Ware fehlt.

Demonstranten vor der Präsidentschaftswahl am 1. August
AP

Demonstranten vor der Präsidentschaftswahl am 1. August


Eine schwere Wirtschaftskrise in Simbabwe wird sich nach Ansicht von Experten im kommenden Jahr nochmals zuspitzen. Die Schlangen der Wartenden an Tankstellen und in Supermärkten, die noch Importwaren verkaufen, werden noch länger werden, sagte Brains Muchemwa von der simbabwischen Unternehmensberatung Oxlink Capital. Die wirtschaftliche Lage werde sich weiter verschlimmern.

Sowohl die Bargeldknappheit als auch die Inflationsrate würden weiter zunehmen, so Muchemwa. Seit einer Hyperinflation vor rund zehn Jahren hat Simbabwe keine eigene Währung mehr, sondern nutzt den US-Dollar. Doch davon sind zu wenige im Umlauf: Das Land exportiert vor allem Rohstoffe wie Platin, Gold und Tabak, doch die Importe übersteigen deren Wert bei Weitem, weswegen es eine akute Bargeldknappheit im Land gibt. Als Notlösung hat die Regierung Schuldscheine als Parallelwährung eingeführt. Die sogenannten "bond notes" sind dem US-Dollar per Gesetz gleichwertig, werden aber zu einem niedrigeren Kurs gehandelt.

Weil Unternehmer "bond notes" einnehmen, ihre Importe aber in teuren US-Dollar zahlen müssen, bleiben viele Supermarktregale einfach leer. "Die parallelen Währungen und Preisverzerrungen sorgen bei den Unternehmen für Unsicherheit und Frust", sagt Jee-A Van der Linde, Ökonom am südafrikanischen Beratungshaus NKC African Economics.

Im August hatte Staatschef Emmerson Mnangagwa die erste Wahl nach dem Rücktritt von Langzeitpräsident Robert Mugabe gewonnen. Die Opposition lehnte die Ergebnisse ab - und sprach von Wahlbetrug. Die historische Abstimmung war die erste Wahl ohne den 94-jährigen Ex-Präsidenten Mugabe, der fast vier Jahrzehnte lang an der Macht war. Einst als Freiheitskämpfer gefeiert, stürzte er das Land im Süden Afrikas in eine tiefe Krise. Im November putschte das Militär und zwang den Staatschef zum Rücktritt.

hej/dpa-AFX

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