Skandalbank: Bundesregierung stoppte höhere HRE-Boni

Schon die Boni in Höhe von 25 Millionen Euro für HRE-Manager stießen auf Kritik - doch die staatlich gestützte Pleitebank wollte ursprünglich noch mehr Geld an ihre Top-Leute verteilen: Die Bundesregierung konnte die Skandalbank offenbar erst im letzten Moment stoppen.

HRE-Zentrale: "auf ein Minimum an Sonderzahlungen geeinigt" Zur Großansicht
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HRE-Zentrale: "auf ein Minimum an Sonderzahlungen geeinigt"

München - Der Ärger um die Millionenboni an HRE-Manager wird größer: Der marode Immobilienfinanzierer wollte seinen Mitarbeitern ursprünglich noch höhere Prämien zahlen als bislang bekannt. Zunächst seien statt 25 rund 35 Millionen Euro im Gespräch gewesen, hieß es am Dienstag in Branchenkreisen. Auch das "Handelsblatt" berichtet darüber.

So soll der Betrag erst auf 25 Millionen Euro gedeckelt worden sein, nachdem die Bundesregierung und der Bankenrettungsfonds Soffin eingriffen. Nach mehreren Gesprächen habe man sich schließlich "auf ein Minimum an Sonderzahlungen" verständigt.

Im Aufsichtsrat der staatlich gestützten Bank waren die Bonuszahlungen dem "Handelsblatt" zufolge hingegen von vornherein unumstritten. "Der Aufsichtsrat hat sich sehr nachhaltig dafür verwendet", hieß es. Bereits im Juni habe es grundsätzlich Zustimmung für die Zahlungen gegeben.

Der SPIEGEL hatte zuerst über die Millionenprämien an die HRE-Manager berichtet. Die Zahlungen sind deswegen brisant, weil die HRE nur mit Milliardengarantien in dreistelliger Höhe am Leben erhalten wird. Zudem hatte HRE-Chefin Manuela Better erst Mitte September weitere Garantien in Höhe von 40 Milliarden Euro beantragt.

SPD-Fraktion will HRE-Chefin befragen

Alle Parteien kritisierten die Zahlungen heftig. Das Finanzministerium verteidigte die Prämien jedoch. Sie seien notwendig gewesen, um gute Mitarbeiter in der Bank zu halten. Die SPD-Fraktion im Bundestag fordert dennoch Konsequenzen: Sie will im Finanzausschuss die HRE-Chefin zu dem Thema befragen, schreibt das "Handelsblatt".

Doch bislang zeigt sich die HRE uneinsichtig: Auch für das laufende Jahr plant die Bank ein variables Vergütungssystem für die rund 1400 Beschäftigten - obwohl sie immer noch tiefrote Zahlen schreibt.

yes/Reuters/dpa-AFX

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 90 Beiträge
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1. Klar ...
DerkurzeEugen, 21.09.2010
"Das Finanzministerium verteidigte die Prämien jedoch. Sie seien notwendig gewesen, um gute Mitarbeiter in der Bank zu halten." Vermutlich die guten Mitarbeiter, die nach all' den Verlusten auch noch massiv griechische Staatsanleihen gehortet haben. Es ist einfach lachhaft, dass man ohne Sonderzahlungen keine ordentlichen Banker bekommt. Das ist eine von den Bankern selbst erfundene Mär. Mann nenne mir einmal ein Dutzend gute Banker aus der Führungsetage. Mir würde das schwer fallen. Ich denke immer an Nonnenmacher, Funke, Knobloch und Co., hochbezahlte ...
2. ...
underdog, 21.09.2010
Und diese "guten Mitarbeiter" haben die Bonuszahlungen sicher umgehend zurücküberwiesen, oder? Ansonsten sind es nämlich keine guten Mitarbeiter, ganz einfach. Wenn diese Leute unbedingt vom Geld der Steuerzahler leben möchten, gibt's ne bessere Lösung: Hartz4.
3. gute Mitarbeiter
royal_rumble 21.09.2010
Das ist einfach ein Schlag ins Gesicht für alle, die ihr Geld mit aufrichtiger Arbeit verdienen. Welche "guten Mitarbeiter" hat denn dieses Fass ohne Boden? Fähre die Mitarbeiter qualifiziert, müsste diese Bank ja nicht mit Millarden gestützt werden. Wieso gibt es überhaupt "erfolgsabhängige Zahlungen" für eine Bank, die extreme Verluste einfährt? Diese Egoisten sollten einmal überlegen, welche Signalwirkung ihr Verhalten auf den Rest der Gesellschaft hat. Mit drängt sich der Eindruck auf: Abzocken soviel wie geht, von innergesellschaftlicher Solidarität oder Verantwortung kann keine Rede sein. Das ist einfach nur noch verheerend, Menschen schauen mit Verachtung auf Akademiker und "die da oben", weil diese Pfeiffen mit ihrem Verhalten den besten Grund dafür geben.
4. Der Tunnel ist lang
ja-sowieso 21.09.2010
Zitat von sysopSchon die Boni in Höhe von 25 Millionen Euro für HRE-Manager stießen auf Kritik - doch die staatlich gestützte Pleitebank wollte ursprünglich noch mehr Geld an ihre Top-Leute verteilen: Die Bundesregierung konnte die Skandalbank offenbar erst im letzten Moment stoppen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,718602,00.html
Ich kann die Bänker schon verstehen. Wer unverschuldet mit der HRE in eine Krise geraten ist, dem wird es ganz schön gegen den Strich gehen, dass er für gute Arbeit nicht mehr leistungsgerecht entlohnt wird.
5. Typisch CDU
chefchen, 21.09.2010
Zitat von sysopSchon die Boni in Höhe von 25 Millionen Euro für HRE-Manager stießen auf Kritik - doch die staatlich gestützte Pleitebank wollte ursprünglich noch mehr Geld an ihre Top-Leute verteilen: Die Bundesregierung konnte die Skandalbank offenbar erst im letzten Moment stoppen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,718602,00.html
Unternehmenspolitik ala CDU... Wiedereinmal beweisen die Schwarzen, daß sie nicht mit Geld umgehen können. Der Aufsichtsrat ist der Witz per se. Was bekommen denn da für Leute schon wieder Staatskohle? http://www.hyporealestate.com/167.php Solchen Schmarotzern fällt es leicht Staatsknete mit vollen Händen auszugeben.
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