Hohes Haushaltsdefizit Slowakei schafft "Flat tax" ab

Sie sollte Investoren in Scharen anlocken, nun schafft die Slowakei sie wieder ab: die Einheitssteuer. Die Regierung will damit das Haushaltsdefizit verringern.


Bratislava - Das einstige Wundermittel hat ausgedient: Das slowakische Parlament hat die Abschaffung der Einheitssteuer beschlossen. Die vor neun Jahren eingeführte "Flat tax" von 19 Prozent hatte wesentlich zum Ruf der Slowakei als Unternehmensparadies beigetragen und mit dem 2004 erfolgten EU-Beitritt einen Investitionsboom ausgelöst.

Von 2013 an wird in dem Euro-Land für Besserverdiener nun ein höherer Steuersatz von 25 Prozent gelten, beschloss das Parlament am Dienstagabend. Firmen bezahlen dann generell 23 statt der bisherigen 19 Prozent. Die vom Sozialdemokraten Robert Fico geführte Regierung will damit das Haushaltsdefizit von fast fünf auf unter drei Prozent drücken.

Etliche osteuropäische Wendeländer hatten das Modell aus neoliberaler Denkschule eingeführt - und tatsächlich ging der Boom in Lettland, Litauen und der Slowakei zu guten Teilen auf das einfache, niedrige Steuersystem zurück. Doch andere EU-Länder sahen darin einen unfairen Wettbewerbsvorteil.

yes/dpa

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Thomas Schröter 06.03.2013
1. In Europa ist Disziplin unfair
Zitat von sysopSie sollte Investoren in Scharen anlocken, nun schafft die Slowakei sie wieder ab: die Einheitssteuer. Die Regierung will damit das Haushaltsdefizit verringern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/slowakei-schafft-flat-tax-ab-a-871158.html
"Unfairer Wettbewerbsvorteil" Steuer- und Ausgaben-Disziplin wird abgeschafft damit die auch vom Ausland gesteuerten Populisten Wahlgeschenke finanzieren können. Dagegen ist in Europa noch kein Kraut gewachsen.
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