Wirtschaft


Bankenkrise: Slowenien dementiert Hilferuf an die EU

Muss Slowenien als nächstes Land Finanzhilfen beantragen? Nein, sagt Regierungschef Janez Jansa. Dank eines Sparpakets sei die Gefahr für das Land "vorübergehend" gebannt.

Notrufsäule vor der Europäischen Zentralbank: Slowenien verzichtet vorerst auf HilfenZur Großansicht
DPA

Notrufsäule vor der Europäischen Zentralbank: Slowenien verzichtet vorerst auf Hilfen

Ljubljana - Die Finanzmärkte spekulieren über Nummer sechs: Welches Land könnte nach Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern als nächstes Finanzhilfen beantragen? Slowenien gilt als möglicher Kandidat, schließlich hat es ähnlich wie Spanien große Probleme mit seinem Bankensektor. Doch Regierungschef Janez Jansa dementierte jetzt einen Hilferuf seines Landes. Es werde kein Antrag gestellt, sagte Jansa am Mittwoch in Maribor, wie die slowenische Nachrichtenagentur STA berichtete.

Mit einem vom Parlament verabschiedeten Sparpaket sei die Gefahr "vorübergehend" abgewendet worden, nach Finanzhilfen vom Internationalen Währungsfonds oder von den europäischen Hilfsmechanismen zu fragen.

Mit dem Sparprogramm, das vor allem Einkommenskürzungen im öffentlichen Dienst vorsieht, will die slowenische Regierung das Budgetdefizit im laufenden Jahr auf vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) begrenzen. Es hatte im vergangenen Jahr noch 6,4 Prozent betragen.

Slowenien muss hohe Summen stemmen, um seine maroden Banken zu unterstützen. Die in ihrer Existenz bedrohte größte Bank des Landes, die Nova Ljubljanska Banka (NLB), bekam von der Regierung bereits eine 383-Millionen-Euro-Kapitalspritze. Bis zum Jahresende soll das mehrheitlich staatliche Institut dadurch stabilisiert sein.

Kein Geld vom Staat gebe es für die ebenfalls angeschlagene zweitgrößte Bank Nova Kreditna Banka Maribor (NKBM), sagte Finanzminister Janez Sustersic am Mittwoch. "Unsere Botschaft an die NKBM ist klar: Der Staat wird die Bank nur im allerschlimmsten Fall retten, wenn die Stabilität der Einlagen oder des Bankensystems gefährdet ist." Die Bank will durch den Verkauf des Versicherers Zavarovalnica Triglav zusätzliche Mittel erlösen.

Slowenien ist seit 2007 Teil der Euro-Zone. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat das Land hart getroffen. 2009 brach das BIP um 8,1 Prozent ein. Nach einer leichten Erholung rutschte Slowenien im vergangenen Jahr erneut in die Rezession.

mal/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 3 Beiträge
bleifuß 04.07.2012
Selbes Schema wie immer. Fing bei Griechenland an und hört beim weltweiten Crash auf.
Selbes Schema wie immer. Fing bei Griechenland an und hört beim weltweiten Crash auf.
herr_kowalski 04.07.2012
wer hätte auch jemals daran gedacht, ein Mäuerchen zu bauen ?
Zitat von sysopMuss Slowenien als nächstes Land Finanzhilfen beantragen? Nein, sagt Regierungschef Janez Jansa. Dank eines Sparpakets sei die Gefahr für das Land "vorübergehend" gebannt. Slowenien: Kein Geld aus Euro-Rettungsschirm - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,842590,00.html)
wer hätte auch jemals daran gedacht, ein Mäuerchen zu bauen ?
dementieren tun sie alle der reihe nach, um dann doch ganz schnell unter den Schirm zu schlüpfen. langsam komme ich mir veräppelt vor.
dementieren tun sie alle der reihe nach, um dann doch ganz schnell unter den Schirm zu schlüpfen. langsam komme ich mir veräppelt vor.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Slowenien

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Mittwoch, 04.07.2012 – 17:32 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 3 Kommentare

So funktioniert der Rettungsfonds ESM
Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) kann bis zu 500 Milliarden Euro an Hilfsgeldern vergeben. Nur 80 Milliarden Euro davon werden wirklich eingezahlt, der Rest sind Garantien. Nicht angerechnet werden die bereits vergebenen Hilfen aus dem vorläufigen Rettungsfonds EFSF sowie bilaterale Kredite der Euro-Staaten an Griechenland.
Interaktive Grafik





TOP



TOP