Sommerhitze Freibäder erwarten Besucherrekord

So voll war es selten am Beckenrand: Viele deutsche Freibäder erwarten wegen des heißen Sommers einen neuen Besucherrekord - manche verhängten einen Einlassstopp. Ende nächster Woche wird es kühler.

Freibad in Hannover
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Freibad in Hannover


Der ungewöhnlich heiße Sommer hat die Menschen scharenweise in die Schwimmbecken getrieben - viele Freibäder in Deutschland steuern auf einen Besucherrekord zu. Das ergab eine bundesweite Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

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Zum Beispiel sind die städtischen Freibäder in Köln nur noch ein kleines Stück von einem neuen Höchstwert entfernt. Knapp 740.000 Schwimmer kamen bislang, mit 80.000 weiteren würde das bisher beste Jahr 2013 übertroffen. "Wir haben die Hoffnung auf ein neues Rekordjahr", sagte ein Sprecher von KölnBäder.

Die beiden städtischen Freibäder in Duisburg haben 2018 schon die Bestmarke gerissen, mehr als 90.000 Besucher suchten dort nach einer Abkühlung.

In Berlin gab es dieses Jahr bereits Einlassstopps, um die Sicherheit der Badegäste nicht zu gefährden. Denn auch in der Hauptstadt ist der Andrang riesig. Ein Rekord für die Freibäder ist in greifbarer Nähe: Bis Ende Juli seien bereits 1,31 Millionen Gäste in 17 Schwimmbädern gezählt worden, teilten die Berliner Bäderbetriebe in dieser Woche mit. Der bisherige Rekord liege bei 2,07 Millionen Badegästen im Jahr 2003.

Die Hitze im Rhein-Main-Gebiet treibt tagtäglich bis zu 20.000 Menschen in die Frankfurter Freibäder. An diesem Wochenende wurden wegen der zu Ende gehenden Ferien sogar noch mehr Besucher in den sieben Bädern erwartet, wie Frank Müller, Geschäftsführer der Frankfurter Bäderbetriebe, sagte. "Die Bäder sind schon voll."

Abkühlung ab Donnerstag

Mit Stand Anfang August seien rund 700.000 Eintrittskarten verkauft worden, 46 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Mitarbeiter der Freibäder leisteten zahlreiche Überstunden und arbeiteten im Dreischichtbetrieb, um den Ansturm zu bewältigen.

Auch Hamburgs Freibäder sind sehr gut besucht: Seit Mai kamen rund 190.000 Besucher, 110.000 davon allein im Juli. "Im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren sind diese Zahlen sehr erfreulich", sagte ein Sprecher der Bäderland GmbH. Der Tag mit den meisten Besuchern war der 26. Juli, ein Donnerstag.

Für das Annabad in Hannover sind die Monate Mai, Juni und Juli die jeweils besucherreichsten der vergangenen fünf Jahre. "Wegen der Hitze müssen wir unser Becken fast gar nicht heizen", sagte Betriebsleiter Horst Schröder. "Auch den Rasen müssen wir nicht mähen." Dafür müsse man mehr Frischwasser zuführen, um die Wasserqualität zu gewährleisten.

In München übertreffen die Zahlen 2018 die des Vorjahres ebenfalls deutlich. Ein Sprecher der Stadtwerke SWM sagte, zwischen dem 29. April und dem 1. August seien fast 700.000 Menschen in den Freibädern der bayerischen Landeshauptstadt gewesen, etwa 16.000 mehr als im gleichen Zeitraum 2017. In Regensburg kamen mit 226.000 Besuchern etwa 14.000 mehr als im Zeitraum des Vorjahres.

Gegen Ende der kommenden Woche könnten die Freibäder womöglich etwas entlastet werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet einen "signifikanten Temperaturrückgang" auf Werte zwischen 20 und 30 Grad Celsius.

ssu/dpa



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