Hamburg - Zwei Drittel der Deutschen fürchten einen Ärztemangel, 80 Prozent eine Zwei-Klassen-Medizin, und nur etwa jeder Siebte glaubt, dass sich die derzeitige Versorgung aufrechterhalten lässt. Das sind nur einige der wenig erfreulichen Ergebnisse aus dem sechsten MLP-Gesundheitsreport, einer repräsentativen Erhebung, die das Allensbacher Institut für Demoskopie und die Bundesärztekammer einmal jährlich für den Finanzberater MLP erstellen. An diesem Mittwoch wurde die aktuelle Studie veröffentlicht.
Die Umfrage unter rund 1800 Bundesbürgern und mehr als 500 Ärzten ergab im Kern zwei Dinge: Die Deutschen sind mit dem aktuellen Gesundheitssystem zwar weitgehend zufrieden. Doch sie blicken äußerst sorgevoll in die Zukunft.
Insgesamt ist die Zufriedenheit mit der aktuellen Gesundheitsversorgung gewachsen. 72 Prozent der Bevölkerung und 88 Prozent der Ärzte beurteilen sie derzeit als "gut" oder "sehr gut". Die Entwicklung in den kommenden zehn Jahren schätzt die Bevölkerung aber als sehr pessimistisch ein.
Hauptgrund für die schlechten Aussichten ist aus Sicht der meisten Befragten die Tatenlosigkeit der Politik - vor allem bei der Pflege. Die Regierung müsse die entsprechende Versorgung rasch weiterentwickeln, fordern 82 Prozent der Ärzte und Bürger. 46 Prozent der Ärzte und 43 Prozent der Bevölkerung sind skeptisch, ob es der Politik überhaupt gelingen kann, eine gute Versorgung für alle Pflegebedürftigen sicherzustellen.
Viele Bürger nehmen ihr Schicksal inzwischen selbst in die Hand. 43 Prozent plädieren dafür, dass man oberhalb der Grundsicherung eigenverantwortlich privat vorsorgt - anstatt auf den Staat zu vertrauen.
ssu
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