Investorenlegende: Soros warnt vor Währungskrieg
Die Sparpolitik Deutschlands führe ins Verderben, warnt George Soros. Der legendäre Investor fürchtet gar einen Währungskrieg - und lobt die geldpolitischen Lockerungen der USA.
New York - Brasilien, die britische Notenbank oder der Internationale Währungsfonds - die Liste der mahnenden Stimmen vor einem möglichen Währungskrieg ist lang. Doch besonderes Gewicht bekommt die Warnung, wenn sie von George Soros kommt. Der legendäre US-Investor fürchtet einen solchen Krieg der Währungen, der seiner Ansicht nach durch die deutsche Sparpolitik ausgelöst werden könnte. "Die Deutschen glauben an Einsparungen, und der Rest der Welt glaubt an geldpolitische Lockerungen", sagte der Investor am Donnerstagabend am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos dem Sender CNBC.
Dieser Widerstreit könnte eine gefährliche Auseinandersetzung lostreten, sagte Soros weiter. "Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg", sagte Soros. Die geldpolitischen Lockerungen der US-Notenbank (Fed) lobte Soros dagegen ausdrücklich als die richtige Politik.
2010 hatte der brasilianische Finanzminister Guido Mantega den Begriff des Währungskriegs besonders geprägt, als er die niedrigen Zinsen in den Industrieländern für starke Geldzuflüsse in Schwellenländern verantwortlich machte. Durch die Kapitalzuflüsse werden die Währungen dieser Staaten deutlich aufgewertet - was wiederum die Exporte verteuert und Importe aus dem Ausland verbilligt. Einige Schwellenländer haben als Reaktion darauf Einfuhrzölle erhöht, in Brasilien zum Beispiel für Autos.
Die Debatte über die Gefahr eines Währungskriegs hatte in den vergangenen Tagen erneut Auftrieb erhalten durch eine extreme Lockerung der Finanz- und Geldpolitik unter dem Einfluss der neuen japanischen Regierung. Diese zielt damit auf einen niedrigeren Yen-Kurs und somit bessere Bedingungen für die Exportwirtschaft des Landes. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in Davos ihre Sorge darüber ausgedrückt.
Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret plädiert angesichts der neuen Sorgen in einem Beitrag für das "Handelsblatt" für möglichst enge Regeln bei Beschränkungen des freien Kapitalflusses in der Welt. "Wenn Maßnahmen zur Begrenzung des Kapitalverkehrs in sehr begrenzten Ausnahmefällen zum Einsatz kommen, sollten sie befristet, transparent, zielgerichtet und so weit wie möglich nicht diskriminierend sein", schrieb er am Donnerstag. Zudem dürfe eine solche Kapitalsteuerung nicht einen Ersatz für notwendige wirtschaftspolitische Anpassungen in einzelnen Ländern darstellen. Eine solche Herangehensweise wirke dem von manchen befürchteten Entstehen eines Währungskriegs entgegen.
yes/Reuters
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