Steigende Sozialabgaben Arbeitgeber sehen Tausende Jobs in Gefahr

Arbeitgeber warnen vor rapide steigenden Sozialabgaben. Laut einer Studie des Prognos-Instituts droht bei einem Anstieg der Arbeitgeberbeiträge der Verlust Zehntausender Arbeitsplätze.

Arbeiter auf einem Baugerüst
DPA

Arbeiter auf einem Baugerüst


Die Arbeitgeber raten von steigenden Sozialabgaben ab: Jeder zusätzliche Prozentpunkt mehr koste bis 2040 etwa 90.000 Jobs, teilte die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) unter Berufung auf eine von ihr beauftragte Prognos-Studie mit.

Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, forderte, dass der Gesamtbeitragssatz für die vier zentralen Sozialversicherungen 40 Prozent des Bruttoarbeitslohn nicht übersteigen dürfe. An Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung fließen derzeit rund 40 Prozent eines Bruttolohns. Davon tragen Arbeitgeber mit gut 19,4 Prozentpunkten etwas weniger als die Hälfte.

Die Wissenschaftler der Prognos-Studie begründen den Jobrückgang damit, dass sich durch steigende Sozialbeiträge die Arbeitskraft verteuert. Ohne politischen Eingriff könnten die Sozialabgaben laut Prognos bis 2030 um fast fünf Prozentpunkte auf 48,8 Prozent eines Bruttolohns steigen.

Außerdem unterstrichen die Arbeitgeber mit der Studie ihre Forderung, in der Gesetzlichen Krankenversicherung an der Deckelung des Arbeitgeberbeitrages bei 7,3 Prozent festzuhalten. Eine Rückkehr zur sogenannten Parität, wonach der Krankenkassenbeitrag von Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte getragen wird, könnte laut Prognos bis 2030 etwa 50.000 Arbeitsplätze kosten.

Die SPD will nach der Bundestagswahl zur Parität zurückkehren. Der Zusatzbeitrag, den Arbeitnehmer allein zahlen, war 2005 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung eingeführt worden.

In Deutschland sind die Sozialbeiträge nach einer mehrjährigen Phase des Rückgangs in den vergangenen Jahren nur leicht gestiegen. Sie hatten Höchstmarken von 42,1 Prozent im Jahr 1997 und von 42,0 Prozent im Jahr 2003 markiert.

hej/Reuters/dpa-AFX



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hackmackenreuther 26.07.2017
1. Kalter Kaffee
Immer wieder die selben Erpressungsversuche aus der selben Ecke. Gewinne werden privatisiert, Kosten sozialisiert. Wird Zeit, dass das mal geändert wird.
mrrich 26.07.2017
2. Na dann
sind halt ein paar Jobs wech. An anderer Stelle entstehen neue. Die Erpresserei der AN durch die Lobbyisten vom BDI muss aufhören in Zeiten von angeblichen Fachkräftemangel.
frietz 26.07.2017
3.
Das ist ein Scherz! Ist das WIRKLICH ernst gemeint? 90000 Jobs bis 2040? Diese Leute wissen doch nicht, was in einem Jahr Fakt ist, da erzählen die was von 2040. Selbst wenn dies so wäre, wären dies nicht einmal 4000 Stellen pro Jahr. Das soll jemanden abhalten, die längst fällige Parität wiederherzustellen? Diese Studie gehört auf die Witze-Seite jeder Zeitung.
hexenbesen.65 26.07.2017
4.
Und was machen die bestechlichen Politiker ? Tanzen genau nach DEREN Pfeife. Schließlich müssen die Wahlkampf-Termine ja gesponsort werden...mit all den Kulis und Luftballons und und und... Es wird noch so kommen, dass der Arbeitgeber NULL Prozent für alles zahlt, den Lohn auf 10 Euro drückt---und immer noch jammert....
trader_07 26.07.2017
5.
Man kann es einfach auch mal so sehen: Die "echten" Krankheitstage werden von den Kosten her vermutlich ziemlich genau hälftig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Die paar Euro, die ein Arbeitnehmer mehr zahlt, bezahlen dann eher die Tage, wo man mit einer Fliege zusammengestoßen ist und mit Kopfschmerzen zu Hause bleiben muss oder wegen der Magen-Darm-Verstimmung, weil der böse Wirt einem am Vorabend ein verdorbenes Bierchen ausgeschenkt hat ;-)
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