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Wachsende Gesundheitskosten: Sozialausgaben steigen auf Rekordniveau

Sparschwein in einer Arztpraxis: Sozialausgaben steigen um 35 Milliarden Euro Zur Großansicht
DPA

Sparschwein in einer Arztpraxis: Sozialausgaben steigen um 35 Milliarden Euro

Es ist eine Rekordsumme - die staatlichen und privaten Sozialleistungen sind im vergangenen Jahr nach Informationen des SPIEGEL auf 782,4 Milliarden Euro angewachsen. Zum Vergleich: Drei Jahre zuvor lagen sie noch um 35 Milliarden Euro niedriger. Grund für den Anstieg sind die Kosten im Gesundheitsbereich.

Hamburg/Berlin - Die Sozialausgaben sind in Deutschland 2012 auf ein Rekordniveau gestiegen. Wie der SPIEGEL berichtet, beträgt die Summe aller staatlichen und privaten Sozialleistungen 782,4 Milliarden Euro. Zu Beginn der schwarz-gelben Regierungszeit im Jahr 2009 lag das sogenannte Sozialbudget noch bei 747,4 Milliarden Euro.

Dies geht aus dem Sozialbericht 2013 hervor. Diesen hatte das Bundeskabinett Anfang Juli verabschiedet und mittlerweile dem Bundestag zugeleitet. Das Papier ist der erste Bericht dieser Art in der laufenden Legislaturperiode.

Er belegt, dass der Trend zu steigenden Sozialausgaben auch künftig anhalten wird: In diesem Jahr wird das Sozialbudget ein Niveau von 808,3 Milliarden Euro erreichen. Bis 2017 prognostiziert die Bundesregierung sogar eine Ausweitung auf 902,5 Milliarden Euro.

Da vermutlich auch die Wirtschaft wachsen wird, liegt der Anteil der Sozialleistungen am Bruttoinlandsprodukt rechnerisch jedoch stabil bei knapp 30 Prozent. Während die Ausgaben für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in absoluten Werten sinken, wachsen vor allem die Kosten der Gesundheitsversorgung. Allein 2013 werde die Abschaffung der Praxisgebühr "zu einem etwas stärkeren Anstieg der Sozialleistungen in Höhe von rund 3,3 Prozent führen", heißt es in dem Bericht der Regierung.

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1.
marthaimschnee 28.07.2013
Zitat von sysopDPAEs ist eine Rekordsumme - die staatlichen und privaten Sozialleistungen sind im vergangenen Jahr nach Informationen des SPIEGEL auf 782,4 Milliarden Euro angewachsen. Zum Vergleich: Drei Jahre zuvor lagen sie noch um 35 Milliarden Euro niedriger. Grund für den Anstieg sind die Kosten im Gesundheitsbereich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sozialausgaben-steigen-auf-rekordniveau-a-913556.html
Also wenn man dies so interpretieren würde, wie unsere ökonomischen Helden von der Demographie-, der Renten-, der Staatsschuldenfront immer gerne argumentieren, könnte man behaupten: "ARBEIT MACHT KRANK!"
2.
jueze71 28.07.2013
Wer lediglich die Schlagzeile ließt, muß denken: sparen, sparen, sparen. Und am Ende steht: Gemessen am Volkseinkommen ist der Anteil unverändert, wie seit Jahrzehnten! Eine Kostenexplosion ist eine Erfindung von Politikern und Wirtschaftsvertretern. Fragen Sie den Statistiker Ihres Vertrauens.
3. gedöns um nix
fin2010 28.07.2013
ca. 5 % Anstieg in 3 Jahren, unter Inflation. Eigentlich erstaunlich niedrig.
4.
pepe_sargnagel 28.07.2013
Zitat von sysopDPAEs ist eine Rekordsumme - die staatlichen und privaten Sozialleistungen sind im vergangenen Jahr nach Informationen des SPIEGEL auf 782,4 Milliarden Euro angewachsen. Zum Vergleich: Drei Jahre zuvor lagen sie noch um 35 Milliarden Euro niedriger. Grund für den Anstieg sind die Kosten im Gesundheitsbereich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sozialausgaben-steigen-auf-rekordniveau-a-913556.html
Wer den Unternehmen erlaubt in die Sozialkassen zu greifen, der muss sich nicht wundern, wenn diese davon gebrauch machen. Eigentlich sollten sie für die Versicherten und weniger glücklichen (wie Arbeitslose und Kranke) da sein. Aber seit man diese Lücke für Unternehmen "versehentlich geöffnet" hat, hat kein Politiker den Mut dies anzusprechen. Sozial ist schließlich was Arbeit schafft. In diesem Sinne ein politischer Vorschlag: Zwamgsarbeit wäre wohl zu sozial oder zu sozialistisch, oder? Halt? Aber der Kapitalist würde sich doch darüber freuen? Hmmmm - diese beiden Systeme ähneln sich in der Endstufe doch sehr. Nur, dass beim einen Politiker das Sagen haben und im anderen Unternehmer. Im "besten Fall" darf man am Ende in beiden Fällen nicht mehr wählen. Unternehmensführungen wählt ja keiner und geschickte Politiker brauchen auch keine demokratische Wahl, um sich vom Volke legitimiert zu fühlen.
5. Statistiker
regreub 28.07.2013
Zitat von jueze71Wer lediglich die Schlagzeile ließt, muß denken: sparen, sparen, sparen. Und am Ende steht: Gemessen am Volkseinkommen ist der Anteil unverändert, wie seit Jahrzehnten! Eine Kostenexplosion ist eine Erfindung von Politikern und Wirtschaftsvertretern. Fragen Sie den Statistiker Ihres Vertrauens.
Der Statistiker meines Vertrauens läßt fragen, wie die Entwicklung des GKV-Beitragssatzes - von ehedem unter 10 auf aktuell über 15%, und das trotz höherer Zuzahlungen - zu dem oben Beschriebenen paßt. Der zwingende Rückschluß wäre ein gesunkener Arbeitnehmeranteil am gesamten Volkseinkommen, richtig?
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