Regierungsbericht Sozialausgaben steigen auf über 900 Milliarden Euro

Deutschland hat im vergangenen Jahr deutlich mehr für Sozialleistungen ausgegeben. Europaweit liegt Deutschland gemessen an seiner Wirtschaftskraft bei den Sozialausgaben leicht über dem Durchschnitt.

Andrea Nahles
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Die Ausgaben für Sozialleistungen sind auch im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Sie legten gegenüber 2015 um 3,7 Prozent auf 918 Milliarden Euro zu. Das geht aus dem Sozialbericht 2017 von Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hervor, den das Bundeskabinett verabschiedet hat.

Diese Leistungen entsprechen demnach 29,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2015 waren es 29,2 Prozent. Nach einer Prognose wird Ende der kommenden Legislaturperiode die Billionengrenze überschritten. Die Sozialausgaben werden dann bei 1,1 Billionen Euro liegen.

In den Sozialleistungen sind Zahlungen aus der Kranken- und Rentenversicherung ebenso enthalten wie Kinder- und Elterngeld oder die Grundsicherung für Arbeitsuchende. Etwa je ein Drittel bezahlen die Arbeitgeber, die Versicherten und der Staat durch Zuschüsse.

Deutschland liege mit seiner Sozialleistungsquote leicht über dem europäischen Durchschnitt, hieß es. Deutlich höhere Sozialleistungen weisen den Angaben zufolge etwa Frankreich oder Dänemark aus. Im Vergleich mit den OECD-Staaten verteilt Deutschland eingenommene Gelder etwas stärker um als der Durchschnitt.

asa/dpa



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kp229 02.08.2017
1. 900 Milliarden Gesamtausgaben im Jahr
entsprechen umgerechnet fast 1000 Euro pro Einwohner und Monat. Einfach das Geld nehmen und jedem Bundesbürger ein monatliches bedingungsloses Grundeinkommen bezahlen. Wenn man zusätzlich die Kosteneinsparung berücksichtigt, die sich durch die dann wegfallende aufgeblähte Sozialbürokratie ergibt, reicht es sogar noch für das Übergangsgeld für eine dann nicht mehr benötigte Frau Nahles :)
fx33 02.08.2017
2. Interessant wäre...
Interessant wäre eine nach Art der "Sozialleistungen" differenzierte Auflistung. Es ist pure Polemik, die "Sozialleistungen" durch Hinzurechnung der Rentenzahlungen künstlich aufzublähen und damit eine Stimmung gegen den Sozialstaat zu befördern. Denn im ebenfalls jährlich erstellten Vermögensbericht werden die Rentenanwartschaften als Vermögen eingestuft. Das ist eine ganz perfide Stimmungsmache. Auf der einen Seite werden Arme durch die Rentenanwartschaften reicher gerechnet als sie sind (weshalb man die wirklich Reichen ruhig in Ruhe lassen kann) und auf der anderen Seite werden die Sozialausgaben des Staates künstlich vergrößert, um die Armen als große Schmarozer dastehen zu lassen. Das ist die reine neoliberale Lehre, und der SPIEGEL geht dem, wissentlich oder nicht, auf den Leim.
einwerfer 02.08.2017
3. Die wichtigste Zahl fehlt
Nämlich der Anteil der Steuerfinanzierung der Sozialausgaben. Ist dieser gestiegen oder stabil geblieben oder gar gesunken ? Denn der Rest sind ja Beiträge der Pflichtversicherten und keine 'sozialen Wohltaten' des Staates. Und wie man in anderen Artikeln lesen konnte, sind die Einnahmen von Renten- und Krankenversicherung ja gestiegen, sodaß der Verdacht nahe liegt, dass der steuerfinanzierte Anteil gesunken ist.
unbekanntgeblieben 02.08.2017
4. Klingt erstmal viel
aber das wären im Jahr mehr als 10 000 Euro für JEDEN Deutschen. Das deutet eigentlich sehr viel mehr daraufhin, dass enorme Geldmengen versacken oder nicht effizient verwendet werden ... Es wäre deutlich zielführender die Verwendungen mal zu Untersuchen, das ist aller Wahrscheinlichkeit ein Großteil alles andere als 'sozial' verwendet. Zudem ist gemessen an der Wirtschaftslage 'leicht über dem Durchschnitt' eigentlich eine ökonomische Dummheit.
fx33 02.08.2017
5. Genau diese Reaktion...
Zitat von unbekanntgebliebenaber das wären im Jahr mehr als 10 000 Euro für JEDEN Deutschen. Das deutet eigentlich sehr viel mehr daraufhin, dass enorme Geldmengen versacken oder nicht effizient verwendet werden ... Es wäre deutlich zielführender die Verwendungen mal zu Untersuchen, das ist aller Wahrscheinlichkeit ein Großteil alles andere als 'sozial' verwendet. Zudem ist gemessen an der Wirtschaftslage 'leicht über dem Durchschnitt' eigentlich eine ökonomische Dummheit.
Genau diese Reaktion ist durch diese undifferenziert in die Öffentlichkeit geworfene Zahl beabsichtigt.
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