Demografie Ausgaben für Sozialhilfe steigen um 4,5 Prozent

Leistungen für Behinderte, Pflegebedürftige und arme Ältere: Im Jahr 2016 hat der Staat mit 29 Milliarden Euro deutlich mehr für Sozialhilfe ausgegeben. Ein Grund dürfte sein, dass die Deutschen zunehmend älter werden.

Portemonnaie einer Rentnerin
DPA

Portemonnaie einer Rentnerin


Die Bevölkerungsstruktur in Deutschland verändert sich, der Altersschnitt steigt stetig - mit Auswirkungen auf die Ausgaben des Staates für Sozialhilfe. Im Jahr 2016 sind diese Ausgaben auf 29 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Jahr zuvor waren es noch 27,7 Milliarden Euro, das entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozent.

Besonders hoch war der Anstieg bei Hilfen für die Pflege. Hier stiegen die Ausgaben um 6,4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Hier dürfte sich die demografische Entwicklung in Deutschland widerspiegeln: Zwar liegen für das vergangene Jahr noch keine Zahlen pflegebedürftiger Menschen vor. Doch für das Jahr 2015 hatte das Statistische Bundesamt einen deutlichen Anstieg um 8,9 Prozent binnen zwei Jahre auf 2,86 Millionen Menschen verzeichnet. Davon waren 83 Prozent mindestens 65 Jahre alt. Die Menschen im Alter von mindestens 85 Jahren machten 37 Prozent der Pflegebedürftigen aus.

Konkret sind mit Sozialhilfekosten die Ausgaben auf Grundlage des zwölften Sozialgesetzbuches gemeint (SGB XII). Den größten Ausgabeblock machten dabei nicht die Pflegekosten, sondern die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen aus. Die Bereiche im Überblick:

  • Für die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen gab der Staat 16,5 Milliarden Euro aus - ein Anstieg von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ende 2015 lebten dem Statistikern zufolge 7,6 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland.
  • Die Ausgaben für Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung stiegen um 2,4 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro.
  • In die Hilfen zum Lebensunterhalt flossen 1,4 Milliarden Euro.
  • Insgesamt 1,2 Milliarden Euro gab der Staat für Hilfen zur Gesundheit, zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten sowie in anderen Lebenslagen aus.

Regional betrachtet wurden in den westdeutschen Bundesländern Sozialhilfeleistungen in Höhe von gut 24 Milliarden Euro gezahlt. In den ostdeutschen Ländern einschließlich von Berlin waren es rund fünf Milliarden.

fdi/dpa

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