Sozialhilfe und Hartz IV Fast jeder Zehnte bekommt Stütze

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die staatliche Unterstützung erhalten, ist erneut gestiegen - auf rund acht Millionen. Damit bezog im vergangenen Jahr fast jeder Zehnte Sozialhilfe oder Hartz IV.

Zelte von Obdachlosen im Berliner Regierungsviertel
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Zelte von Obdachlosen im Berliner Regierungsviertel


Die Zahl der Empfänger von sozialer Mindestsicherung in Deutschland steigt, auch wegen der deutlichen Zunahme von Asylbewerbern. Ende 2015 erhielten rund acht Millionen Menschen und damit fast jeder Zehnte finanzielle Hilfen des Staats zur Sicherung des Lebensunterhalts, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 2014 waren lediglich knapp 7,4 Millionen Menschen beziehungsweise 9,1 Prozent darauf angewiesen.

Zur sozialen Mindestsicherung, mit der der Staat den grundlegenden Lebensunterhalt der Menschen sichern will, gehören Hartz-IV-Leistungen, Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter, aber auch Leistungen für Asylbewerber und die Kriegsopferfürsorge.

Die Zunahme im vergangenen Jahr 2015 geht den Statistikern zufolge überwiegend auf den starken Anstieg der Bezieher von Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zurück - die Zahl der Leistungsbezieher hat sich von 363.000 auf rund 975.000 nahezu verdreifacht.

Wie in den Vorjahren waren auch Ende 2015 die Menschen in den Stadtstaaten Berlin (19,4 Prozent) und Bremen (18,5 Prozent) am häufigsten auf Leistungen der sozialen Mindestsicherung angewiesen. Hamburg folgt mit 13,9 Prozent auf dem dritten Platz. Am geringsten war der Anteil in Bayern (5,2 Prozent) und Baden-Württemberg (6 Prozent) sowie in Rheinland-Pfalz (7,8 Prozent).

Weiterhin ist ein deutlicher Unterschied zwischen Ost und West zu sehen. Während in den alten Bundesländern ohne Berlin die Quote bei 8,9 Prozent liegt, beziehen in den neuen Bundesländern im Schnitt 13 Prozent der Menschen Sozialleistungen. Allerdings ist der Abstand geschrumpft, der Anstieg im Westen war mit einem Plus von 0,7 Prozentpunkten stärker als im Osten mit 0,2 Punkten.

nck/AFP

insgesamt 120 Beiträge
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silenced 28.11.2016
1.
Wie sagt man so schön? Wer von seiner Arbeit nicht leben kann, der ist im Grunde Arbeitslos. ~10 Millionen Arbeitslose ... traurige Realität in Deutschland. Aber hey, in Berlin freut man sich über fast erreichte "Vollbeschäftigung". Eventuell wird es Zeit das neu alles zu definieren. Man sollte auch bedenken, es gab mal Zeiten da waren 1,5% - 2% als Arbeitslosenquote eine Vorstellung die es niemals geben dürfte, drunter ja, drüber nie. Und ja, das war in Deutschland (West).
Hank-the-Voice 28.11.2016
2. Wenn wir ehrlich sind hat Deutschland eine Arbeitslosenquote von 16%
... fast so hoch wie Spanien oder Griechenland
RudiRastlos2 28.11.2016
3.
Wie passt das zu der Äußerung Merkels, Deutschland würde es so gut wie nie zuvor gehen?
medienhoppel 28.11.2016
4. Flüchtlingsbashing
Der Artikel ist grob irreführend und als wahrheitswidrige Propaganda ganz leicht zu durchschauen, wenn man denn ein wenig journalistisch recherchieren würde. Die Zahl der Menschen im Bezug von Hartz IV war mit mindestens 6 Millionen Menschen, meist aber deutlich darüber, seit 10 jahren recht konstant. Die Zahl der Menschen im Sozialhilfebezug (Grundsicherung nach den Kapiteln 3 - 9 des sgb 12) war seit ebnso mehr als 10 Jahren beständig in einer Größenordnung deutlich über 2 Millionen. Es waren also in den letzten 10 Jahren immer mindestens oder deutlich mehr als 8 Millionen (10 Prozent der Bevölkerung) im Bezug von Hartz IV oder Sozialhilfe. Zusätzlich gab es Personen, die Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz erhielten, diese Zahl mag im vergangenen Jahr deutlich gestiegen sein. WANN wird in deutschen Medien mal wieder recherchiert anstatt Pressemeldungen ungeprüft abgeschrieben?
Freidenker10 28.11.2016
5.
Man darf doch ständig lesen wir reich Deutschland doch sei, wie wir fast Vollbeschäftigung hätten und wie toll es doch allen gehen müsste. Dir Lebensrealität vieler sieht halt doch anders aus und die fangen nun an sich zu wehren und das ist auch gut so!!
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