SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

11. Januar 2013, 18:33 Uhr

Viele Jobs und steigende Löhne

Sozialversicherung erzielt Milliardenüberschuss

Die deutsche Sozialversicherung profitiert von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nahmen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit 5,9 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben.

Wiesbaden - Die Sozialversicherung in Deutschland hat in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres einen Überschuss von 5,9 Milliarden Euro erzielt. Das sind 100 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Zur Sozialversicherung zählen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Grund für den Überschuss sind boomende Beitragseinnahmen. Sie summierten sich laut Statistischem Bundesamt auf knapp 393 Milliarden Euro - ein Plus von 1,8 Prozent. "Grund hierfür ist vor allem der beständige Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung", hieß es. Die Ausgaben stiegen um 1,9 Prozent auf fast 387 Milliarden Euro.

Die Bundesbank geht davon aus, dass die hohen Überschüsse in diesem Jahr schrumpfen werden. "Zum einen entfällt der positive Konjunktureinfluss", prognostizierte die Bundesbank. "Zum anderen wird sich die hohe Rücklage der Rentenversicherung schrittweise reduzieren." Grund dafür sei der mit Jahresbeginn von 19,6 auf 18,9 Prozent gesenkte Beitragssatz. Zudem seien höhere Ausgaben zu erwarten. "Auch im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen sind eher wieder Defizite angelegt", schrieb die Bundesbank.

In den ersten neun Monaten 2012 gab es in den einzelnen Bereichen der Statistik zufolge unterschiedliche Entwicklungen bei Einnahmen und Ausgaben. So nahmen in der Rentenkasse die Einnahmen um 2,1 Prozent auf 190,2 Milliarden Euro zu, während sich die Ausgaben nur um 1,6 Prozent auf 189,8 Milliarden Euro erhöhten. Bei den gesetzlichen Krankenkassen stiegen die Einnahmen um 2,3 Prozent auf 143 Milliarden Euro, während die Ausgaben etwas stärker um 3,3 Prozent auf 138,8 Milliarden Euro zulegten.

Bei der Bundesagentur für Arbeit hingegen verringerten sich sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben: Die BA nahm 25,5 Milliarden Euro ein, 3,7 Prozent weniger als in den ersten drei Quartalen 2011. Zugleich gab sie aber nur 23,8 Milliarden Euro aus und damit 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Pflegeversicherung stiegen die Einnahmen um 3,6 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro. Die Ausgaben erhöhten sich gleichzeitig aber um 4,4 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro, so dass in der Pflegeversicherung nach neun Monaten ein Minus von rund 200 Millionen Euro stand.

mmq/Reuters/AFP

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH