Viele Jobs und steigende Löhne: Sozialversicherung erzielt Milliardenüberschuss

Die deutsche Sozialversicherung profitiert von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nahmen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit 5,9 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben.

Rentner am See: Sozialkassen in Deutschland sind gut gefüllt Zur Großansicht
dapd

Rentner am See: Sozialkassen in Deutschland sind gut gefüllt

Wiesbaden - Die Sozialversicherung in Deutschland hat in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres einen Überschuss von 5,9 Milliarden Euro erzielt. Das sind 100 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Zur Sozialversicherung zählen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Grund für den Überschuss sind boomende Beitragseinnahmen. Sie summierten sich laut Statistischem Bundesamt auf knapp 393 Milliarden Euro - ein Plus von 1,8 Prozent. "Grund hierfür ist vor allem der beständige Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung", hieß es. Die Ausgaben stiegen um 1,9 Prozent auf fast 387 Milliarden Euro.

Die Bundesbank geht davon aus, dass die hohen Überschüsse in diesem Jahr schrumpfen werden. "Zum einen entfällt der positive Konjunktureinfluss", prognostizierte die Bundesbank. "Zum anderen wird sich die hohe Rücklage der Rentenversicherung schrittweise reduzieren." Grund dafür sei der mit Jahresbeginn von 19,6 auf 18,9 Prozent gesenkte Beitragssatz. Zudem seien höhere Ausgaben zu erwarten. "Auch im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen sind eher wieder Defizite angelegt", schrieb die Bundesbank.

In den ersten neun Monaten 2012 gab es in den einzelnen Bereichen der Statistik zufolge unterschiedliche Entwicklungen bei Einnahmen und Ausgaben. So nahmen in der Rentenkasse die Einnahmen um 2,1 Prozent auf 190,2 Milliarden Euro zu, während sich die Ausgaben nur um 1,6 Prozent auf 189,8 Milliarden Euro erhöhten. Bei den gesetzlichen Krankenkassen stiegen die Einnahmen um 2,3 Prozent auf 143 Milliarden Euro, während die Ausgaben etwas stärker um 3,3 Prozent auf 138,8 Milliarden Euro zulegten.

Bei der Bundesagentur für Arbeit hingegen verringerten sich sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben: Die BA nahm 25,5 Milliarden Euro ein, 3,7 Prozent weniger als in den ersten drei Quartalen 2011. Zugleich gab sie aber nur 23,8 Milliarden Euro aus und damit 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Pflegeversicherung stiegen die Einnahmen um 3,6 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro. Die Ausgaben erhöhten sich gleichzeitig aber um 4,4 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro, so dass in der Pflegeversicherung nach neun Monaten ein Minus von rund 200 Millionen Euro stand.

mmq/Reuters/AFP

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1. Deutschland ist Spitze
Palmstroem 11.01.2013
Zitat von sysopdapdDie deutsche Sozialversicherung profitiert von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nahmen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit 5,9 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sozialversicherung-in-ersten-neun-monaten-2012-mit-ueberschuss-a-877114.html
Ein klarer Beweis dafür, dass das Gerede vom Niedriglohnland Deutschland falsch ist. Im Gegenteil, noch nie seit der Wiederverinigung gab es soviel sozialversicherungspflichtige Stellen, höhere Löhne und mehr Sonderzahlungen. Über 80% der Deutschen sind mit ihrem Leben zufrieden und nur 4% haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Eben - German Wonderland auf einem Krisenkontinent!
2. Tolle Nachricht
ProDe 11.01.2013
liegt offenbar eher an den Kürzungen der Leistungen und Ausgaben statt an den Einnahmen... also im Grunde dümmlich dämliche Propaganda. Dennoch - wo ist die Forderung die Leistungen zu verbessern??? Speziell im Bereich Krankenversicherung und Rente wo extrem gekürzt wurde oder auch bei Hartz 4 wäre das sinnvoll. Aber das Geld werden wohl - wie immer - nur die bekommen, die es eigentlich nicht brauchen und direkt im Finanzkasino "anlegen"
3.
Gebr.Engels 11.01.2013
Zitat von PalmstroemEin klarer Beweis dafür, dass das Gerede vom Niedriglohnland Deutschland falsch ist. Im Gegenteil, noch nie seit der Wiederverinigung gab es soviel sozialversicherungspflichtige Stellen, höhere Löhne und mehr Sonderzahlungen. Über 80% der Deutschen sind mit ihrem Leben zufrieden und nur 4% haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Eben - German Wonderland auf einem Krisenkontinent!
Von denReallöhnen aus dem Jahre 1980 hatten die Deutschen Arbeitnehmer im Jahre 2008 nur noch 85% Die katastrophale Lohnentwicklung in Deutschland (http://www.das-kapital.eu/lohnentwicklung.html) Das mit den steigenden Löhnen und der "Vollbeschäftigung" halte ich für ein vorgezogenes Wahlgeschenk, nach der Wahl wird dieses auf jeden Fall wieder kassiert werden. Denn übermäßig viele "Beschäftigungsverhältnisse" sind heutzutage Leiharbeiter oder befristet, die hat man ganz schnell wieder draußen.
4.
DerKritische 11.01.2013
Zitat von sysopdapdDie deutsche Sozialversicherung profitiert von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nahmen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit 5,9 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sozialversicherung-in-ersten-neun-monaten-2012-mit-ueberschuss-a-877114.html
Nunja, bekanntlich stehen den Einahmen auch Ausgaben gegenüber. Sind die Ausgaben entsprechend auch mitgewachsen, bringt das Mehr an Einnahmen erstmal gar nichts.
5. ach manno....
s_o_p_h_u_s 11.01.2013
was soll man denn jetzt hier noch schreiben??? Mutti ist schuld? Oder da sieht man wieder, wie die Politiker Kaste am Volk und Michel vorbeiregiert. Das böse Ende kommt bestimmt, da der Kapitalismus vor der Kapitulation steht?? Geht eigentlich gar nicht? oder? Hey, Wofür steht eigentlich ProDe? Pro Deppen?
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