Madrid - In Spanien ist die Zahl der Arbeitslosen erstmals über die Marke von fünf Millionen gestiegen. Im Februar nahm sie um rund 60.000 auf 5,04 Millionen zu, wie das Arbeitsministerium am Montag in Madrid mitteilte. Spanien hat rund 47 Millionen Einwohner.
Grund für die Misere ist die schwere Wirtschaftskrise des Landes. Nach dem Platzen der Immobilienblase sind Unternehmen und Verbraucher damit beschäftigt, ihre Schulden abzubauen. Gleichzeitig fährt auch der Staat auf Druck der europäischen Partner ein drastisches Sparprogramm. Beides zusammen führt dazu, dass die Wirtschaftsleistung stark schrumpft. Nach Schätzung der EU-Kommission soll sie 2013 um weitere 1,4 Prozent zurückgehen - genau so wie 2012.
Auch die Arbeitslosigkeit soll weiter steigen. Die Brüsseler Behörde erwartet, dass die Quote in diesem Jahr bei 26,9 Prozent liegen wird, nach 25 Prozent im vergangenen Jahr. Von den 27 EU-Staaten weist nur Griechenland eine ähnlich schlechte Arbeitsmarktbilanz aus.
Das spanische Arbeitsministerium versucht dennoch Hoffnung zu wecken: Im Vergleich zum Januar sei die Erwerbslosenzahl im Februar nur um 1,19 Prozent gestiegen - das sei das niedrigste Plus seit Februar 2008.
Das Arbeitsministerium veröffentlicht jeden Monat die Zahl der Arbeitslosen, die staatliche Hilfe beantragen; das nationale Statistikamt gibt seine Berechnungen alle drei Monate bekannt, nutzt aber eine andere Berechnungsmethode. Danach lag die Arbeitslosenquote Ende Dezember bei 26,02 Prozent - das waren 5,965 Millionen Arbeitslose.
stk/Reuters/AFP
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