Trotz Umschuldungsklausel: Anleger reißen sich um Spaniens Anleihen

Die Lage an den europäischen Anleihemärkten hat sich deutlich entspannt. Spanien versteigerte erstmals Papiere mit sogenannten Umschuldungsklauseln - und erzielte damit einen überraschenden Erfolg. Auch Italien kommt so günstig an Geld wie lange nicht mehr.

Spanische Börse (Archivbild): Die Lage hat sich entspannt Zur Großansicht
REUTERS

Spanische Börse (Archivbild): Die Lage hat sich entspannt

Madrid - Das krisengeschwächte Euro-Land Spanien hat am Donnerstag problemlos eine erste Staatsanleihe mit sogenannten Umschuldungsklauseln begeben. Zusammen mit der Aufstockung zweier bestehender Anleihen nahm das Land insgesamt 5,8 Milliarden Euro auf, wie die nationale Schuldenagentur in Madrid mitteilte. Das waren 800 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Die Auktion war ein großer Erfolg: Die Nachfrage nach den Anleihen war hoch, die Renditen gingen im Vergleich zu vorherigen Auktionen spürbar zurück. Auch Italien konnte sich am Donnerstag günstiger als zuvor frisches Geld am Markt besorgen.

Bei der zweijährigen Anleihe in Spanien wurden erstmalig Umschuldungsklauseln verwendet. Diese "Collective Action Clauses" (CAC) sind seit Beginn dieses Jahres verpflichtend für alle neuen staatlichen Anleihen im Euro-Raum, deren Laufzeit mehr als ein Jahr beträgt. Sie sehen verbindliche Regeln für den Fall vor, dass ein Land seine Schulden nicht mehr bedienen kann. Hintergrund sind die schweren Verwerfungen an einigen Anleihemärkten des Währungsraums in den vergangenen Jahren.

Weil im Vorfeld der Auktion nicht klar war, wie die Anleger auf die neuen Klauseln reagieren werden, war die Versteigerung mit Spannung erwartet worden. Sie verlief jedoch ohne Probleme. Die durchschnittliche Rendite der neuen zweijährigen Anleihe lag bei 2,48 Prozent. Das war weniger als Beobachter erwartet hatten.

Auch an den übrigen Finanzmärkten wurden die Auktionsergebnisse positiv aufgenommen. Der Euro legte um einen halben Cent zu und stieg knapp über 1,31 Dollar. Die Aktienmärkte reagierten ebenfalls mit Aufschlägen.

Auch Italien genießt wieder größeres Vertrauen bei Investoren: Bei der Auktion von Papieren mit einjähriger Laufzeit erlöste der Staat 8,5 Milliarden Euro. Der Zins fiel mit 0,864 Prozent so niedrig aus wie seit drei Jahren nicht mehr. Noch im Dezember hatte das Land für ähnliche Papiere 1,46 Prozent Rendite bieten müssen.

stk/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. optional
roger13 10.01.2013
Ja,Ja,da hat wieder mal der Obergauner Draghi seine Hand im Spiel. Die spanischen und italienischen Banken dürfen mittlerweile auch Müll als Pfand hinterlegen,um an das Geld der EZB zu kommen. Natürlich mit der heimlichen Auflage Staatsanleihen zu kaufen. Welcher Schreiberling bei Spon hat diesen Artikel kommentarlos abgesetzt?
2. Wunderbar
idealist100 10.01.2013
Zitat von roger13Ja,Ja,da hat wieder mal der Obergauner Draghi seine Hand im Spiel. Die spanischen und italienischen Banken dürfen mittlerweile auch Müll als Pfand hinterlegen,um an das Geld der EZB zu kommen. Natürlich mit der heimlichen Auflage Staatsanleihen zu kaufen. Welcher Schreiberling bei Spon hat diesen Artikel kommentarlos abgesetzt?
Wunderbar wie Mainstream funktioniert. Die Banken bekommen auch noch 100% für die Schrottpapiere, welche der Steuerzahler bezahlt. Juhu raus mit den Milliarden/Billionen wir leben nur einmal und nach uns die Sinflut.
3. Gestern nicht gesehen?
idealist100 10.01.2013
Spanien, Griechenland, Italien halten die einheimischen Banken zwischen 97 und 99 % der Staatsanleihen, deshalb müssen ja auch die Banken gerettet werden und damit die Staaten. Zum Glück dürfen wir mit nur!! 27% haften über die EZB. Aber ist auch ganz schön viel bei 2 Billionen macht das für unsere Mutti und Schäuble mal eben 540.-Milliarden. Deshalb will Steinbrück auch nicht Kanzler, der kennt die Zahlen.
4.
silverhair 10.01.2013
Zitat von roger13Ja,Ja,da hat wieder mal der Obergauner Draghi seine Hand im Spiel. Die spanischen und italienischen Banken dürfen mittlerweile auch Müll als Pfand hinterlegen,um an das Geld der EZB zu kommen. Natürlich mit der heimlichen Auflage Staatsanleihen zu kaufen. Welcher Schreiberling bei Spon hat diesen Artikel kommentarlos abgesetzt?
Die Banken und das Verfahren haben sich nicht geändert - Banken vertreiben "Giralgeld" kein "Bargeld und kein Notenbankgeld" - und Banken "Haben kein Geld" was sie verleihen könnten , sondern sie können nur Giralgeld über Schuldner erzeugen! Also war es schon seit 100 immer so das Banken das was sie Käuften mit dem Gegengeschäft Hinterlegung "Wert" bei den Notenbanken wieder gegenrechnen! Das einzige Notenbankgeld was in Umlauf ist - ist das Bargeld .. alles andere ist eine private Ware - deren Deckung durch Notenbankgeld nur rudimär mit 1% über die Mindestresereve existiert - und in Fakt - siehe Stresstest grad bei 3-4 cent/Euro liegt! Und die Banken interessieren sich nicht für "Geld bei der EZB" - was sollen sie mit Bargeld? Nein , die EZB stellt kein "Geld" zur Verfügung , sodern "LIquidität" - das ist ein Refernzwert der Bestimmt wieviel "Giralgeld die Banken über Schulden produzieren können"! Seit über einem Jahr liegt für die Banken über 1 Bio Euro in der Notenbank bereit .. davon wurden zeitweise mal kurz 250 Mrd. genutzt - der Rest liegt da weiter rum! Kurz bei der Notenbank bekommen sie "Bargeld" - bei Banken den "Schuldschein eines Schuldners " als Guthaben .. Guthaben sind Schuldscheine von anderen .. kein Geld!!! Giralgeldschöpfung (http://de.wikipedia.org/wiki/Giralgeldsch%C3%B6pfung) JUSTIZ entlarvt: GELDSCHÖPFUNG unbekannt! (Skandal GELD Petition Strafrecht Geldsystem Giralgeld) - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=nHMq_PFkrho) Geld aus dem Nichts: Woher die Schulden kommen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/geld-aus-dem-nichts-woher-die-schulden-kommen-a-873065.html) DER SPIEGEL*39/1972 - Geld aus dem Nichts (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42842883.html) Sie sind einfach "Gläubiger" geworden - -eine Lästige Angelegenheit die die Banken und "Zinsnehmer" im Mittelalter ja immer wieder in den Abgrund gerissen haben .. Die Banken wollen ihre "Zinsen" - mit den Schuldner dürfen sie sich jetzt anfreunden und hoffen das die in der Zukunft mal ihnen "Bargeld" aushändigen .. aber ehrlich - vergessen sie diese Hoffnung purer Glaube an Esotherik!
5. Was lehrt uns das?
wiealle 10.01.2013
Das Stimmvieh wird doch am Ende vorn und hinten für dumm verkauft: Erst alles auf Krise, damit die notwendige Baisse im Schweinezyklus der EU-Volkswirtschaften auch tatsächlich allen bewusst wird, dann Tauwetter, damit alle wieder Geld ausgeben. Leute, Leute, wat wern wa verarscht!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Staatsanleihen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare