Staatsanleihen-Auktion: Spanien bekommt problemlos Geld
Spanien hat seine Finanzierung für das laufende Jahr geschafft: Mit Auktionen von Staatsanleihen mit mittlerer und langer Laufzeit nahm die Regierung in Madrid fast fünf Milliarden Euro ein. Das Interesse von Investoren war größer als erwartet, die Zinsen für das hochverschuldete Land sanken weiter.
Madrid - Hohe Schulden, schlechter Ausblick? Den Investoren war das ziemlich egal, sie griffen bei der jüngsten Versteigerung spanischer Staatsanleihen beherzt zu: Das Land nahm am Donnerstag bei Auktionen von Anleihen mittlerer und langer Laufzeiten 4,8 Milliarden Euro ein. Damit hat Spanien, das möglicherweise schon bald einen Antrag auf Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM stellen könnte, seinen Refinanzierungsbedarf für 2012 komplett gedeckt. In den verbleibenden Auktionen im November und Dezember kann die Regierung in Madrid also bereits Geld für 2013 einsammeln.
Die Anleger griffen auch bei den erstmals seit Mai 2011 wieder aufgelegten 20-jährigen Anleihen zu: Das Land brachte Papiere im Volumen von 732 Millionen Euro auf den Markt. Die Nachfrage überstieg dabei das Angebot um das 2,1fache, was als Vertrauensbeweis der Investoren gewertet wurde. "Die 20-jährige Anleihe war ein Erfolg", sagte eine Analystin von Cortal Consors. Allerdings musste das Land einen relativ hohen Zins von gut 6,3 Prozent für die lang laufenden Papiere bieten.
Bei den Anleihen mit einer Laufzeit bis 2015 sanken die Renditen allerdings von 3,95 Prozent Anfang Oktober auf 3,66 Prozent. Auch die Überzeichnungsquote von 2,8 bei dieser Versteigerung im Volumen von gut drei Milliarden Euro war höher als zuletzt, als die Nachfrage das Angebot nur um das Zweifache überstieg.
Trotz seiner hohen Schulden hat das Land bisher keinen Rettungsantrag in Brüssel gestellt. Spekulationen, wonach Spanien das dieses Jahr auch nicht mehr tun wird, drückten am Donnerstag auf dem Euro-Kurs. Investoren fürchten, dass sich in diesem Fall die europäische Schuldenkrise noch länger hinziehen könnte als ohnehin befürchtet.
Die EZB steht bereit, Spanien mit flankierenden Anleihekäufen am Sekundärmarkt unter die Arme zu greifen, falls es unter den Rettungsschirm schlüpft. Nach Einschätzung der EU-Kommission wird Spanien noch mindestens zwei Jahre lang mit einem hohen Haushaltsdefizit kämpfen. Anders als von der Regierung in Madrid selbst berechnet, werde die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone auch 2014 mit einem Haushaltsloch von 6,4 Prozent weit vom vereinbarten Defizitziel von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts entfernt sein, sagte die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose voraus.
nck/dpa
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Fläche: 505.988 km²
Hauptstadt: Madrid
Staatsoberhaupt: König Juan Carlos I.
Regierungschef: Mariano Rajoy
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