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Schrumpfende Wirtschaft: Spanien rutscht noch tiefer in die Rezession

Schon wieder Horrornachrichten aus Spanien: Die Wirtschaftsleistung des Landes ist im dritten Quartal des laufenden Jahres weiter geschrumpft. Die Sparziele der Regierung sind kaum mehr zu erfüllen. Die Rating-Agentur Moody's senkte die Bonität mehrerer spanischer Regionen.

Gold-Ankauf in Madrid: Die Menschen leiden unter der Rezession Zur Großansicht
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Gold-Ankauf in Madrid: Die Menschen leiden unter der Rezession

Madrid - Spaniens krisengeplagte Wirtschaft rutscht tiefer in die Rezession: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes ist im dritten Quartal um 0,4 Prozent gesunken. Das geht aus dem jüngsten Monatsbericht der spanischen Zentralbank hervor. Damit schrumpft die Wirtschaft in ungebremstem Tempo weiter. Bereits im zweiten Quartal war das BIP um 0,4 Prozent gefallen. Die Zahlen beziehen sich auf die Veränderung zum jeweiligen Vorquartal. Im Jahresvergleich lag das Minus sogar deutlich höher - im dritten Quartal bei 1,7 Prozent.

Die anhaltende Rezession konterkariert die ehrgeizigen Sparpläne. Wie die spanische Tageszeitung "El Confidencial" berichtet, habe die Regierung in Madrid die Europäische Union informiert, dass das Defizit 2012 bei 7,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen werde. Das mit den europäischen Partnern vereinbarte Maximalziel von 6,3 Prozent würde damit deutlich verfehlt.

Bereits am Montag hatte die europäische Statistikbehörde Eurostat das Defizit für das Jahr 2011 nach oben korrigiert. Statt bei 8,5 Prozent des BIP lag die Neuverschuldung bei 9,4 Prozent.

Laut dem Bericht an die EU, auf den "El Confidencial" sich bezieht, soll der Schuldenstand Spaniens in diesem Jahr auf 85,3 Prozent des BIP klettern. Ende 2011 hatten die öffentlichen Schulden laut Eurostat noch bei 69,3 Prozent gelegen. Die spanische Zentralbank bezeichnete es in ihrem Monatsbericht als "sehr ambitioniert", die Budgetziele im kommenden Jahr zu erreichen. Weitere Haushaltseinschnitte könnten notwendig werden.

Die spanische Regierung will die Neuverschuldung 2013 auf 4,5 Prozent gemessen am BIP drücken. Die meisten Experten glauben jedoch nicht, daran, dass dies gelingt. So erwartet beispielsweise der Internationale Währungsfonds (IWF), dass das Defizit im kommenden Jahr bei 5,7 Prozent liegen wird und die Staatsschulden auf 90,7 Prozent steigen.

Regierung beschafft sich frische Milliarden

Trotz der düsteren wirtschaftlichen Aussichten konnte sich Spanien am Dienstag problemlos frische Mittel am Geldmarkt besorgen. Eine Versteigerung von Anleihen mit sechs- und dreimonatiger Laufzeit spülte 3,53 Milliarden Euro in die Staatskasse, wie die spanische Notenbank mitteilte. Die Zinsen gingen bei den im sechsmonatigen Laufzeiten von 2,213 auf 2,023 Prozent zurück. Bei den Titeln mit Fälligkeit in drei Monaten legten sie hingegen leicht von 1,203 auf 1,415 Prozent zu.

Am Sekundärmarkt, wo bereits früher ausgegebene Anleihen gehandelt werden, stiegen auch die Zinsen für die wichtigen zehnjährigen Anleihen leicht auf 5,57 Prozent. Am Vorabend hatten sie noch bei 5,52 Prozent gelegen.

Auslöser für die Verschlechterung war ein Schritt der US-Rating-Agentur Moody's. Die Experten hatten die Kreditwürdigkeit von fünf spanischen Regionen gesenkt. Betroffen sind neben Andalusien, Katalonien und Murcia auch Kastilien-La Mancha und Extremadura.

Grund für die Herabstufung sind laut Moody's vor allem die hohen Schulden und die niedrigen Reserven der Regionen. Allein Katalonien hatte Ende August mehr als fünf Milliarden Euro Hilfe bei der spanischen Zentralregierung beantragt. Spanien besteht aus insgesamt 17 sogenannten autonomen Gemeinschaften.

Die Investoren an den Finanzmärkten hoffen darauf, dass die spanische Regierung bald einen Hilfsantrag beim europäischen Rettungsfonds ESM stellt. Damit würde der Weg frei für ein Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank, dass die Zinsen für spanische Schuldpapiere deutlich drücken soll.

stk/dpa/Reuters

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insgesamt 79 Beiträge
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1. Wann endlich....
aprilapril 23.10.2012
Zitat von sysopREUTERSSchon wieder Horrornachrichten aus Spanien: Die Wirtschaftsleistung des Landes ist im dritten Quartal des laufenden Jahres weiter geschrumpft. Die Sparziele der Regierung sind kaum mehr zu erfüllen. Die Rating-Agentur Moody's senkte die Bonität mehrerer spanischer Regionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-die-wirtschaft-rutscht-tiefer-in-die-rezession-a-862883.html
dämmert es unseren Dumpfnasen Murksel und Schäufele, dass Spardiktate genau das Gegenteil erreichen von dem, was man anstrebt, nämlich Wirtschaftsaufschwung und Wettbewerbsfähigkeit. Antizyklisches Handeln lernt man ziemlich frühe in einem Studium der Volks- und Betriebswirtschaft.
2. Hallo
mallorcafan 23.10.2012
Zitat von sysopREUTERSSchon wieder Horrornachrichten aus Spanien: Die Wirtschaftsleistung des Landes ist im dritten Quartal des laufenden Jahres weiter geschrumpft. Die Sparziele der Regierung sind kaum mehr zu erfüllen. Die Rating-Agentur Moody's senkte die Bonität mehrerer spanischer Regionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-die-wirtschaft-rutscht-tiefer-in-die-rezession-a-862883.html
Frau Merkel, hallo Herr Schäuble! Bitte werden Sie tätig. LKW mit Geld beladen und los gen Süden. Denn wenn der Euro scheitert, scheitert ihr hoffentlich auf dem Schei.....
3. ^^
hundini 23.10.2012
Zitat von sysopREUTERSSchon wieder Horrornachrichten aus Spanien: Die Wirtschaftsleistung des Landes ist im dritten Quartal des laufenden Jahres weiter geschrumpft. Die Sparziele der Regierung sind kaum mehr zu erfüllen. Die Rating-Agentur Moody's senkte die Bonität mehrerer spanischer Regionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-die-wirtschaft-rutscht-tiefer-in-die-rezession-a-862883.html
Leute, durch Sparen kann man die im ZinsesZins-Teufelskreis steckenden Witschaftsregionen nie und nimmer retten. Da wird von den Zockern bis zum sicheren Kollaps noch kräftig verdient. Die Menschen werden permanent angelogen, dass deren Spareinlagen sicher sind... bis zum sicher kommenden Reset.
4. Etwas anderes erwartet ?
mottasvizzera 23.10.2012
Zitat von sysopREUTERSSchon wieder Horrornachrichten aus Spanien: Die Wirtschaftsleistung des Landes ist im dritten Quartal des laufenden Jahres weiter geschrumpft. Die Sparziele der Regierung sind kaum mehr zu erfüllen. Die Rating-Agentur Moody's senkte die Bonität mehrerer spanischer Regionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-die-wirtschaft-rutscht-tiefer-in-die-rezession-a-862883.html
Irgend wann ist entweder Ende der Fahnenstange oder alles nur aufgebauscht.
5. Bodensatz
j.vantast 23.10.2012
Zitat von sysopREUTERSSchon wieder Horrornachrichten aus Spanien: Die Wirtschaftsleistung des Landes ist im dritten Quartal des laufenden Jahres weiter geschrumpft. Die Sparziele der Regierung sind kaum mehr zu erfüllen. Die Rating-Agentur Moody's senkte die Bonität mehrerer spanischer Regionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-die-wirtschaft-rutscht-tiefer-in-die-rezession-a-862883.html
Permanent werten die Rating-Agenturen ab. Zuerst waren es Unternehmen, dann Länder, dann Staaten, jetzt Regionen. Wann geht man dazu über den kleinen Supermarkt an der Ecke abzuwerten? Und was, wenn alles abgewertet ist? Sind die Amerikaner dann zufrieden? Wann ist der Bodesatz erreicht? Denn sich selbst werten sie trotz miesester Aussichten natürlich nicht ab. Aber die Euro-Krise forcieren die Agenturen wirklich meisterhaft. Mittlerweile ist Europa offensichtlich eine amerikanische Kolonie, denn hier regieren Google, Moody´s, S&P, Facebook, Microsoft, Apple etc. Von daher wird es wirklich Zeit unser Gold lieber in Deutschland zu bunkern als in den USA. Und was passiert jetzt in Spanien? Die Regierenden warten jetzt auch wieder ab, bis es Spanien wie Griechenland ergeht? Da wird wieder alles schöngerechnet und schöngeredet, bis Spanien dann, was jeder erahnen konnte, auch am Boden liegt?
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