Bankenkrise in Spanien: Faule Kredite steigen auf Rekordniveau

Die Risiken in Spaniens Finanzsektor steigen. Die Banken saßen im Juni auf gut 176 Milliarden Euro faulen Krediten. Das ist ein neuer Rekordwert - dabei hatten die Geldhäuser erst kürzlich riskante Darlehen aus ihren Büchern ausgelagert.

Spanisches Kredithaus Bankia: Steigende Risiken für Kreditausfälle Zur Großansicht
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Spanisches Kredithaus Bankia: Steigende Risiken für Kreditausfälle

Madrid - Die faulen Kredite in den Bilanzen der spanischen Geldhäuser sind auf Rekordniveau gestiegen. Wie die Madrider Zentralbank am Montag mitteilte, erhöhte sich ihr Anteil am gesamten Kreditvolumen im Juni auf 11,6 Prozent, das waren 0,4 Prozent mehr im Vormonat. Dieser Wert ist in dem Euro-Krisenland der höchste seit Beginn der Erhebungen.

Spanische Banken hatten im November 2012 und im Januar 2013 faule Immobilienkredite an die staatliche Abwicklungsgesellschaft Sareb - eine sogenannte "Bad Bank" - abgetreten. Dort können die riskanten Darlehen für lange Zeit geparkt werden, was die Banken entlasten soll. Die Auslagerung führte vorübergehend zu einem leichten Rückgang der Kreditausfälle bei den Banken. Nun ist diese Wirkung fast komplett verpufft.

Nach Angaben der Zentralbank wiesen die spanischen Geldhäuser im Juni ein Kreditvolumen von 1,52 Billionen Euro auf. Davon galten Darlehen über 176 Milliarden Euro als faul. Zu dieser Kategorie zählt die Zentralbank alle Kredite, die drei Monate lang nicht bedient wurden.

Die Wirtschaftsweise Claudia Buch sieht in Bilanzen der Banken in Euro-Krisenländern generell "ein massives Problem". Dort gebe es viele und hohe notleidende Forderungen, sagte sie der "Leipziger Volkszeitung". Der Bankensektor sei nicht stabil genug, "um größere makroökonomische Risiken abzufedern".

Dadurch aber ist auch die Finanzierung der Banken nur schwer zu sichern. Die schlechte Struktur des Kreditportfolios führe dazu, dass es für diese Banken sehr schwierig sei, Fremdkapital aufzunehmen, sagte die Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

ssu/dpa

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insgesamt 37 Beiträge
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1. Es geht so weiter
spon-facebook-10000411999 19.08.2013
Solange die EU die Kredite dieser Länder absichert, wird es immer so weitergehen. Diese Länder sollte pleite gehen und raus aus dem Euro.
2. Gleich nach der BT-Wahl
deutscher_demokrat 19.08.2013
werden die Spanier bekommen, was sie schon immer wollten: Zur "Rettung" ihrer bankrotten Banken den ESM anzapfen. Alternativlos, versteht sich...
3. Echt 'faule' Kredite ?
rkinfo 19.08.2013
Wenn der Kredit durch Privatleute oder Firmen nicht bedient wird ist dies Abbild der aktuellen Binnenwirtschaft. Nur der Gegenwert wieder Immobilie ist noch da und per Inflation bei gleichzeitig nahe Null Prozent Kreditkosten der Banken mittelfristig wieder problemlos. In Spanien wäre ein Reset der ganzen Kredite durch EZB Gelder sinnvoll um die Inflationsschiene zu nutzen.
4. Die europäische Bankenunion kommt!
analysatorveritas 19.08.2013
Zitat von sysopDie Risiken in Spaniens Finanzsektor steigen. Die Banken saßen im Juni auf gut 176 Milliarden Euro faulen Krediten. Das ist ein neuer Rekordwert - dabei hatten die Geldhäuser erst kürzlich riskante Darlehen aus ihren Büchern ausgelagert. [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale
Die notleidenden spanischen Banken haben schon umfangreiche Hilfen aus dem EFSF erhalten, der ESM soll nunmehr zusätzliche Mittel bereitstellen. Die EZB hat über LTRO, ELA und den Ankauf von spanischen Staatsanleihen am Sekundärmarkt weitere Hilfen geleiset. Die Rücklagen der Pensionsfonds dienten schon als Lückenfüller im Defizitbereich. Der wirkliche und tatsächliche Abschreibungs- und Rekapitalisierungsbedarf kann bis heute nicht eingeschätzt werden, deshalb möchte man auch die europäische Bankenunion mit aller Macht vorantreiben. Griechenland, Zypern, Portugal, Slowenien, die irischen und spanischen Banken, die Liste der potentiellen Gefahrenherde ist lang, die französischen Banken nutzen den völlig intransparenten STEP-Markt, die EZB erwägt den Ankauf von ABS-Titeln, um die südlichen Eurobanken zu stützen. Der Weg in die vollkommene Transfer- und Vollhaftungshaftungsunion auf allen Gebieten und in allen Bereichen ist nach der Bundestagswahl so gut wie sicher.
5. Da hilft nur...
MeFFM 19.08.2013
...alternative für Deutschland wählen, damit die sinnlose Dauerverhaftung deutscher Steuerzahler endlich ein Ende hat!
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