Spanien Gericht revidiert Urteil - Banken sparen Milliarden

Wer in Spanien eine Hypothek aufnimmt, muss die Kosten für die Beurkundung bezahlen, entschied der spanische Oberste Gerichtshof am Dienstag. Die Banken sparen dadurch Milliarden, Verbraucherschützer schäumen.

Oberster Gerichtshof in Spanien
Javier Lizón/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Oberster Gerichtshof in Spanien


In einem Rechtsstreit um Darlehenskosten in Spanien hat der Oberste Gerichtshof zugunsten der Banken und gegen deren Kunden entschieden. Den Kreditinstituten bleiben damit Rückzahlungen von mehreren Milliarden Euro erspart. Nach dem Urteil des Tribunal Supremo vom Dienstag muss bei der Gewährung eines Hypothekendarlehens in Spanien weiterhin der Kunde und nicht das Geldhaus die Kosten für die Beurkundung des Vertrags nebst Hypothekensteuern übernehmen, wie Medien unter Berufung auf Justizsprecher in Madrid berichteten.

Mit dieser Entscheidung revidierte das Gericht ein eigenes Urteil, das erst vor gut zwei Wochen veröffentlicht worden war. Damals hatten die Richter entschieden, dass die Banken für die genannten Kosten aufkommen müssen.

Die Ratingagentur Moody's schätzte, dass die erste Entscheidung bei den zu erwartenden Rückforderungen eine Belastung von insgesamt mehr als vier Milliarden Euro hätte bedeuten können. Der Verband zum Schutz der Bankkunden (Asufin) sprach sogar von mehr als 30 Milliarden Euro.

Das Urteil zugunsten der Bankbranche wurde nach zweitägigen Beratungen mit 15 zu 13 Stimmen getroffen. Die Überprüfung des Urteils vom 18. Oktober hatte der Oberste Gerichtshof mit den "enormen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen" begründet. Das neue Urteil bezeichneten Verbraucherverbände und linke Parteien nun als "Skandal".

mik/dpa-AFX



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