Tourismus-Boom Spanien hat so wenig Arbeitslose wie seit Jahren nicht

Der Tourismus in Ägypten, Tunesien oder in der Türkei steckt in der Krise - Spanien profitiert.

  Strand in  Sanxenxo
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Strand in Sanxenxo


Der Arbeitsmarkt im früheren Krisenland Spanien erholt sich immer schneller. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern registrierten Erwerbslosen fiel im Juli im Vergleich zum Vormonat um knapp 84.000 auf rund 3,68 Millionen. Wie das Arbeitsministerium in Madrid mitteilte, ist das der absolut stärkste Rückgang in einem Monat Juli seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1997.

Die Wirtschaft wächst nach einer tiefen Rezession mittlerweile wieder kräftig. Beflügelt wird der Aufschwung durch die wiedererwachte Konsumfreude der Spanier und das boomende Geschäft mit den Urlaubern, die aus Furcht vor Anschlägen Reiseziele wie die Türkei, Ägypten und Tunesien meiden. Neben dem Tourismussektor hellte sich auch die Lage am Bau und in der Industrie auf.

Der geschäftsführende Ministerpräsident Mariano Rajoy lobte die neuen Zahlen und sprach von einem Rekord. Man müsse allerdings weiterarbeiten, um das Ziel von 20 Millionen Beschäftigten im Jahr 2020 zu erreichen, sagte der konservative Politiker in Madrid.

Nach Angaben des Ministeriums kletterte die Zahl der Beschäftigten im Juli um knapp 85.000 oder 0,48 Prozent auf 17,84 Millionen. Die Krise hatte in Spanien zwischen 2008 und Anfang 2013 nach amtlichen Angaben insgesamt 3,3 Millionen Arbeitsplätze vernichtet. Seitdem wuchs die Zahl der Beschäftigten wieder um 1,7 Millionen.

Die Statistik des Ministeriums berücksichtigt nur die registrierten Arbeitslosen. Sie nennt keine Arbeitslosenquote. Das spanische Statistikinstitut INE gibt parallel eigene Daten heraus, die nicht nur registrierte Menschen ohne Job umfassen. Demnach lag die Arbeitslosenquote im zweiten Quartal des Jahres bei 20 Prozent.

SPIEGEL TV über Mallorca

ssu/dpa/Reuters



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