Spanien: Korruptionsvorwürfe gegen Rajoy treiben Zinsen für Anleihen

Spanien muss Anlegern für seine Staatsanleihen deutlich höhere Renditen bieten. Grund für die Nervosität am Markt sind Korruptionsvorwürfe gegen Mariano Rajoy. Dem Ministerpräsidenten wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben.

Leerstehende Ladenzeilen in Madrid: Aufschläge auf Staatsanleihen steigen Zur Großansicht
AFP

Leerstehende Ladenzeilen in Madrid: Aufschläge auf Staatsanleihen steigen

Madrid/Frankfurt am Main - Spanien bezahlt die Korruptionsvorwürfe gegen Mitglieder der Regierung mit höheren Finanzierungskosten. Bei einer Auktion von Anleihen zogen die Zinsen am Donnerstag deutlich an, wie aus Zahlen der spanischen Schuldenagentur hervorgeht.

Immerhin spülte die Versteigerung etwas mehr Geld in die Staatskasse als geplant: 4,61 Milliarden Euro statt 4,5 Milliarden Euro. Um sich für zwei Jahre frische Mittel zu leihen, musste Madrid Anlegern Zinsen in Höhe von 2,8 Prozent bieten. Anfang Januar hatten noch 2,5 Prozent ausgereicht. Bei einem Papier stiegen mit fünfjähriger Laufzeit stiegen die Renditen von 3,8 auf 4,1 Prozent. Im ultralangen Laufzeitbereich bis 2029 legten die Renditen von 5,6 auf 5,8 Prozent zu.

Vor der Anleiheauktion stiegen auch die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen am sogenannten Sekundärmarkt. An diesem werden Anleihen weiterverkauft, die die Regierung bereits vorher an Anleger verkauft hatte. Zehnjährige Anleihen wurden mit Risikoprämien von 5,5 Prozent gehandelt und erreichten damit das höchste Niveau seit Anfang Dezember.

Die Risikoprämien sind noch weit von den Höchstständen des vergangenen Jahres entfernt. Im Sommer 2012 musste die Regierung für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren noch eine Rendite von bis zu 7,24 Prozent zahlen. Dennoch sind die steigenden Aufschläge ein frühes Warnsignal. Die Nervosität der Anleger steigt bereits wieder - und wird sich steigern, wenn die Gefahr einer Regierungskrise im Land nicht bald abgewendet wird.

Ministerpräsident Mariano Rajoy und zahlreiche seiner Parteifreunde sehen sich Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. In der vergangenen Woche veröffentlichte die Tageszeitung "El Pais" eine Liste, auf der zahlreiche Funktionäre der Regierungspartei Partido Popular (PP) als vermeintliche Empfänger von Schwarzgeldern auftauchen. Anleger fürchten schon Neuwahlen - und dass das Land dadurch vom Reformkurs abkommen könnte.

ssu/dpa-AFX

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1. Verzwickt
huelin 07.02.2013
Auch wenn ich kein Freund Rajoys bin: Angesichts der Arbeitslosenzahlen bin ich schon fast gezwungen, dass ich dem Ministerpräsidenten des Landes, in dem ich lebe, Glück und ein gutes Händchen in wirtschaftlichen Dingen wünsche. Er ist nun mal gewählt... Trotzdem muss man den Vorwürfen natürlich nachgehen. Es ist da noch vieles im Dunkeln, und wer weiß, ob überhaupt je alles ans Licht kommt. Sicher ist: in seiner Partei sind einige Leute in Korruption und Bestechung verwickelt – inwieweit Rajoy davon wusste oder sie gar gedeckt hat, ist noch unklar. Man kann sich nur wünschen, dass sich die Affäre jetzt nicht allzu lange hinzieht und bald ein Ende findet – so oder so. Denn wenn sich Spanien eines jetzt überhaupt nicht leisten kann, dann ist das eine Monate lange Regierungskrise.
2. Was ich europa nicht viel länger leisten kann, sind korrupte Regierungen
si tacuisses 07.02.2013
Zitat von huelinAuch wenn ich kein Freund Rajoys bin: Angesichts der Arbeitslosenzahlen bin ich schon fast gezwungen, dass ich dem Ministerpräsidenten des Landes, in dem ich lebe, Glück und ein gutes Händchen in wirtschaftlichen Dingen wünsche. Er ist nun mal gewählt... Trotzdem muss man den Vorwürfen natürlich nachgehen. Es ist da noch vieles im Dunkeln, und wer weiß, ob überhaupt je alles ans Licht kommt. Sicher ist: in seiner Partei sind einige Leute in Korruption und Bestechung verwickelt – inwieweit Rajoy davon wusste oder sie gar gedeckt hat, ist noch unklar. Man kann sich nur wünschen, dass sich die Affäre jetzt nicht allzu lange hinzieht und bald ein Ende findet – so oder so. Denn wenn sich Spanien eines jetzt überhaupt nicht leisten kann, dann ist das eine Monate lange Regierungskrise.
wie es sie in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Zypern gibt. Warten wir es doch einfach ab.
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