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19. Februar 2013, 13:25 Uhr

Reyal Urbis

Spanischer Immobilienbranche droht Megapleite

Die spanische Immobilienkrise verschärft sich dramatisch. Der Häuserentwickler Reyal Urbis muss Insolvenz anmelden, das Unternehmen ächzt unter milliardenschweren Schulden. Für eine Rettung bleiben nur wenige Tage.

Madrid - Die Krise auf dem spanischen Immobilienmarkt hat ein weiteres Unternehmen in den Abgrund gerissen: Der hochverschuldete Immobilienentwickler Reyal Urbis meldete am Dienstag Insolvenz an. Es könnte der zweitgrößte Pleitefall des Landes werden.

Das Schicksal der Firma liegt nun in den Händen eines Gerichts. Zuvor waren Gespräche mit den Gläubigern - darunter die Großbanken Santander, BBVA und Bankia - über eine Umschuldung gescheitert. Bankia steckt selbst in der Krise.

Reyal Urbis verwaltet Immobilien, darunter große Flächen von noch ungenutztem Bauland. Diese waren Mitte 2012 mit 4,2 Milliarden Euro bewertet worden. Ende September standen dem Schulden von 3,6 Milliarden Euro gegenüber. Üblicherweise gilt ein Verschuldungsgrad von mehr als 60 Prozent als Grund zur Sorge.

Reyal Urbis leidet unter denselben Problemen wie viele andere Firmen der Branche. Die spanischen Häuserpreise sind seit dem Boomjahr 2007 um 40 Prozent gesunken, und sie fallen weiter, denn Spanien steckt tief in der Rezession. Viele Familien können ihre Hypotheken nicht mehr bedienen, selbst der gewerbliche Mietmarkt mit Laden- und Büroflächen in den Großstädten bekommt langsam Probleme. Der Leerstand ist hoch.

Bedenkliche Lage auf dem Immobiliensektor

Es drohen weitere Pleiten und immer mehr faule Kredite im Immobiliensektor - was wiederum die Bilanzen der Banken belasten und die Finanz- und Schuldenkrise im Land noch verschärfen würde.

Spanien musste sich bereits 40 Milliarden Euro von den Euro-Partnern leihen, um angeschlagene Geldhäuser zu retten. Entlastung soll nun eine neu eingerichtete zentrale Bad Bank bringen, bei der Institute ihre Altlasten abladen können.

Die Konsequenz daraus ist allerdings, dass viele Banken die Geduld mit ihren Kreditnehmern verlieren und lieber den Stecker ziehen, als noch länger stillzuhalten. Reyal Urbis bekam dies nun zu spüren. Bereits am Freitag war in Finanzkreisen kolportiert worden, dass die Gläubiger den Umschuldungsvorschlag der Immobilienfirma ablehnen. Die Frist für eine Einigung läuft am Samstag ab.

Reyal Urbis hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, der Geschäftsbetrieb läuft nach spanischem Insolvenzrecht vorerst weiter. Doch Anleger haben das Unternehmen längst abgeschrieben: Die Reyal-Aktie ist seit 2007 quasi wertlos - sie kostet nur noch rund zehn Cent.

ssu/Reuters

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