Wirtschaftskrise Spanien lässt die Rezession hinter sich

Jeder Vierte ist arbeitslos, doch die spanische Wirtschaft atmet auf: Nach zweijähriger Rezession steigt die Wirtschaftsleistung des Landes seit Juli wieder - und auch die angeschlagene Großbank Santander macht wieder Gewinne.

Filiale der Großbank Santander: Spanien lässt die Rezession hinter sich
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Filiale der Großbank Santander: Spanien lässt die Rezession hinter sich


Madrid - Die Krise traf Spanien heftig, jetzt lässt das Land die Rezession hinter sich. Zum zweiten Mal in Folge ist das Bruttoinlandsprodukt in einem Quartal gestiegen - zuletzt von Oktober bis Dezember laut Statistikamt INE um 0,3 Prozent. Der Konjunkturrückgang ist damit laut Wirtschaftsminister Luis de Guindos abgehakt - "aber wir haben immer noch viel Arbeit vor uns."

Schon von Juli bis September war die spanische Wirtschaftsleistung nach mehr als zweijähriger Rezession um 0,1 Prozent gestiegen. Zuletzt hatten sich die Exporte erholt, auch eine starke Tourismussaison half der Konjunktur auf die Sprünge. Insgesamt schrumpfte Spaniens Volkswirtschaft, nach Deutschland, Frankreich und Italien die viertgrößte in der Eurozone, 2013 jedoch um 1,2 Prozent. Für dieses Jahr erwartet die Regierung laut Wirtschaftsminister Luis de Guindos ein Wirtschaftswachstum von fast einem Prozent.

Der Internationale Währungsfond (IWF) ist weniger optimistisch, er hält in diesem Jahr ein Wachstum von lediglich 0,6 Prozent für möglich. Einer nachhaltigen Erholung steht vor allem die massive Arbeitslosigkeit im Weg. Zwar fiel die Quote Ende 2013 zum ersten Mal seit sechs Jahren, bleibt aber mit 26 Prozent sehr hoch.

Großbank Santander profitiert von Staatsanleihen

Erholt hat sich auch die angeschlagene spanische Großbank Santander: Deren Überschuss verdoppelte sich nahezu auf 4,37 Milliarden Euro, wie die Bank mitteilte. Dabei profitierte sie davon, dass die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle um fast fünf Milliarden Euro niedriger ausfiel als noch 2012. Außerdem stützte das gute Geschäft mit spanischen Staatsanleihen die Bilanz. Wie viele Banken des Landes profitiert auch Santander davon, dass sie zu niedrigen Zinsen Geld von der Europäischen Zentralbank bekommt, das sie dann in höher verzinste Anleihen ihres Heimatlandes stecken kann.

Insgesamt sind die hohen Überschüsse der Großbank jedoch nur dank gesunkener Rückstellungen für faule Kredite möglich, auch im operativen Geschäft lief es zuletzt nicht gut.

2012 hatten hohe Rückstellungen die größte spanische Bank besonders belastet. Damals hatte die spanische Regierung die Banken wegen der Immobilienkrise im Land zu umfangreicher Sondervorsorge von allein gut drei Milliarden Euro gezwungen. Im vergangenen Jahr schlugen reguläre Rückstellungen für faule Krediten mit knapp elf Milliarden Euro zu Buche.

mxw/dpa/Reuters



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buerger2013 30.01.2014
1. Zugegeben,
Zitat von sysopAFPJeder Vierte ist arbeitslos, doch die spanische Wirtschaft atmet auf: Nach zweijähriger Rezession steigt die Wirtschaftsleistung des Landes seit Juli wieder - und auch die angeschlagene Großbank Santander macht wieder Gewinne. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-laesst-rezession-hinter-sich-wirtschaft-waechst-seit-juli-a-950207.html
es wäre schön für die Spanier, wenn es stimmt. Ich liebe dieses Land. In Italien, Griechenland und Portugal geht`s ja inzwischen auch bergauf. Allerdings auch dort nicht weniger Arbeitslose. Aber wann ist nochmal die Europawahl?
idealist100 30.01.2014
2. Wie jetzt?
Zitat von sysopAFPJeder Vierte ist arbeitslos, doch die spanische Wirtschaft atmet auf: Nach zweijähriger Rezession steigt die Wirtschaftsleistung des Landes seit Juli wieder - und auch die angeschlagene Großbank Santander macht wieder Gewinne. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-laesst-rezession-hinter-sich-wirtschaft-waechst-seit-juli-a-950207.html
Großbank Santander macht wieder Gewinne. Haben die schon ihre Staatsstützung, EU Gelder etc. zurück bezahlt! Habe garnichts davon gelesen.
osjorsk 30.01.2014
3. niemals
Zitat von sysopAFPJeder Vierte ist arbeitslos, doch die spanische Wirtschaft atmet auf: Nach zweijähriger Rezession steigt die Wirtschaftsleistung des Landes seit Juli wieder - und auch die angeschlagene Großbank Santander macht wieder Gewinne. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-laesst-rezession-hinter-sich-wirtschaft-waechst-seit-juli-a-950207.html
Wer soll das glauben? Da ticken doch noch jede Menge Zeitbomben in Spanien und bei mindestens 25% Arbeitslosen. Niemals können die sich erholen. Das ist reine Augenwischerei. Die müssten sich ja komplett neu erfinden: in der Vergangenheit war Bauboom, EU-Subventionen und grenzenloses Selbstbewusstsein ach ja und Begeisterung bei den Investoren aus Rest-EU etc. die treibende Kraft in der Wirtschaft. All das ist vorbei - na ja, außer dem Selbstbewusstsein vielleicht - und damit soll die Wirtschaft wieder erstarken. Wie denn?
Urbis 30.01.2014
4.
Tatsache ist: Irgendwann muss es wieder bergauf gehen. Nach 5 Jahren Krise wird man ja wirklich depressiv.
Progressor 30.01.2014
5. Humor
Spieglein, Spieglein an der Wand, sag, geht es aufwärts im Euroland? "Ja, wir sind auf einem guten Wege .... *höhö*". Mal im Ernst: Die Produktivität in Spanien sackt ab, unter solchen Bedingungen ist auch Wirtschaftswachstum möglich, macht aber dennoch Sorgen.
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