Palma de Mallorca - Die Balearen gelten als eine der reichsten Regionen Spaniens. Doch in der Schuldenkrise sind auch die Ferieninseln in Finanznot geraten. Mallorca, Ibiza und die übrigen Balearen haben deshalb die spanische Regierung um Hilfen gebeten. Wie die Regionalregierung am Freitag in Palma de Mallorca mitteilte, benötigt die hoch verschuldete Inselgruppe aus dem Hilfsfonds der spanischen Zentralregierung 355 Millionen Euro.
Die autonome Gemeinschaft der Balearen war nach Angaben der spanischen Zentralbank Ende Juni mit fast 4,7 Milliarden Euro verschuldet, was 17,5 Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung entsprach. Die Balearen wurden in der Regierungszeit von Jaume Matas durch eine Serie von Korruptionsskandalen erschüttert. Der Regierungschef amtierte von 2003 bis 2007. Er wurde im März 2012 wegen Veruntreuung zu sechs Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.
Mit der Inselgruppe hat bereits die siebte der insgesamt 17 Regionen des Landes in Madrid um Hilfe gebeten. Auch Katalonien, Andalusien, Valencia, Castilla-La Mancha, die Kanaren und Murcia sehen sich nicht mehr in der Lage, ihre Zahlungen selbst zu stemmen. Der Hilfsfonds für finanzschwache Regionen ist insgesamt mit 18 Milliarden Euro ausgestattet. Mit den bisher vorliegenden Hilfsgesuchen würden bereits mehr als 90 Prozent der Mittel aufgebraucht.
Gewerkschaften kündigen Generalstreik an
Auch die Zentralregierung in Madrid steht finanziell und politisch unter Druck. Sie hat wegen der desolaten Haushaltslage massiv Ausgaben gekürzt und Steuern erhöht. Aus Protest gegen den Sparkurs der konservativen Regierung riefen die beiden größten spanischen Gewerkschaften zu einem landesweiten Generalstreik auf. Am 14. November soll ebenso wie in Portugal die Arbeit ruhen. "Erstmals in der Geschichte wird es damit einen Generalstreik auf der gesamten iberischen Halbinsel geben", sagte der Sprecher der größten Gewerkschaft Spaniens.
Regierungschef Mariano Rajoy kritisierte den Plan. "Ein Generalstreik hilft nicht, die Probleme Spaniens zu lösen", sagte er. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt in einer schweren Rezession. Etwa jeder vierte Spanier ist ohne Job, bei den Jugendlichen sogar jeder zweite.
mmq/dpa/Reuters
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