Euro-Krise: Spaniens Regionen brauchen mehr Geld

Die Probleme der spanischen Regionen stürzen das ganze Land immer tiefer in Finanznöte. Nach Katalonien, Murcia und Valencia könnte nun auch Andalusien Hilfe bei der Zentralregierung in Madrid beantragen. Muss bald der europäische Rettungsfonds einspringen?

Straßenszene in Spanien: Die Wirtschaftskrise trifft die Bevölkerung hart Zur Großansicht
AFP

Straßenszene in Spanien: Die Wirtschaftskrise trifft die Bevölkerung hart

Madrid - Die Finanzlücken in den Haushalten der spanischen Regionen nehmen zu. Die Region Valencia kündigte am Donnerstag an, dass sie Hilfen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aus dem staatlichen Rettungsfonds benötige. Dies ist eine Milliarde mehr als die Regionalregierung bisher angegeben hatte. Auch die bevölkerungsreichste Region des Landes, Andalusien, schloss einen Hilfsantrag nicht aus.

Katalonien, die wirtschaftsstärkste Region des Landes, hat bereits beschlossen, fünf Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds zu beantragen. Regierungssprecher Francesc Homs sagte, seine Region benötige eine erste Tranche bereits im September, weil sonst die Gefahr bestehe, dass Barcelona seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könne.

Der von der spanischen Zentralregierung geschaffene Fonds soll insgesamt 18 Milliarden Euro umfassen. Es steht aber noch nicht fest, wann Gelder aus dem Fonds abgerufen werden können. Sechs Regionen bekräftigten zuletzt, keine Gelder aus dem Rettungsfonds zu benötigen. Dies waren Madrid, das Baskenland, Galicien, Navarra, La Rioja und Kastilien-León.

Die Finanznöte der Regionen brachte Spanien am Donnerstag auf den Anleihemärkten verstärkt unter Druck. Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen stiegen an. Viele Anleger spekulieren darauf, dass das Land bald einen Hilfsantrag beim europäischen Rettungsfonds stellen muss.

Bisher hat Spanien lediglich Finanzhilfen für seine angeschlagenen Banken beantragt. Die Euro-Partner haben bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Wegen der Finanzschwäche seiner Regionen gilt Spanien aber weiter als Wackelkandidat, um voll unter den europäischen Rettungsschirm zu schlüpfen.

stk/dpa-AFX

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1. Spanische Regionen...
glücklicher südtiroler 31.08.2012
Zitat von sysopDie Probleme der spanischen Regionen stürzen das ganze Land immer tiefer in Finanznöte. Nach Katalonien, Murcia und Valencia könnte nun auch Andalusien Hilfe bei der Zentralregierung Hilfe bei der Zentralregierung in Madrid beantragen. Muss bald der europäische Rettungsfonds einspringen?
Betrachtet man es etwas mit anderen Augen so könnte man sagen daß Spanien übertragen so etwas ist wie Europa im kleinen. Solange nur der Zentralstaat finanziell bedroht war so erhöhten sich die Zentrifugalkräfte und gerade einige Regionen wie bsw. die nationalistische Regierung Kataloniens träumte davon der Madrider Finanzmisere zu entfliehen. Für das Desaster ist man aber auch wesentlich selbst mitverantwortlich.. Eurokrise: Die spanische Misere - Europäische Union - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/eurokrise-die-spanische-misere-11832041.html) Katalonien wäre heute ohne Madrid zahlungsunfähig und braucht dringend eine Hilfstranche; die sich Madrid aber ebenfalls wohl in Europa wird besorgen müssen. Eine Möglichkeit wäre das Geld von den Hilfen für die Spanischen Banken 'abzuzweigen'. Im jeden Fall; die Misere hat die Separatisten in Barcelona zum Schweigen gebracht. Separatismus ist ohnehin nur eine fata morgana für die eigenen Anhänger... Ironischerweise ist es gerade der Lissabon Vertrag der im Art. 4 die Unversehrtheit der Mitgliedsstaaten festschreibt: "Sie achtet die grundlegenden Funktionen des Staates, insbesondere die Wahrung der territorialen Unversehrtheit, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und den Schutz der nationalen Sicherheit." Art. 4 EU - dejure.org (http://dejure.org/gesetze/EU/4.html) Separatisten sind sich gar nicht bewußt wie hoch die Hürden national&international in Europa für Sezession bzw. neuen Staat(Legitimierung durch die anderen Staaten) sind. Das ist meiner Ansicht auch gut so und einer der Lehren aus der Geschichte des 20. Jh. Und nun fehlt auch noch das Geld für die Träume und damit wird der Aufschlag auf den Boden ganz besonders hart... Und für Europa...? Die Schulden erzielen jenen Effekt der ebenfalls zur Vergemeinschaftung führt... Schian Gruaß...
2. Nachtrag...
glücklicher südtiroler 31.08.2012
Zitat von sysopDie Probleme der Regionen...
Ein erklärender Artikel der angesehenen NZZ... "Das Platzen der Immobilienblase hat nicht zuletzt auch die katalanischen Finanzinstitute schwer getroffen. Der Boom des letzten Jahrzehnts war von ihnen fleissig mitfinanziert worden. Zehn der insgesamt zwölf katalanischen «Cajas», die mit Beginn der Krise auf faulen Immobilienkrediten sitzenblieben, sind inzwischen eingegangen." Kniefall vor Madrid - NZZ.ch, 29.07.2012 (http://www.nzz.ch/aktuell/international/kniefall-vor-madrid-1.17414551) Sehr guter und Lesenswerter Artikel. Die Probleme liegen meiner Ansicht auch tief in der Staatsorganisation Spaniens und den Mangel an Kontrollen wie die Mittel eingesetzt werden. Zentrifugalkräfte verursachen Zusatzkosten weil Geld in Dinge fließen die mit einer funktionierenden Region nichts zu tun haben; aber dem Nimbus und den Visionen einer bestimmten politischen Klasse dienen... Schian Gruaß...
3. Katalonien braucht Geld, Geld und Geld
guteronkel 31.08.2012
Kein Problem, unsere Publicity-geilen Politiker werden das schon aus dem deutschen Volk rauspressen um in Spanien als Retter und Helfer schön dazustehen. Jetzt wird die Luft langslam eng in Deutschland. Gehen die Arbeitslosenzahlen doch nach oben und die Wirtschaft schwächelt gerade mal ein bischen, schon sitzt Deutschland in der Falle: Das hat man davon, wenn man unfähige Blender an Positionen wählt, die von diesen Pfuschern nicht erfüllt werden können. War das bei der NSDAP nicht auch so? Wurde die nicht auch in einer freien demokratischen Wahl durch eine Mehrheit der Bevölkerung gewählt? Das Vergessen hat hier ganz schlimm um sich gegriffen. Vielleicht auch das gruppendynamische Vergessen und mit dem Finger auf andere zeigen.
4. Mal ein ganz einfacher Vorschlag!
papayu 31.08.2012
Wie waers, wenn die Lebensmittelindustrie einfach ihre Produkte verschenkt?? Oder in Spanien den SEAT? Nur ne zeitlang, bis sich alles wieder eingespielt hat. Man kann von Herrn Schaeuble nicht mehr verlangen, dass er den totalen Ueberblick hat!! Ausserdem sind die versprochenen Geldzusagen noch nicht erfuellt. Ein gibt da ein Geruecht, dass die deutschen Autohersteller Demontagehallen erstellt haben sollen, wo die Neuwagen "verschrottet" werden um wieder in Neuwagen eingebaut zu werden. usw usw. Nettes Perpetuum mobile.
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Bevölkerung: 46,196 Mio.

Fläche: 505.988 km²

Hauptstadt: Madrid

Staatsoberhaupt:
König Felipe VI.

Regierungschef: Mariano Rajoy

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