Euro-Krise Moody's stuft Spanien und Zypern herab

Gerade wurden den spanischen Banken 100 Milliarden Euro für die Sanierung zur Verfügung gestellt - nach Ansicht von Moody's ist das schlecht für die Kreditwürdigkeit der Regierung in Madrid. Die Rating-Agentur senkte die Bonitätsnote Spaniens um drei Noten und stufte auch Zypern herunter.

Das Emblem der Rating-Agentur: Spanien und Zypern bekommen schlechtere Noten
REUTERS

Das Emblem der Rating-Agentur: Spanien und Zypern bekommen schlechtere Noten


Washington - Die Bonität Spaniens sei um drei Stufen von der Note A3 auf die Note Baa3 gesenkt worden, teilte Moody's mit. Die Herabsetzung erfolgte wenige Tage, nachdem Madrid die Zusicherung der Euro-Zone erhielt, Spaniens angeschlagene Banken mit bis zu 100 Milliarden Euro krisenfest zu machen. Dies werde Spaniens Schuldenlast weiter erhöhen, so Moody's zur Begründung.

Spanien ist finanziell in Bedrängnis, weil es seinen unter einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase leidenden Bankensektor vor dem Zusammenbruch bewahren muss. Dafür können der derzeitige Euro-Rettungsfonds EFSF und der künftige Dauerfonds ESM Hilfen vergeben, die an weniger strenge Auflagen als etwa die Hilfen für Griechenland geknüpft sind.

Auch die Kreditwürdigkeit Zyperns wurde gesenkt: Mit Verweis auf die engen Verbindungen zum krisengeplagten Griechenland stufte die Agentur die Bonität des zyprischen Staates von Ba1 auf Ba3 herab, wie sie mitteilte. Eine weitere Herabstufung werde geprüft.

Moody's erklärte zur Begründung, die gestiegene Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone mache Hilfen der Regierung an die bereits angeschlagenen zyprischen Banken wahrscheinlicher.

lei/dpa/AFP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 59 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hienstorfer 14.06.2012
1. Kauft Gold!
Es gibt tatsächlich noch Leute, die haben Lebensversicherungen, Riester Anlagen o.ä. festverzinsliche Kapitalanlagen. Das wird alles entwertet! Fragt Eure Grosseltern, die haben bestimmt noch einen 100.000.000.000 Mark Schein zu Hause 'rumliegen....
Tagoide 14.06.2012
2. optional
Große Politik ist gefragt $1 der Fiskalunion es wird eine Transaktionssteuer erhoben oder wir schließen uns einfach der Dollarzone an...
sbv-wml 14.06.2012
3. Was soll`s
Zitat von sysopREUTERSGerade wurden den spanischen Banken 100 Milliarden Euro für die Sanierung zur Verfügung gestellt - nach Ansicht von Moody's ist das schlecht für die Kreditwürdigkeit der Regierung in Madrid. Die Ratingagentur senkte die Bonitätsnote Spaniens um drei Stufen und stufte auch Zypern herunter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838756,00.html
Wenn die deutschen Politiker dem Fiskalpakt und dem ESM zugestimmt haben, wird auch Deutschland gnadenlos abgestuft. Fazit: deutsche Anleihen sind dann auf dem Kapitalmarkt auch nichts mehr wert und wir müssen höhere Zinsen bezahlen.
Ron777 14.06.2012
4.
Der geplante dauerhafte Rettungschirm wie auch Fiskalpakt, Eurobonds, Bankenunion usw. laufen immer auf das selbe Ziel hinaus: die dauerhafte und nicht mehr rückabwickelbare Totalbürgschaft für ganz Europa. Die Politik ist völlig benebelt von ihrer blutleeren Europa-Ideologie und sieht nicht, dass die Krisenländer ur durch eine Rückkehr zu naionalen Währungen eine wirtschaftlich efolgreiche Zukunftsperspektive haben. Spanien ist, wie man hier lesen kan, am Ende, Zypern ist pleite, Italien wird es in wenigen Monatn sein. Ende der Kandidatenliste? Nein! Wer spricht über die zerstrittenen Belgier, Österreichs probleme, Frankreichs wirtschaftlichen Niedergang. Wir Deutschenkönnen nicht 300 Mio Europäer retten - 15 Mio Ostdeutsche haben uns schon fast überfordert!
vielfeindvielehr 14.06.2012
5. ganz angsame Angleichung
Die Kreditwürdigkeit Spaniens hat aber noch lange nicht das Qualitätsniveau des dortigen jetzt feudalherrschenden Regimes erreicht. Es wird wahrscheinlich erst langsam in der EU durchsickern, an welches mafiöse System 100 Mrd. verbürgt werden. Gestern abend kam in div. span. Tageszeitungen (véase "20 Minutos"), dass u.a. Managern, Arbeitgebervertretern u.v.a.m. (alles aus der Partido Popular-Riege, also des Regimes) der grössten europäïschen Selbstbedienungsbank BANKIA "Kredite" im halben Millarden-Bereich vergeben (oder wie man das auch immer nennt) hat. Die Sicherheiten sind wahrscheinloich so hoch wie der Zinssatz, zu genau 0,0 Prozent. (Da kämen selbst einem deutschen Kurzzeit-BP Tränen in die Augen...) Nach dortigen Zeitungsangaben geht man auch nur von der Spitze eines Mega-Eisbergs aus und auch nur im Bereich "Kredite". Käme dort eine Schenkungssteuer zum Einsatz, wären Spaniens Finanzen für die nächsten Jahrhunderte saniert. Und falls man an Madrid EU-Geld transferieren sollte, bitte keine Umwege, am besten gleich zu den Konföderierten, dort wirds sowieso landen und ein grösserer Teilbetrag auch gleich nach Zuffenhausen. Und ebenfalls bitte nicht vergessen, beim anstehenden Mallorca-Urlaub keine Elefanten mitbringen, der Elefantentod lauert auf der Insel !
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.