Spanisches Wachstum erreicht Achtjahreshoch

Es war ein guter Frühling für die spanische Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs so stark wie zuletzt 2007. Dennoch sinken überraschend die Preise.

Autoproduktion in Valencia: Aufschwung nach tiefem Einbruch
Getty Images

Autoproduktion in Valencia: Aufschwung nach tiefem Einbruch


Spaniens Wirtschaft ist zwischen April und Juni so stark gewachsen wie seit Anfang 2007 nicht mehr. Im Vergleich zum Vorquartal betrug das Plus nach Angaben des Statistikamtes INE 1,0 Prozent, gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 3,1 Prozent. Schon im ersten Quartal hatte Spanien mit 0,9 Prozent das mit Abstand stärkste Wachstum der großen Euroländer hingelegt.

Die Erholung der spanischen Wirtschaft folgt einem tiefen Einbruch, harten Sparmaßnahmen und Arbeitsmarktreformen. Spanien profitiert derzeit auch von der extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Im November wählt das Land eine neues Parlament, dabei scheint ein Erfolg des neuen Linksbündnisses Podemos möglich.

Trotz des Wachstums fiel die spanische Inflation im Juli überraschend wieder in den negativen Bereich zurück. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sanken die für den europäischen Vergleich harmonisierten Verbraucherpreise (HVPI) laut einer vorläufigen Schätzung um 0,1 Prozent. Volkswirte hatten eine Teuerung von 0,1 Prozent erwartet - das wäre die erste positive Inflationsrate seit mehr als einem Jahr gewesen. Im Vormonat hatten die Verbraucherpreise noch stagniert, nachdem sie im Mai bereits um 0,3 Prozent gesunken waren.

Die Preisentwicklung entfernt sich damit wieder von der Zielmarke EZB. Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum eine Teuerung von knapp zwei Prozent an. Seit März kämpft die EZB auch mit einem breitangelegten Kaufprogramm von öffentlichen Anleihen gegen die ihrer Meinung nach zu niedrige Inflation im Währungsraum.

In der Eurozone insgesamt hellte sich das Geschäftsklima im Juli überraschend stark auf. Der Business Climate Indicator (BCI) stieg von 0,14 Punkten im Vormonat auf 0,39 Zähler, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Experten hatten mit einem Zuwachs auf 0,19 Punkte gerechnet.

dab/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.