Wirtschaft


Spanien: Ministerpräsident droht Regionen mit Finanzkontrolle

Es wäre ein heikler Eingriff in Spaniens Föderalismus: Die Zentralregierung von Madrid plant, die 17 autonomen Regionen des Landes zum Sparen zu zwingen. Sie sind für die Hälfte der Staatsausgaben verantwortlich.

Ministerpräsident Mariano Rajoy bedroht Spaniens FöderalismusZur Großansicht
REUTERS

Ministerpräsident Mariano Rajoy bedroht Spaniens Föderalismus

Madrid - Die Finanzhoheit der 17 Regionen Spaniens steht zur Diskussion. Die "Financial Times Deutschland" ("FTD") berichtet, dass die spanische Zentralregierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy umfassende Eingriffe vornehmen will, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Die Regionen sollen unter Haushaltskontrolle gestellt werden. "Wir neigen dazu dies zu tun, sobald wir sehen, dass die autonomen Regionen ihre Verpflichtungen nicht erfüllen", sagte ein Insider aus Regierungskreisen der "FTD".

Laut "FTD" werde Rajoy schon im Mai die Haushalte der Regionen unter Kontrolle bringen. Die Pläne sind deshalb so brisant, weil sie einen massiven Eingriff in die Autonomie der Regionen bedeuten - Spanien ist eines der am stärksten dezentralisierten Länder Europas. Die Hälfte der Staatsausgaben des hochverschuldeten Landes fällt auf die Regionen - hier soll kräftig gespart werden. Das Haushaltsdefizit Spaniens erreichte 2011 mit 90 Milliarden Euro 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, was deutlich über der EU-Vereinbarung von sechs Prozent lag.

Eine Intervention der Zentralregierung droht laut dem Pressebericht unter anderem der südspanischen Region Andalusien. Die dortige Linksregierung lehnt den Sparkurs des konservativen Minsterpräsidenten Mariano Rajoy ab. Er habe kein Recht, die Finanzhaushalte der Regionen auf Linie zu zwingen.

Zuletzt hatte sich die Lage am spanischen Anleihemarkt verschärft. Am Montag war die Rendite von zehnjährigen spanischen Staatsanleihen erstmals seit Mitte Dezember wieder über die Marke von sechs Prozent gestiegen. Am Mittwoch gaben die Risikoaufschläge wieder etwas nach und fielen unter die Marke von sechs Prozent.

cla/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
In erster Linie liegen doch die eigentlichen ökonomischen Risiken bei den spanischen Banken, die durch Kreditausfälle der Schuldner (Immobilienblase, ausufernde Arbeitslosigkeiten, Unternehmensinsolvenzen) angeschlagen sind. [...]
Zitat von sysopEs wäre ein heikler Eingriff in Spaniens Föderalismus: Die Zentralregierung von Madrid plant, die Provinzen des Landes zum Sparen zu zwingen. Die 17 autonomen Regionen sind für die Hälfte der Staatsausgaben verantwortlich. Spanien: Ministerpräsident droht Provinzen mit Finanzkontrolle - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,828012,00.html)
In erster Linie liegen doch die eigentlichen ökonomischen Risiken bei den spanischen Banken, die durch Kreditausfälle der Schuldner (Immobilienblase, ausufernde Arbeitslosigkeiten, Unternehmensinsolvenzen) angeschlagen sind. Gerade sie erhielten und erhalten von der EZB erhebliche liquide Hilfsmittel. Die spanische Volkswirtschaft müsste also ein erhebliches Wachstum generien, gleichzeitig sparen, investieren, zahlreiche und vielfältige stukturelle Umgestaltungen vornehmen, die Verschuldung begrenzen und reduzieren. Und dies alles gleichzeitig in kürzester Zeit. Die Quadratur des Kreises. Schuldenkrise: Spaniens Baustellen - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/schuldenkrise-spaniens-baustellen/6448306.html) Spanien: In Spanien geht die Angst um - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/spanien-in-spanien-geht-die-angst-um/6358770.html) Juan Ramón Rallo: "Für Spanien sieht's düster aus" - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/juan-ramn-rallo-wir-muessen-spanien-vor-der-insolvenz-retten/6452682.html) Internationaler Währungsfonds: Lagarde (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/internationaler-waehrungsfonds-lagarde-beunruhigt-ueber-lage-spanischer-banken-11720680.html)
spejismo 18.04.2012
Jetzt muss Rajoy den Müll der zwei Legislaturperioden Zapateros schleppen. Fürs Aufräumen und Müllwagen gibt es kein Geld mehr. Wo sind die Menge Steuergeldern der Rentner, Beamten, Freiberufler, Mittelhändler, und Mittelklasse [...]
Jetzt muss Rajoy den Müll der zwei Legislaturperioden Zapateros schleppen. Fürs Aufräumen und Müllwagen gibt es kein Geld mehr. Wo sind die Menge Steuergeldern der Rentner, Beamten, Freiberufler, Mittelhändler, und Mittelklasse allgemein, geblieben ??? Weil die, die eigentliche "Bluter" dieser Misere sind. Sie wurden regelrecht ausgeblutet. Die Regisseure und Hauptakteure der spanischen Tragödie sind völlig andere als in Griechenland. Auch die Vampire !
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  • Dienstag, 17.04.2012 – 11:36 Uhr
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