Preisrutsch: Spaniens Immobilienkrise verschärft sich

Es ist der stärkste Preisverfall, den es auf dem spanischen Immobilienmarkt je gegeben hat. Die Häuserpreise fielen im dritten Quartal um mehr als 15 Prozent. Die Staatsverschuldung stieg im gleichen Zeitraum deutlich an.

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Spaniens Ministerpräsident Rajoy: "Hilfe nicht erforderlich"

Madrid - Spaniens Immobilienmarkt rutscht noch tiefer in die Krise. Im dritten Quartal fielen die Häuserpreise im Jahresvergleich um 15,2 Prozent. Das teilte die nationale Statistikbehörde am Freitag in Madrid mit. Es ist der stärkste Rückgang, der jemals in Spanien verzeichnet wurde. Seit dem Platzen der Immobilienblase Anfang 2008 sind die Häuserpreise in Spanien um etwa 26 Prozent gefallen. Experten erwarten, dass sich der Preisverfall noch fortsetzen könnte.

Spanien kämpft mit der zweiten Rezession innerhalb von drei Jahren und leidet unter der höchsten Arbeitslosenquote aller Länder Europas. Besserung ist bislang nicht in Sicht: Die Regierung geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,5 Prozent sinken wird. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte hat im dritten Quartal einen neuen Rekordstand erreicht. Im Quartalsvergleich stieg die Gesamtverschuldung um 12,5 Milliarden auf 817,2 Milliarden Euro: Das geht aus Zahlen der spanischen Notenbank hervor. Bezogen auf die jährliche Wirtschaftsleistung Spaniens ergibt sich eine Schuldenquote von 77,4 Prozent.

Experten gehen davon aus, dass die Quote noch deutlich weiter steigen wird. So rechnet beispielsweise der Internationale Währungsfonds damit, dass die Verschuldung im Verhältnis zum BIP im kommenden Jahr auf mehr als 90 Prozent klettert. Erlaubt sind nach Euro-Stabilitätskriterien nicht mehr als 60 Prozent des BIP.

Trotz der schlechten Nachrichten beharrt Ministerpräsident Mariano Rajoy darauf, dass Spanien keine weiteren Hilfen der EU brauche. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine solche Hilfe nicht erforderlich, und deshalb haben wir sie auch nicht beantragt", sagte der konservative Regierungschef dem spanischen Radiosender Cadena SER.

Für die Zukunft schloss er ein mögliches Hilfsgesuch nicht aus. Der von der Europäischen Zentralbank (EZB) in Aussicht gestellte Ankauf von Staatsanleihen sei eine sehr positive Initiative gewesen, sagte Rajoy. "Aber wir werden diesen Mechanismus nur nutzen, wenn dies der Verteidigung der allgemeinen spanischen Interessen dient."

cte/dpa

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insgesamt 32 Beiträge
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1. Deja Vu?
ekel-alfred 14.12.2012
Zitat von sysop"Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine solche Hilfe nicht erforderlich, und deshalb haben wir sie auch nicht beantragt", sagte der konservative Regierungschef dem spanischen Radiosender Cadena SER.
Das hatten wir doch alles schon einmal? Da gab es mal einen griechischen Ministerpräsidenten, der auch behauptete, dass sein Land keine Hilfe benötigen würde. Mittlerweile hängt es nur noch am Tropf und kämpft ums Überleben.... Salamitaktik war gestern, ran an die Fleichtöpfe Senor Rajyo!
2.
klaglos 14.12.2012
Ich sehe es kommen: Nach den ganzen Sparorgien werden die Staaten noch höher verschuldet sein als vorher. Wie krank muß dieses System eigentlich sein, und die, die es immer weiter treiben und die, die dabei zusehen? *Hand gegen die Stirn klatsch*
3.
Gebr.Engels 14.12.2012
Ich glaube die "Euroretter" können der Entwicklung jetzt nur noch Atemlos hinterherhecheln. Es wäre besser wenn sie garnichts täten, sich Asche aufs Haupt streuen und mal die Wahrheit sagen würden nämlich: "Wir habens versaut, und wissen nicht mehr weiter" Statt dessen ständig dieses "wir sind auf einem guten Weg"- Gesülze, das glaubt ihnen doch niemand mehr !
4.
GuidoHülsmannFan 14.12.2012
Zitat von Gebr.EngelsEs wäre besser wenn sie garnichts täten, sich Asche aufs Haupt streuen und mal die Wahrheit sagen würden nämlich:
Ja, das wäre besser gewesen. Die spanische Immobilienblase ist seit vielen Jahren bekannt gewesen, die EZB hat weiter Geld verschenkt. Und der Witz ist- jetzt wird das Geld für die Verbindlichkeiten gedruckt und alle, aber wirklich alle zwangsweise mit hineingezogen. Alle Länder, alle Renten, die gesamte Realwirtschaft.
5. wir haben statt der Euro Krise eine Krise der Demokratie
hobbysechs00 14.12.2012
Die eurokrise ist nur das Symptom und nicht die Krankheit selbst. wer den Wähler gewinnen will scheut sich auch nicht vor ehrlichen populistischen angeboten. tatsächlich werden die monarchistischen Demokratien langfristig im Vorteil sein.sie haben ein solides GrundGerüst von beharren und verändern. Frau Merkel ist eine AusnahmePersönlichkeit denn sie ist nachhaltig in ihrem Weltbild.den meisten demokratischen. Politikern gehts doch darum ihr schaeflein
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