Madrid/Lissabon - Mit drastischen Einsparungen kämpfen Spanien und Portugal gegen die Schuldenkrise, die Regierung in Madrid hat gerade erst für 2013 Kürzungen von 39 Milliarden Euro bekanntgegeben. Gegen diese Politik gingen am Samstag zehntausende von Bürgern auf die Straße. Sowohl in Madrid als auch Lissabon kam es zu Massenprotesten.
In Madrid marschierten die Demonstranten bereits zum dritten Mal in dieser Woche zum Parlament, um ihrem Ärger über Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen Luft zumachen. Mit Parolen wie "Feuert sie, feuert sie" forderten sie den Rücktritt der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy.
Die Demonstranten in Lissabon folgten einem Aufruf des Gewerkschaftsbundes CGTP, um gegen "den Diebstahl an Löhnen und Renten" zu protestieren. CGTP-Chef Arménio Carlos kündigte an, am 3. Oktober werde über die Ausrufung eines Generalstreiks beraten. "Die Jungen haben keine Zukunft und das Land steht am Rande eines Abgrunds", sagte einer der Demonstranten, der pensionierte Bankangestellte Antonio Trinidade.
Am Sonntag ist auch in Frankreich eine Großdemonstration geplant. In Paris wollen Anhänger und Aktivisten von Linksparteien, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen gegen die Sparpolitik in zahlreichen europäischen Staaten protestieren.
Die Demonstration richtet sich auch gegen die geplante Ratifizierung des europäischen Fiskalpakts, mit dem sich das französische Parlament ab kommender Woche beschäftigt. Am Freitag hatte Frankreichs sozialistische Regierung ihren Haushalt für 2013 beschlossen, der Einsparungen und Steuererhöhungen im Umfang von fast 37 Milliarden Euro vorsieht.
dab/AFP/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Euro-Krise | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH