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Spanische Verhältnisse: Gewerkschaften fordern Siesta im Büro

Die Arbeitnehmerlobby hält in der Sommerpause Erfrischendes parat: Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich für die Einführung einer Siesta am Arbeitsplatz ein. Ein kurzer Mittagsschlaf sorge für neue Energie - und tatsächlich geht mancher Konzern bereits mit gutem Beispiel voran.

Nickerchen am Arbeitsplatz: Schneller und aufmerksamer nach der Pause Zur Großansicht
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Nickerchen am Arbeitsplatz: Schneller und aufmerksamer nach der Pause

Berlin - Hat der Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zu viel Sonne getankt? Wohl kaum. Denn dieser Vorschlag ist ernst gemeint: DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach ruft Unternehmen dazu auf, eine Siesta für Mitarbeiter einzuführen. "Ein kurzer Mittagsschlaf senkt zum Beispiel das Herzinfarktrisiko und sorgt für neue Energie", schreibt die Gewerkschafterin in einem Beitrag für die Wochenendausgabe der "Tageszeitung".

Der Vorschlag ist kein Hirngespinst der Arbeitnehmerlobby - er hat sogar Vorbilder in Deutschland: Unternehmen wie BASF Chart zeigen und Hornbach Chart zeigen würden jetzt schon Räume für Schlafpausen zur Verfügung stellen, schreibt Buntenbach.

Der Schlafforscher Jürgen Zulley von der Universität Regensburg sagte der Zeitung, eine Mittagsruhe überbrücke eine leistungsarme Zeit mit einem erhöhten Risiko für Fehler. "Wir reagieren anschließend schneller, sind aufmerksamer, unser Gedächtnis ist besser und wir sind auch noch besserer Laune." Bis zur Industrialisierung sei die Siesta auch in Deutschland die geeignete Gegenmaßnahme gewesen, um das biologische Mittagstief zu überwinden.

Die Siesta wird traditionell in Spanien nach dem Mittagessen gehalten. Allerdings findet sie dort - wie auch in anderen südeuropäischen Ländern - immer seltener statt.

Buntenbach forderte auch weitere Maßnahmen zur Entlastung der Arbeitnehmer: "Wir brauchen eine Debatte zur wachsenden Arbeitsintensität durch moderne Kommunikationsmittel." Die Beschäftigten müssten besser geschützt werden, zum Beispiel gegen die E-Mail-Flut oder Belastungen im Callcenter.

yes/AFP

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1. ....
Camarillo Brillo, 15.07.2011
Zitat von sysopDie Arbeitnehmerlobby hält in der Sommerpause Erfrischendes parat: Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich für die Einführung einer Siesta am Arbeitsplatz ein. Ein kurzer Mittagsschlaf sorge für neue Energie - und tatsächlich*geht mancher*Konzern*bereits*mit gutem Beispiel voran. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,774681,00.html
Ja, irgendwie ... Sommer ... Sommerloch ... sorry, bin total müde und geschafft, lege mich jetzt mal ein bißchen hin ... :-) ... !!
2. .
karsten112 15.07.2011
Zitat von sysopDie Arbeitnehmerlobby hält in der Sommerpause Erfrischendes parat: Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich für die Einführung einer Siesta am Arbeitsplatz ein. Ein kurzer Mittagsschlaf sorge für neue Energie - und tatsächlich*geht mancher*Konzern*bereits*mit gutem Beispiel voran. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,774681,00.html
Und wie immer wird der der Deutsche das ganze müde belächeln. Soll er ruhig, denn er muss ja schaffen , schaffen , schaffen... Ich lege mich jeden Mittag 45 Minuten hin, das ist das beste am ganzen Tag. Vom Kantinenesssen bin ich weg, ein kleiner Joghurt und dann ab auf die Liege... Und nach einiger Zeit war ich auch nicht mehr der Einzige...
3. Hatte ich erst fuer
hans a. plast 15.07.2011
Zitat von sysopDie Arbeitnehmerlobby hält in der Sommerpause Erfrischendes parat: Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich für die Einführung einer Siesta am Arbeitsplatz ein. Ein kurzer Mittagsschlaf sorge für neue Energie - und tatsächlich*geht mancher*Konzern*bereits*mit gutem Beispiel voran. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,774681,00.html
--------------- einen Witz gehalten, aber warum auch nicht vom Sueden lernen. Weiter so! Ein Ruhe-Schlafraum in der DGB-Zentrale, Bundeskanzleramt, DB-Zentrale und im Deutschen Bundestag. Aber bitte dann auch konsequent: im naechsten IG Metall- Tarifvertrag dann eine "siesta-Klausel"; Notfalls bei der UGT oder bei Pepe, Montse, Antonio und anderen nach- fragen, die kennen sich aus damit, aehh die faulen Sued- laender! MfG
4. Könnte eine gute Idee sein,aber
Bezahler 15.07.2011
Zitat von sysopDie Arbeitnehmerlobby hält in der Sommerpause Erfrischendes parat: Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich für die Einführung einer Siesta am Arbeitsplatz ein. Ein kurzer Mittagsschlaf sorge für neue Energie - und tatsächlich*geht mancher*Konzern*bereits*mit gutem Beispiel voran. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,774681,00.html
bis da der Gesetzgeber drüber ist bleibt da doch nur ein monströses Regelwerk mit allen nur erdenklichen GaGavorschriften. Ausserdem,von welcher Zeit soll die Ruhezeit den abgehen. Von der Arbeitzeit? Gesetzlich verordnetes Pennen bei vollem Lohnausgleich,oder was? Oder nicht doch eher von der Arbeitszeit,was bedeuten würde,das die Leute entsprechend später Zuhause sind. Und wenn die Leute einfach nicht pennen können weil Sie die Zeit lieber sinnvoll nutzen? Kommt dann ein staatlich examiniertes Sandmänchen/frauchen welches mit öffentlich überwachtem Betreuungsvertrag mittags durchgeht und Firma und Mitarbeiter abmahnt. Wer den Sekundenschlaf beherrscht hat heute schon vielfach die Möglichkeit diesen durchzuführen. Ansonsten gilt: WEenn Gott ein Volk strafen will raubt Er den Herren den Verstand!
5. ich hätte nix gegen ein Schläfchen
nebenjobber 15.07.2011
habe das beim Bund immer gemacht. selbst 20min können schon einiges bewirken.... in jedem Falle hätte ich seltener Tataturabdrücke im gesicht
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Der Deutsche Gewerkschaftsbund
Die Dachorganisation
Der 1949 gegründete Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist Dachverband von heute acht Einzelgewerkschaften mit rund 6,2 Millionen Mitgliedern. Vorsitzender ist Reiner Hoffmann.

Der DGB versteht sich als politisches Sprachrohr der Mitgliedsverbände. Das Sagen haben die Großgewerkschaften IG Metall und Ver.di, auf die zusammen gut 70 Prozent der DGB-Mitglieder entfallen. Weitere Gewerkschaften sind die IG Bau, IG Chemie, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft,Polizeigewerkschaft, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und Transnet.


Obwohl sich die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder seit 1991 fast halbiert hat, ist ihre Zahl um ein Vielfaches größer als bei den politischen Parteien.
Der Bundeskongress
Der DGB-Bundeskongress findet alle vier Jahre statt. Er ist das höchste Beschlussorgan und legt die Richtlinien der Gewerkschaftspolitik fest.


Die Delegierten werden von den DGB-Gewerkschaften gemäß ihrer Stärke entsandt: IG Metall und Ver.di stellen demnach die meisten Delegierten, die Polizeigewerkschaft die wenigsten. dpa

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Mächtige Standesvertreter: Diese Berufsgewerkschaften setzen Arbeitgebern zu
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Mindestlöhne in der EU
Land Mindestlohn in Euro pro Stunde zuletzt geändert
Luxemburg 11,1 01.10.2013
Frankreich 9,43 01.01.2013
Belgien 9,10 01.12.2012
Niederlande 9,07 01.07.2013
Irland 8,65 01.07.2011
Großbritannien 7,78 01.10.2013
Slowenien 4,53 01.01.2013
Malta 4,06 01.01.2013
Spanien 3,91 01.01.2013
Griechenland 3,35 01.03.2012
Portugal 2,92 01.01.2011
Kroatien 2,29 01.06.2013
Polen 2,21 01.01.2013
Tschechien 2,01 01.08.2013
Ungarn 1,97 01.01.2013
Slowakei 1,94 01.01.2013
Estland 1,90 01.01.2013
Litauen 1,76 01.01.2013
Lettland 1,71 01.01.2011
Rumänien 1,06 01.07.2013
Bulgarien 0,95 01.01.2012
Quelle: WSI (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut)
Stand Oktober 2013

Bahngewerkschaften
Welche Gewerkschaften spielen eine Rolle in der Bahnbranche?
Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gibt es in der deutschen Bahnbranche zwei rivalisierende Gewerkschaften. Bis Ende 2010 waren es sogar drei - bis Transnet und die Verkehrsgewerkschaft GDBA zur EVG fusionierten.
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist mit 240.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Beschäftigten in der Bahnbranche. Sie ist Ende 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA hervorgegangen, die zuvor schon kooperiert hatten. Die EVG gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an. Ihre Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Deutschen Bahn sowie von privaten Bahn- und Busgesellschaften.
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL)
Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat 34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben rund 75 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und ein Drittel der Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Beamtenbund an.
Rente mit 67
Als Antwort auf den wachsenden Anteil älterer Menschen in Deutschland hat die große Koalition die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters von derzeit 65 auf 67 Jahre beschlossen. Das im April 2007 verabschiedete Gesetz sieht vor, dass die Rente mit 67 von 2012 an schrittweise eingeführt wird. Die Regelung soll helfen, die Belastung für die Beitragszahler - also Beschäftigte und Arbeitgeber - langfristig zu mildern.

Betroffen ist als erster der Geburtsjahrgang 1947. Alle, die damals auf die Welt kamen, müssen einen Monat über den 65. Geburtstag hinaus arbeiten, um die volle Rente zu bekommen. Bis 2023 verschiebt sich das Renteneintrittsalter jeweils um einen weiteren Monat nach hinten.

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