Steuerschätzung: Schäuble rechnet mit fünf Milliarden Euro mehr

Die Steuereinnahmen sprudeln - und zwar üppiger als von der Regierung erwartet. Nach SPIEGEL-Informationen rechnet das Finanzministerium in diesem und im kommenden Jahr jeweils mit rund fünf Milliarden Euro mehr für die Staatskasse.

Hamburg - Bund, Länder und Gemeinden werden in diesem und im kommenden Jahr jeweils rund fünf Milliarden Euro mehr an Steuern einnehmen als noch im November vergangenen Jahres vorausgesagt. Zu dieser Prognose kommt nach SPIEGEL-Informationen das Bundesfinanzministerium. Das Ressort von Minister Wolfgang Schäuble hat sich auf einen entsprechenden Vorschlag für die Steuerschätzung festgelegt, die diese Woche stattfindet.

Neben dem Bund werden dann auch der Sachverständigenrat, die Bundesbank sowie Wirtschaftsforschungsinstitute eigene Prognosen über die Höhe der Einnahmen abgeben, die dann zu einer gemeinsamen Schätzung kombiniert werden. Die Experten von CDU-Finanzminister Schäuble erwarten für 2012 Gesamtsteuereinnahmen in Höhe von 597 Milliarden Euro. Im nächsten Jahr wird der Geldfluss nach ihren Berechnungen sogar auf 618 Milliarden Euro steigen, hauptsächlich wegen der guten Konjunktur und höheren Lohnabschlüssen. Die Steuerschätzung findet jedes Jahr im Frühling und im Herbst statt.

Die steigenden Einnahmen könnten die Regierung unter Druck bringen. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland ein Haushaltsdefizit von einem Prozent der Wirtschaftsleistung. In Sachen Neuverschuldung steht die Bundesrepublik damit in der Euro-Zone gut da. Doch der deutschen Wirtschaft reichen die Sparanstrengungen der Regierung nicht. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, verlangte von der Bundesregierung bereits einen schärferen Sparkurs. Er forderte mit Blick auf die europäische Schuldenkrise eine Politik ohne Neuverschuldung.

Laut Haushaltsplan von Finanzminister Schäuble will der Bund im laufenden Jahr 34,8 Milliarden Euro zusätzliche Schulden machen - ein Teil davon geht auf Zahlungen an den europäischen Rettungsschirm ESM zurück. Bis 2016 soll die Nettokreditaufnahme dann schrittweise auf 1,1 Milliarden Euro sinken.

Diese Meldung kommt aus dem neuen SPIEGEL. Hier können Sie das Heft ab Sonntag um acht Uhr kaufen.

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insgesamt 23 Beiträge
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1.
_ab 05.05.2012
Ganze 5 Milliarden??ß? Boaah, das macht jetzt aber den Kohl richtig fett, beim nächsten Rettungschirm für die Griechen in Höhe von einigen Hundert Milliarden! Wofür die sich nicht einmal bedanken & dann doch rotzfrech erklären, das nicht zurückzahlen zu wollen.
2.
liebergast 05.05.2012
Zitat von sysopDie Steuereinnahmen sprudeln - und zwar üppiger als von der Regierung erwartet. Nach SPIEGEL-Informationen rechnet das Finanzministerium in diesem und im kommenden Jahr jeweils mit rund fünf Milliarden Euro mehr für die Staatskasse. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,831522,00.html
Klar, unser gemeinnütziger Staat muß ja Gewinne einfahren. Auch wenn eine arbeitende Mutter in Deutschland nicht mal ihr Kind ernähren kann. Hauptsache der Herr Wulff hat Büro, Sekretärin etc.. in Betrieb genommen. Von den 20 Milliarden Gewinn der Krankenkasse hat sich der Staat auch gut bedient aber die Zwangsversicherten haben bis jetzt noch keinen Pfennig oder auch maroden Cent gesehen Dafür ist der Herr Schäuble ein Paradebeispiel. Bei allen kriminellen Aktionen des Staates hat er sofort eine winkeladvokatische Parole und einen guten Draht nach Karlsruhe das dann signalisiert, der Staat darf es so weiter machen und muss in zwei oder mehr Jahren einen neuen Entwurf haben um etwas zu legalisieren. Wenn der Staat dann zu viel eingenommen hat, wird es innerhalb der EU mal kurzerhand verschoben. Die deutsche Armut wird immens gefördert. Villeicht sollte mal der Herr Bahr den Herrn Schäuble ins Knie bohren, weil Politiker ja sonst keinen körperlichen Verschleiß wie jemand der richtig arbeitet haben um wenigstens mal eine geringe Erfahrung wie es dem Volk geht zu berücksichtigen. In Deutschland sollten mal nach 30 Jahren Sparkurs und Hiobsbotschaftehn das Volk richtig und nicht winkeladvokatisch entlastet werden. Aber diesen Job haben unsere Poltiker vergessen.
3. Nicht viel
alaunemad 05.05.2012
Okay, 5 Milliarden sind in diesem Zusammenhang nicht viel. Trotzdem sollten diese Mehreinnahmen KOMPLETT zur Verringerung der Neuverschuldung bzw. zum Abbau der Staatsschulden verwendet werden, und nicht für Hoteliers, Militär oder Bankensanierung. Alles andere würde das letzte Vertrauen in diese Regierung verspielen.
4. Steuereinnahmen
ritotschka 05.05.2012
Toll, die Banken können durchatmen und einige (nicht alle) Unternehmer auch. Können sie doch auf weitere Aufstockerbeträge hoffen und ihren Lohn niedrig halten. Wiviel Euro werden eingesetzt um Kita-Plätze einzurichten und die erforderlichen Erzieherinnen auszubilden? Erinnern Sie sich, dass ein Mensch in den ersten 7 Jahren pro Zeiteinheit soviel Wissen anhäuft wie nie mehr in seinem Leben? In dieser Zeit sollte die "wichtigste Investition" unserer Gesellschaft von den besten Kräften begleitet werden.
5.
ritotschka 05.05.2012
Sparen ist gut und richtig, aber Maß halten. Sehen Sie nach Griechenland, man kann ein Land auch totsparen. Wenn Kinder nicht mehr ärztlich versorgt werden können, dann stimmt etwas nicht im System. Und Kinder sind nun einmal die wichtigste "Investition" in unsere Zukunft. Sparen an Diäten und Boni - ok. - aber nicht an Kindern.
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