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SPIEGEL-TV-Aktion: Wie Ackermann an das Iren-Schwein kam

Von Thomas Heise

Josef Ackermann, der "Banker des Jahres", lacht sich kaputt. In der Hand hält er ein rosa Sparschwein, beklebt mit einer Irland-Fahne. Das symbolträchtige Foto ziert derzeit viele Wirtschaftsblätter - tatsächlich ist das SPIEGEL TV Magazin schuld daran.

Irland hat es nicht leicht in diesen Tagen. Zig Milliarden Euro braucht das EU-Land. Kurzfristig. Sonst ist es pleite und fällt womöglich einem Hedgefonds in die Hände. Oder, noch schlimmer, wird von England übernommen. Das will natürlich auch Botschafter Daniel Mulhall verhindern. Er steht fest zu seiner Heimat, wie es sich für einen stolzen Iren gehört: "Wir müssen die momentanen Probleme lösen", verrät er am Rande eines Bankenkongresses nicht ganz überraschend.

SPIEGEL TV will da nicht abseits stehen und tritt an, den Iren zu helfen. Mit einem Sparschwein bewaffnet ziehen wir los, um da zu sammeln, wo man Geld hat: bei deutschen Banken. Wie praktisch, dass die Crème de la Crème der deutschen Bankenelite in Frankfurt am Main beim Branchentreff "Euro Finance Week" versammelt ist. Die Tageskarte für den Kongress kostet 800 Euro. Inklusive Mehrwertsteuer.

So richtig zünden will die Idee mit dem Sparschwein und unserem Solidaritätsappell jedoch nicht. "Wir haben kein Mitleid mit Irland", blafft uns eine Dame im kleinen Roten an. Bundesbankchef Axel Weber würdigt uns keines Blickes, immerhin erntet das Schwein ein müdes Lächeln. Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer versteht das Problem nicht, und Hilmar Kopper - das ist der mit der HSH und dem Problembanker Nonnenmacher - will auch nichts geben. Kein Soli für Irland. Doch dann stoßen wir auf einen Vertreter der DZ-Bank. Es entspinnt sich folgender Dialog:

Banker: "Das macht doch Europa! Ich geh davon aus, dass das reicht."
Reporter: "Oh, die DZ-Bank gibt sich knauserig."

Das will der Banker wiederum nicht auf sich sitzen lassen und spendet zehn Euro. Bravo! Gelebte Solidarität, wenn auch auf ganz niedrigem Niveau. Josef Ackermann, "Banker des Jahres" und Vertreter der Deutschen Bank, hatte für Irland hingegen nur 50 Cent übrig. Was wohl auch der Grund dafür ist, dass die Deutsche Bank so hohe Gewinne einfährt. Und höhere Gewinne verheißen höhere Boni.

Das Resultat der Sammelaktion ist an diesem Sonntagabend bei SPIEGEL TV Magazin zu sehen - ab 22.10 Uhr bei RTL.

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insgesamt 62 Beiträge
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1. ...
Lightbringer 21.11.2010
Das Wort des Jahres sollte "Bankster" werden!
2.
rumpel84 21.11.2010
Banker: "Das macht doch Europa! Ich geh davon aus, dass das reicht." Der Satz lässt tief blicken und erinnert an "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen"
3. Die gute Laune
dekantil 21.11.2010
der Banker ist verständlich und der Genossenschaftsvertreter hat es ja auch gesagt: Europa sorgt dafür, dass die Ackermänner ihren jeweiligen Teil der 140 Milliarden Euro, die deutsche Banken an irische Banken verliehen haben, zurück erhalten. Mindestens die Hälfte davon war garantiert schon abgeschrieben und entsprechend euphorisch sehen sie nun, wie ihre Bilanzen vergoldet werden.
4. Sie
moritzdog, 21.11.2010
sind doch nur neidisch, weil es Ihnen offensichtlich an den Qualitäten mangelt, einen Haufen Kohle zu machen. Früher sagte man dazu "der Neid der Besitzlosen". Mit Talent u. Anstrengung kann jeder in diesem Land ein ökonomisch vernünftiges Leben führen. Müssen ja nicht gleich Millionen sein. Außerdem ist es abscheulich Menschen den Tod zu wünschen, die in der Lage sind die gegebenen Chancen wahrzunehmen. Sagen Sie das Ihrem "großen Künstler".
5. ...
grindin 21.11.2010
Was für ein ausgemachtes Gewäsch! Hier kann man ganz prima, den gebrainwashten, kapitalverwöhnten und gesellschaftlich degenerierten Mittelschichtler erkennen, dem das Wort Solidarität ein Fremdwort sein durfte. Ganz klar die Definition für CDU/FDP- Wähler. Ich kann und will nicht nachvollziehen, wie man einem Herrn Ackermann (oder noch schlimmer dem Nonnenmacher) den Hintern küsst, nachdem er süffisant grinsend hirnfreie Kommentare in die Kameras schwafelt. Danke für dein Mitleid, aber mir geht es gut, ich kann mich nicht beschweren, und ich führe ein "ökonomisch vernünftiges" Leben.
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SPIEGEL TV Magazin
an diesem Sonntag, 22.10 bis 22.55 Uhr, RTL

Weitere Themen der Sendung:
Royals in Love: Der Prinz und das Mädchen vom Lande
Schläge statt Liebe: Heiraten unter Zwang



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