Spitzel-Skandal Nonnenmacher bietet Aufklärung an

Nach den öffentlichen Distanzierungen der Großaktionäre steht HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher mit dem Rücken zur Wand. Doch freiwillig will er seinen Posten nicht räumen. Er forderte die Beteiligten auf, den Zustand der "Daueraufregung" zu beenden.

HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher: "Informationen liegen transparent aufgearbeitet vor."
dapd

HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher: "Informationen liegen transparent aufgearbeitet vor."


Hamburg - Die Großaktionäre gehen in aller Öffentlichkeit auf Distanz - doch HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher will nicht kampflos aufgeben. Der umstrittene Bankchef bekräftigte am Samstag seine Bereitschaft, den Anteilseignern, Hintergrund und Umfang von Sicherheitsmaßnahmen der Bank "angemessen" zu erläutern. "Alle Informationen liegen transparent aufgearbeitet vor." Der Zustand der "Daueraufregung" bei Politik und Öffentlichkeit müsse beendet werden, sagte der HSH-Chef. Sonst drohe die Sanierung der Landesbank in Gefahr zu geraten. "Das wäre bitter für die Länder - und es würde die Wirtschaft in der Region gefährden", sagte Nonnenmacher.

Die krisengeschüttelte HSH hatte im zweiten Quartal das erste Mal seit langem wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das staatlich gestützte Institut ist der größte Schiffsfinanzierer und damit wichtig für Norddeutschland. Nonnenmacher soll am Montag vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Kiel aussagen. Auch im Hamburg versucht ein Untersuchungsausschuss Licht in das HSH-Debakel zu bringen. Hamburg und Schleswig-Holstein hatten das durch Fehlspekulationen in Schieflage geratene Institut mit drei Milliarden Euro vor dem Aus gerettet und halten seither 85,5 Prozent an der Landesbank.

Vertrauen "erheblich strapaziert"

Die beiden Länder hatten vergangene Woche angekündigt, mit HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper über die Zukunft des umstrittenen Bankchefs sprechen zu wollen. Das Vertrauen in Nonnenmacher sei "erheblich strapaziert", hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) gesagt. Ähnlich äußerte sich Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU). Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" wollen die Eigner Nonnenmacher konkretes Fehlverhalten nachweisen, um ihn ohne Abfindung entlassen zu können.

Die beiden Landesregierungen wollen Nonnenmacher zunächst die Möglichkeit geben, offene Fragen zu klären. Sie wollen von ihm erfahren, wer Aufträge an die Detektei Prevent unterzeichnet hat. Die Bank hatte eingeräumt, dass die Sicherheitsfirma eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Politikern besucht hat. Die Eigner wollen wissen, ob auch Politiker der beiden Landesregierungen ausgespäht wurden.

Die HSH argumentiert damit, die Detektei damit beauftragt zu haben, ihr ein Bild über die "Gefährdungslage" der Bank zu verschaffen, nachdem Mitarbeiter anonyme Droh-Mails erhalten hätten. Nonnenmacher wies Kenntnis oder gar die Billigung von unredlichen Vorgängen in diesem Zusammenhang mit Aktivitäten von Prevent erneut vehement zurück.

mik/Reuters



insgesamt 15 Beiträge
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chris345 31.10.2010
1. Ach so
---Zitat--- Das staatlich gestützte Institut ist der größte Schiffsfinanzierer und damit wichtig für Norddeutschland. ---Zitatende--- Der Author dieses Artikels beantwortet leider nicht die Frage, wieso das finanzieren von Schiffsbeteiligungen in Singapur wichtig für Norddeitschland ist.
NormanR, 31.10.2010
2. Jedes Wort überflüssig
Zum Herrn Nonnenmacher ist jedes Wort überflüssig. Er ist ein Synonym für die Krankheit unserer Zeit: Geld, Arroganz, Korruption und Unfähigkeit.
czarpeter 31.10.2010
3. Natuerlich
Natuerlich, man schaltet nicht die Polizei ein und erstattet Anzeige, wo kommen wir da hin. Nein da wird eine ein Privatunternehmen auf Steuerzahlerkosten engagiert. Natuerlich vom Kassierer oder wie? In einer Landesbank kann ja auch jeder machen, was er will. Der gute Prof. Nonnenmacher konnte natuerlich nichts davon wissen, oder? Warum nicht gleich Blackwater? Die schaffen dann Fakten. Ich glaube der Nonnenmacher leidet unter Groessenwahn. Seine Forschung war jedenfalls nicht Nobelpreiswuerdig.
coodo 31.10.2010
4. frechheit
frechheit siegt (offensichtlich). was hat dieser mensch noch zu fordern - von einer angemessenen zelle mal abgesehen?
genugistgenug 31.10.2010
5. Nonnenmacher bietet Aufklärung an
Zitat von sysopNach den öffentlichen Distanzierungen der Großaktionäre steht HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher mit dem Rücken zur Wand. Doch freiwillig will er sienen Posten nicht räumen. Er forderte die Beteiligten auf, den Zustand der "Daueraufregung" zu beenden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,726309,00.html
Nonnenmacher bietet Aufklärung an Nach den öffentlichen Distanzierungen der Großaktionäre steht HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher mit dem Rücken zur Wand. Doch freiwillig will er seinen Posten nicht räumen. Er forderte die Beteiligten auf, den Zustand der "Daueraufregung" zu beenden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,726309,00.html Nach dem Handbuch 'Der kleine Manager' bedeutet die Aufforderung an die Aufklärer alles zu vergessen, lange vorbei, usw. oder hier 'Daueraufregung zu beenden' schlicht dass die beschuldigte Person nur noch mit einem Beim vor dem Abgrund steht, das andere schwebt bereits in der Luft und das ALLE ehemaligen Kollegen, Günstlinge, usw. hinter ihm stehen und schieben - weil sie hoffen mit diesem Opfer einen Schuldigen präsentieren zu können und ungeschoren davon zu kommen. Natürlich muss er fallen BEVOR er tatsächlich Aufklärung betreibt und andere Namen, Verbindungen nennt. Kurz gesagt: der jeweilige Manager hat erkannt 'ich habe verloren'. -------------------------------------------------- SPON sysop: Probleme mit der Zeitumstellung? ;-) Der richtige Titel siehe oben.
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