Glücksspiel Länder wollen mehr Sportwettenanbieter zulassen

Die Regierungschefs der Länder wollen den Glücksspielstaatsvertrag ändern: Die Begrenzung auf 20 private Anbieter soll fallen.

Erwin Sellering
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Die Bundesländer wollen die bisherige Konzessionsbeschränkung für Sportwettenanbieter aufheben. Die Begrenzung der Konzessionen auf 20 habe sich nicht bewährt, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Erwin Sellering (SPD) zum Abschluss der Ministerpräsidentenkonferenz in Rostock. Die Bewerber hätten sich mit Klagen gegenseitig blockiert. Zudem sei es vermehrt zu illegalem Spiel gekommen.

Die Regierungschefs seien deshalb übereingekommen, die strikte Begrenzung aufzuheben. Dafür soll der Glücksspielstaatsvertrag geändert werden. Konzessionen sollen in Zukunft an qualitative Mindeststandards geknüpft werden. Damit solle auch der gesetzliche Schutz vor Spielsucht gewährleistet werden.

Als Problem bezeichnete Sellering die zunehmende Zahl sogenannter Internet-Casinos. Die zuständigen Aufsichtsbehörden wurden gebeten, bessere Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten gegenüber illegalen Online-Glücksspielangeboten zu entwickeln. Zudem wurde vorgeschlagen, für Onlinespiel ein monatliches Verlustlimit von 1000 Euro pro Spieler festzusetzen.

Der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) begrüßte die Pläne. "Wir erwarten, dass diese Einigung zur notwendigen Beruhigung des Sportwettenmarktes und Klarheit über legale Anbieter im Bereich der Sportwetten beiträgt. Das ist dringend notwendig", erklärte Michael Heinrich, Geschäftsführer von Lotto Hamburg.

asa/dpa



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kimmberlie.67 29.10.2016
1. Länder wollen mehr Sportwetten-Anbieter zulassen
Ja das liebe Geld lockt wohl die Landesfürsten! Da sind die teilweise schlimmen Folgen egal.
gustavsche 29.10.2016
2.
Zitat von kimmberlie.67Ja das liebe Geld lockt wohl die Landesfürsten! Da sind die teilweise schlimmen Folgen egal.
1. Das Angebot an Sportwetten steigert nicht die Anzahl an Wettsüchtigen. 2. Problematischer ist es vielmehr, dass der Staat selber Glücksspiel betreibt (Lotto), als wenn er Lizenzen vergibt. Solange Wetten und Glücksspiel in privater Hand sind, kann der Staat seiner Kontrollfunktion nachkommen. Wenn er aber selber daran verdient, dann gibt es einen Interessenskonflikt. Das beste Indiz ist doch, dass Kasinos (z. B. in Baden-Baden) bekannte Spielsüchtige abweisen. Die Lotto-Annahmestellen und die Klassenlotterien haben noch nie einen Spielsüchtigen abgewiesen.
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