Plus von 7,8 Prozent Staat nimmt deutlich mehr Steuern ein

Deutliches Plus bei den Steuereinnahmen: Bürger und Unternehmen haben im September knapp 55 Milliarden Euro an den Fiskus gezahlt, 7,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bund und Länder können auf mehr Geld hoffen als bislang erwartet.

Finanzminister Schäuble: Steuereinnahmen bislang 3,2 Prozent über dem Vorjahr
AP

Finanzminister Schäuble: Steuereinnahmen bislang 3,2 Prozent über dem Vorjahr


Berlin - Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind nach einem kurzen Dämpfer wieder kräftig gestiegen. Der Fiskus sammelte nach Angaben des Bundesfinanzministeriums im September 54,7 Milliarden Euro ein und damit 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach neun Monaten hat der Staat bereits 416,4 Milliarden Euro eingenommen - 3,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum 2012.

Setzt sich diese positive Entwicklung fort, dürfte der Staat die Jahresprognose von 2,5 Prozent übertreffen. Laut "Handelsblatt" erwarten Steuerschätzer bereits, dass die Prognose Anfang November um einige Milliarden Euro nach oben korrigiert wird. Im August hatten die Steuereinnahmen noch unter einer Reihe von Sondereffekten gelitten, darunter höhere Abführungen an die EU. Es war das erste Minus seit Mai 2012.

Plus bei Lohn- und Körperschaftsteuer

Dem Ministerium zufolge ging der Zuwachs im September vor allem auf die gestiegenen Einnahmen aus der Lohnsteuer (plus 6,1 Prozent), der veranlagten Einkommensteuer (plus 9,2 Prozent) und der Körperschaftsteuer (plus 93,6 Prozent) zurück. Dass sich die Einkünfte aus der Körperschaftsteuer nahezu verdoppelten, geht nach Angaben der Beamten auf einen statistischen Effekt zurück, weil die Vergleichsbasis September 2012 extrem niedrig war.

Die Steuereinnahmen gelten als wichtiges Indiz für die Konjunktur, können aber von Monat zu Monat stark schwanken. Das Finanzministerium erwartet, dass die deutsche Wirtschaft weiter wächst. Die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen deutscher Produzenten wachse, heißt es im neuen Monatsbericht. Entsprechend verbessere sich auch die Stimmung in der Industrie.

Auch der private Konsum dürfte zunehmen, angesichts der steigenden Beschäftigung und damit einhergehender Einkommensverbesserungen. Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen. Ökonomen rechnen für das Sommerquartal mit einem Plus von 0,3 Prozent.

cte/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 111 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
eigene_meinung 21.10.2013
1. Klar
Da muss man natürlich die Steuern erhöhen, und die Mehrheit der Bevölkerung ist ja angeblich dafür. Die Mehreinnahmen kann man dann für weitere wahnsinnige Bauprojekte und für Politikereinkommen ausgeben.
ulithumm 21.10.2013
2. wie schön
dann können die notwendigen Steuererhöhungen ja etwas geringer ausfallen! Steuern zuzügl. Steuerplus abzügl. Inflationsrate abzügl. tatsächliche Ausgaben abzügl. Investitionsstau abzügl. Sozialkomponenten ergeben zwangsläufig Steuererhöhungsbedarf. Die Rechnung in absoluten Zahlen wäre nicht uninteressant.
-fezi- 21.10.2013
3. Oh je -
Zitat von sysopAPDeutliches Plus bei den Steuereinnahmen: Bürger und Unternehmen haben im September knapp 55 Milliarden Euro an den Fiskus gezahlt, 7,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bund und Länder können auf mehr Geld hoffen als bislang erwartet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/staat-nimmt-deutlich-mehr-steuern-ein-a-928943.html
d. h. man wird uns in politischen Talkshows vorerst weiter mit den auswendig gelernten Sätzen von den Rekordeinnahmen ("... das muss man ja auch mal sagen..." - ja Herr Altmaier, Herr Söder, wir wissen es doch) maltretieren wird. Dabei bin ich allerdings immer etwas verwundert, dass man bei dem vielen Geld ("... wir werden zweitausendfünfzehn einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen..." - ja, das warten wir mal ab, wurde ja die letzten zwanzig jahre verschiedentlich versprochen und nie gehalten) dennoch so provokant in den Raum fragt, wofür man das denn alles brauche und wie man in dieser Situation denn auf den aberwitzige Idee kommen können, Steuererhöhungen zu fordern. Die Antwort verrät ein kurzer Blick auf Deutschlands Schuldenuhr - zwei Billionen Euro. Noch Fragen?
Ben Major 21.10.2013
4. Das bedeutet.....
Zitat von sysopAPDeutliches Plus bei den Steuereinnahmen: Bürger und Unternehmen haben im September knapp 55 Milliarden Euro an den Fiskus gezahlt, 7,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bund und Länder können auf mehr Geld hoffen als bislang erwartet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/staat-nimmt-deutlich-mehr-steuern-ein-a-928943.html
Das kann doch nur eins bedeuten, die Bürger und Unternehmen haben mehr Kohle als sie allgemein so zugeben. Da geht noch was, Mehrwertsteuer rauf, Lohnsteuer und Einkommensteuer und Sekt und Tabaksteuer und .... Die Bürokraten, Eurokraten und der Club Med wollen schließlich alle von uns leben.
tekaitora33 21.10.2013
5. Zeit die Steuern zu senken!
Mit diesen Einnahmen kann man doch auch in Bildung etc investieren. Der Einnahmetopf ist brutal groß, die Bürger und Unternehmen werden so richtig geschröpft. Auch mit einem mehr an Bildung sollte man die Steuern reduzieren können.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.