Hohe Beschäftigung: Steuereinnahmen auf Rekordniveau

Die hohe Beschäftigung im vergangenen Jahr war auch für den Staat ein Grund zur Freude. Bund und Länder haben vor allem dank gestiegener Lohnsteuereinnahmen so viel eingenommen wie nie zuvor. Im Dezember musste der Bund allerdings ein Minus hinnehmen.

Stahlarbeiter in Salzgitter: Stark gestiegene Lohnsteuereinnahmen Zur Großansicht
dapd

Stahlarbeiter in Salzgitter: Stark gestiegene Lohnsteuereinnahmen

Berlin - Bund und Länder haben im vergangenen Jahr so viele Steuern eingenommen wie nie zuvor. Insgesamt verbuchte der Fiskus knapp 552 Milliarden Euro in den Kassen, wie aus Daten hervorgeht, die das Bundesfinanzministerium am Donnerstag veröffentlichte.

Zu dem Rekordergebnis haben vor allem die dank der hohen Beschäftigung stark gestiegenen Lohnsteuereinnahmen beigetragen. Sie allein legten um 6,7 Prozent auf knapp 150 Milliarden Euro zu. Die Umsatzsteuereinnahmen kletterten dank der guten Binnenkonjunktur auf fast 195 Milliarden Euro (plus 2,4 Prozent). Reine Gemeindesteuern sind in der Aufstellung noch nicht enthalten.

Der Bund allein verbuchte 2012 mit 256 Milliarden Euro 3,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Länder strichen 236 Milliarden Euro ein, was einem Plus von 5,4 Prozent entspricht.

Im Gegensatz zu den Ländern musste der Bund im Dezember allerdings ein Minus hinnehmen. Er verbuchte einen Rückgang um 1,3 Prozent, während die Steuereinnahmen der Länder gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent zulegten. Der Dezember ist traditionell der einnahmestärkste Monat.

Finanzministerium rechnet mit Frühjahrsbelebung

Die starken Steuereinnahmen waren maßgeblich verantwortlich für den positiven Jahresabschluss in den deutschen Staatskassen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen hatten im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Euro mehr eingenommen, als sie ausgaben. Damit lag der gesamtstaatliche Haushalt gemessen an der deutschen Wirtschaftsleistung des vergangenen Jahres 0,1 Prozent im Plus.

Nach dem Konjunktureinbruch am Jahresende rechnet das Finanzministerium mit einer Frühjahrsbelebung. Die Konjunktur werde im zweiten Quartal "deutlich an Schwung gewinnen". Im vierten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt mit 0,5 Prozent so stark geschrumpft wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Für das erste Quartal erwarten Ökonomen ein Miniwachstum von 0,2 Prozent. Belastend wirken dürfte aus Sicht der Beamten zunächst noch die schwache Weltkonjunktur. "Das weltwirtschaftliche Umfeld dürfte insgesamt kurzfristig noch dämpfend auf die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland - und hier insbesondere auf die Exporttätigkeit der Unternehmen - wirken", schrieb das Ministerium. "Erst im Verlaufe dieses Jahres wird die globale Wirtschaftsaktivität wieder allmählich anziehen."

yes/Reuters/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Wunschdenken
dapmr75 31.01.2013
Zitat: "Die Konjunktur werde im zweiten Quartal "deutlich an Schwung gewinnen". Träumen, hoffen und wünschen; die Zutaten für langfristigen Erfolg Deutschlands, der EU und dem Rest der Welt. Irgendwann holt uns doch die triste Realität immer weiter steigender Schulden ein, Wette?
2.
Social_Distortion 31.01.2013
Zitat von sysopDie hohe Beschäftigung im vergangenen Jahr war auch für den Staat ein Grund zur Freude. Bund und Länder haben vor allem dank gestiegener Lohnsteuereinnahmen so viel eingenommen wie nie zuvor. Im Dezember musste der Bund allerdings ein Minus hinnehmen. Staat verbucht Rekordeinahmen mit Steuern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/staat-verbucht-rekordeinahmen-mit-steuern-a-880660.html)
Wer findet den Fehler ? Sollte es nicht heißen: "Die EU hat einen Grund zur Freude. In Deutschland wurden aufgrund gestiegener Abgaben und Lohnsteuereinnahmen Mehreinnahmen verbucht." ?
3. Steuern sind Diebstahl
FreieWelt 31.01.2013
In dieser Höhenordnung und bei dem miserablen Umgang mit Steuergeld, kann man hier nur noch von Diebstahl sprechen. Der Staat hatte noch nie ein Einnahmenproblem, sondern schon immer ein Ausgabenproblem.
4. Staatstragende Parteien werden nie satt.
leidenfeuer 31.01.2013
Zitat von sysopDie hohe Beschäftigung im vergangenen Jahr war auch für den Staat ein Grund zur Freude. Bund und Länder haben vor allem dank gestiegener Lohnsteuereinnahmen so viel eingenommen wie nie zuvor. Im Dezember musste der Bund allerdings ein Minus hinnehmen. Staat verbucht Rekordeinahmen mit Steuern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/staat-verbucht-rekordeinahmen-mit-steuern-a-880660.html)
Bei diesen überdimensionalen Steuereinnahmen müssten die Steuernin Deutschland eigentlich gesenkt werden. Aber die auf hohe Staatsausgaben programmiertren Parteien haben inzwischen die Medien derart im Griff, dass allein schon eine Forderung nachSteuersenkungen sofort als teuflische Bosheit vom Tisch gefegt wird. Da gibt es sogar Parteien, die am liebsten noch viel höhereSteuern wollen, um ihre mehr oder weniger eigennützigen Werke noch zu steigern. Parteienhörige Medien unterstützen das auchnoch.
5. Die Steuerlüge
bj83 31.01.2013
Und jetzt müsste es wieder heißen, dass die Reichen mehr Steuern bezahlen sollen. Denn nur dann können wir den Armen in Deutschland helfen. Ich habe noch nie gehört, dass nach solchen Meldungen auf einmal die Probleme gelöst sind. Mehr Geld in den Rentenkassen, bei den Krankenkassen oder im Staatshaushalt. Trotzdem Rentenbeiträge die durch die Inflation aufgefressen werden, oder die Unsicherheit der heutigen Arbeitnehmer was auf sie zu kommt. Steigende Krankenkassenbeiträge, bei weniger Leistung. PKW-Maut und City-Maut. Aber wenn der Staat doch endlich eine Vermögenssteuer hat, ja dann wird das Geld endlich reichen...
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