Reichster Franzose: Arnaults Chancen auf belgischen Pass schwinden

Die belgischen Behörden machen den Plänen von Frankreichs reichstem Mann einen Strich durch die Rechnung. Die Staatsanwaltschaft sprach sich gegen die Einbürgerung von Bernard Arnault aus. Kritiker werfen dem Chef des Luxuskonglomerats LVMH vor, er wolle sich im Nachbarland vor Steuern drücken.

Steuern in Frankreich: Reiche halten nach neuen Pässen Ausschau Fotos
Getty Images

Brüssel - Die Chancen des Franzosen Bernard Arnault auf einen belgischen Pass schwinden. Die belgische Staatsanwaltschaft sprach sich gegen die Einbürgerung von Frankreichs reichstem Mann aus. Der Chef des Luxusgüterunternehmens LVMH habe nicht nachweisen können, dass sein Lebensmittelpunkt wie erforderlich in den vergangenen drei Jahren in Belgien gelegen habe, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag.

In Belgien trifft ein Parlamentsausschuss die Entscheidung über die Vergabe der Staatsbürgerschaft an Ausländer. Er stützt sich dabei auf Empfehlungen der Staatsanwaltschaft, des Geheimdienstes und der Einwanderungsbehörde. Auch letztere hatte sich Presseberichten zufolge im vergangenen Monat schon ablehnend zu Arnaults Antrag geäußert.

Dessen Bemühen um die belgische Staatsbürgerschaft hatte in Frankreich für Unmut gesorgt. Kritiker werfen Arnault vor, er wolle ebenso wie der Schauspieler Gérard Depardieu mit einem neuen Pass die Reichensteuer umgehen. Arnault hat dies bestritten. Als Chef von LVMH Chart zeigen herrscht er über Luxusmarken wie Louis Vuitton und Christian Dior.

Einwohner Belgiens zahlen unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft keine Vermögenssteuer. In Frankreich gilt sie für Vermögen über 1,3 Millionen Euro. Auch die Gewinne aus Aktienverkäufen sind in Belgien steuerfrei.

Der französische Schauspiel-Star Depardieu hat sein Land wegen zu hoher Steuern verlassen und kürzlich einen russischen Pass in Empfang genommen. Auch Alain Afflelou, Chef einer Optikerkette, will Frankreich den Rücken kehren und nach London ziehen. Ebenso wie Arnault betont Afflelou aber, er wolle weiterhin in Frankreich Steuern zahlen.

Präsident François Hollande wollte dort den Spitzensteuersatz auf 75 Prozent hochschrauben. Das französische Verfassungsgericht hat die neue Reichensteuer vorerst gestoppt, doch die Regierung arbeitet an einer Neufassung.

mmq/Reuters

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insgesamt 44 Beiträge
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1.
Bertie Wooster 11.01.2013
race to the bottom - was die Abgaben angeht und auch moralisch
2.
shokaku 11.01.2013
Zitat von sysopDie belgischen Behörden machen den Plänen von Frankreichs reichstem Mann einen Strich durch die Rechnung. Die Staatsanwaltschaft sprach sich gegen die Einbürgerung von Bernard Arnault aus.
Ob Putin das auch so sieht?
3. War doch wohl ganz gut beraten,
Observer 11.01.2013
unser russischer Obelix.
4. Sinnlos
prophet46 11.01.2013
Zitat von sysopDie belgischen Behörden machen den Plänen von Frankreichs reichstem Mann einen Strich durch die Rechnung. Die Staatsanwaltschaft sprach sich gegen die Einbürgerung von Bernard Arnault aus. Kritiker werfen dem Chef des Luxuskonglomerats LVMH vor, er wolle sich im Nachbarland vor Steuern drücken. Staatsanwaltschaft in Belgien spricht sich gegen Pass für Arnault aus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/staatsanwaltschaft-in-belgien-spricht-sich-gegen-pass-fuer-arnault-aus-a-877121.html)
Reicht Hollandes Arm wirklich soweit? Das wird den Mann nicht aufhalten. Das wäre vermutlich das erste Mal, dass ein Land einen potentiellen Steuerzahler ablehnt.
5. Warum
allereber 11.01.2013
Wenn das Wolfsburger Jugendamt die Papiere von meinem Belgischen Vater nicht verstecken würde,hätte ich schon einen Belgischen Pass.
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