"Leopard 2" Deutsche Justiz überprüft Panzerdeal mit Griechenland

Ein griechischer Spitzenbeamter soll im Zusammenhang mit Panzerlieferungen aus Deutschland Schmiergeld erhalten haben. Nach Informationen des SPIEGEL hat die Münchner Staatsanwaltschaft nun ein Prüfverfahren eingeleitet. Der "Leopard 2"-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann weist den Vorwurf zurück.

"Leopard 2"-Panzer auf Testgelände: Umstrittene Lieferung nach Griechenland
DPA

"Leopard 2"-Panzer auf Testgelände: Umstrittene Lieferung nach Griechenland


Hamburg - Die Münchner Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit möglichen Schmiergeldzahlungen beim Verkauf von 170 "Leopard 2"-Panzern an Griechenland Anfang der 2000er Jahre ein Prüfverfahren eingeleitet. Hintergrund ist nach SPIEGEL-Informationen ein Geständnis des früheren für die Rüstungsbeschaffung zuständigen Spitzenbeamten im griechischen Verteidigungsministerium, Antonios Kantas. Der hatte kurz vor Weihnachten in einer Aussage vor Athener Staatsanwälten behauptet, er habe im Zusammenhang mit dem Geschäft im Dezember 2001 rund 600.000 Euro von dem griechischen Industriellen Thomas Liakounakos erhalten. Liakounakos arbeitet seit den achtziger Jahren eng mit dem "Leopard"-Hersteller Krauss-Maffei (heute KMW) zusammen. (Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

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Im Zusammenhang mit dem 1,7-Milliarden-Euro-Geschäft über die "Leopard 2"-Panzer sollten Liakounakos und seine Axon-Firmengruppe für die Münchner Waffenschmiede Gegengeschäfte, sogenannte Offset-Leistungen, in Milliardenhöhe organisieren. Dafür, so KMW, habe Axon eine "angemessene Vergütung erhalten". Von den 600.000 Euro, die Liakounakos dem Spitzenbeamten Kantas überlassen haben soll, habe man "keinerlei Kenntnis". Man verpflichte seine Partner ausdrücklich, "sich strikt rechtmäßig zu verhalten".

Die Münchner Fahnder waren KMW schon vor Jahren bei deren Griechenland-Geschäft auf der Spur. Am 8. November 2004 hatte der damalige Oberstaatsanwalt August Stern unter der Geschäftsnummer 562 AR 67291/04 ein Rechtshilfeersuchen nach Athen geschickt. Unter anderem mit der Frage, ob man "Erkenntnisse über etwaige Zahlungen durch die Firma Krauss-Maffei Wegmann" habe. Athen hatte damals die Rechtshilfe verweigert.

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