Staatsausgaben Schuldenuhr tickt 2017 langsamer

Mit der Schuldenuhr erfand der Steuerzahlerbund ein plakatives Instrument, um die Verschwendungssucht von Regierungen darzustellen. 2017 dürfte die Wirkung etwas nachlassen: Dann tickt sie nämlich deutlich langsamer.

Schuldenuhr am neuen Standort des Bundes der Steuerzahler Deutschland in Berlin
DPA / Bund der Steuerzahler

Schuldenuhr am neuen Standort des Bundes der Steuerzahler Deutschland in Berlin


Die bekannte Schuldenuhr des Steuerzahlerbundes wird 2017 so langsam ticken wie noch nie: Pro Sekunde wird der Schuldenstand nur noch um 68 Euro steigen. 2016 war es mit 129 Euro pro Sekunden noch fast doppelt so viel. Da Bund und Kommunen ohne Nettokreditaufnahme auskommen wollen, hielten allein die Länder die Schuldenuhr in Gang, erklärte der Bund der Steuerzahler am Mittwoch in Berlin.

Der bundesweit größte Schuldentreiber wird den Angaben zufolge erneut Nordrhein-Westfalen sein. Auch Bremen, das Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz benötigen zusätzliche Kapitalmarktkredite. Dagegen wollen Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Thüringen ohne Nettokreditaufnahme auskommen. Berlin, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Bayern planen sogar, Kreditmarktschulden netto zu tilgen. Tilgungsmeister ist Bayern.

Verbandspräsident Reiner Holznagel appellierte an die Politik, die Altschulden abzubauen. "Mit mehr als 2000 Milliarden Euro verharrt der gesamte Schuldenstand Deutschlands immer noch auf einem viel zu hohen Niveau", betonte er.

Das Markenzeichen des Steuerzahlerbundes - die digitale Schuldenuhr - tickt ab Anfang 2017 auch im historischen Museum in Berlin. Das alte Modell, eine Maßanfertigung für einen Rundbogen am früheren Verbandssitz, wird durch ein neues ersetzt, das nun an der neuen Dependance in Berlin angebracht ist. Die Originalversion hängt weiterhin am ursprünglichen Standort in Wiesbaden und läuft synchron mit der Schuldenuhr in Berlin.

mik/dpa



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