Staatsdefizit Griechenland macht weniger Schulden als geplant

Die griechische Regierung hält Wort - und macht weniger Schulden als mit der EU vereinbart. Die rigide Sparpolitik hat allerdings auch eine Schattenseite: Das krisengeplagte Land erwartet 2011 das dritte Rezessionsjahr in Folge.

Athen: Weniger Neuverschuldung - aber auf lange Sicht in der Rezession
REUTERS

Athen: Weniger Neuverschuldung - aber auf lange Sicht in der Rezession


Athen - Es ist ein schmerzhafter Weg aus der Krise - aber Griechenland erfüllt seine Versprechen: Das Land wird die Vorgaben von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) zum Staatsdefizit in diesem und im kommenden Jahr voraussichtlich einhalten. Die Neuverschuldung werde 2010 auf 7,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sinken, teilte die Regierung in Athen mit.

Die Euro-Staaten und der IWF hatten Griechenland im Gegenzug für Milliardenhilfen vorgeschrieben, sein Defizit dieses Jahr auf höchstens 8,1 Prozent zu drücken. Vergangenes Jahr hatte das Defizit noch fast 14 Prozent betragen. Für 2011 rechnet Athen noch mit einer Neuverschuldung von 7,0 Prozent - EU und IWF erlauben maximal 7,6 Prozent.

Auch von den Börsen kommen gute Nachrichten für das Mittelmeerland: Es muss für seine Neuschulden niedrigere Zinsen zahlen. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere aus Griechenland sank erstmals seit Anfang August unter die Marke von zehn Prozent. Gegen Mittag lag die Rendite bei 9,88 Prozent und damit 0,16 Prozentpunkte unter dem Stand vom Freitag. Als Grund für den neuerlichen Rückgang nannten Händler unter anderem das Bekenntnis Chinas zum hochverschuldeten Griechenland. Bei einem Staatsbesuch am Wochenende hatte Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao weitere Investitionen in Aussicht gestellt und angekündigt, griechische Staatsanleihen zu kaufen.

Griechenland war in der Finanz- und Wirtschaftskrise stark unter Druck geraten. Um eine Pleite des Landes zu verhindern, hatten die Euro-Länder und der IWF daraufhin Kredithilfen in Höhe von insgesamt bis zu 110 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre zugesagt. Im Gegenzug musste sich die griechische Regierung zu rigiden Sparmaßnahmen verpflichten.

Diese werden nach Einschätzung der Regierung die Wirtschaft des Landes weiter stark belasten: Das BIP werde dieses Jahr voraussichtlich um 4,0 und im kommenden Jahr um 2,6 Prozent sinken, die Arbeitslosigkeit 2011 von derzeit knapp zwölf Prozent auf 14,5 Prozent ansteigen.

fdi/AFP/dpa-AFX

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
kimba2010 04.10.2010
1. nope
Wieviel die griechischen Statistiken wert sind, müsste doch langsam auch der Dümmste kapiert haben, oder? Gar nichts. Wie lange ist Europa mit geschönten Zahlen von dort belogen worden? Das Land ist pleite und wird aus eigener Kraft nie schuldenfrei werden. Es bleibt nur der Staatsbankrott.
Over the Fence, 04.10.2010
2. Und es kommen immer neue Schulden dazu
Schön, daß Griechenland jetzt spart. Aber es macht nach wie vor in erheblichem Umfang weitere Schulden. Das das Geld jemals zurückgezahlt wird, ist unwahrscheinlich. Ob es gut ist, wenn China nun griechische Anleihen kauft? Wenn es doch eines Tages zum "Haircut" käme, wäre man in Peking not amused... und wird deswegen vorher Druck auf die Länder der Eurozone ausüben, es nicht soweit kommen zu lassen. Zahlen darf statt dessen dann u.a. wieder der deutsche Steuerzahler. China vergibt keine Almosen. Hier stehen strategische Überlegungen dahinter. Falls in der EU irgendwann einmal wie derzeit in den USA über Schutzzölle gegenüber China nachgedacht wird, wird Griechenland wohl kaum noch dafür stimmen können. Insofern kauft man sich hier günstig einen Fürsprecher der eigenen Interessen. Ich hoffe übrigens, das die von Griechenland gemeldeten Statistiken korrekt sind, das wären sich schließlich zum ersten mal...
Transmitter, 04.10.2010
3. Wers glaubt wird selig!
Zitat von kimba2010Wieviel die griechischen Statistiken wert sind, müsste doch langsam auch der Dümmste kapiert haben, oder? Gar nichts. Wie lange ist Europa mit geschönten Zahlen von dort belogen worden? Das Land ist pleite und wird aus eigener Kraft nie schuldenfrei werden. Es bleibt nur der Staatsbankrott.
Griechische Staatsanleihen werden nur noch von der EZB aufgekauft bzw. sind nur noch mit der Garantie des "Euro-Rettungsschirms, der vorzugsweise von Deutschland zu tragen ist, auf den Kapitalmärkten absetzbar. Reiche Griechen transferieren Monat für Monat Milliarden Euro in sichere Finanzhäfen wir die Schweiz oder Singapur. Die Steuereinnahmen sinken drastisch, die Konjunkturdaten zeigen nach unten, die Ratingagenturen haben das Land auf B-Status gesetzt. Das sind die Fakten.
klickboom 04.10.2010
4. genau
Zitat von Over the FenceSchön, daß Griechenland jetzt spart. Aber es macht nach wie vor in erheblichem Umfang weitere Schulden. Das das Geld jemals zurückgezahlt wird, ist unwahrscheinlich. Ob es gut ist, wenn China nun griechische Anleihen kauft? Wenn es doch eines Tages zum "Haircut" käme, wäre man in Peking not amused... und wird deswegen vorher Druck auf die Länder der Eurozone ausüben, es nicht soweit kommen zu lassen. Zahlen darf statt dessen dann u.a. wieder der deutsche Steuerzahler. China vergibt keine Almosen. Hier stehen strategische Überlegungen dahinter. Falls in der EU irgendwann einmal wie derzeit in den USA über Schutzzölle gegenüber China nachgedacht wird, wird Griechenland wohl kaum noch dafür stimmen können. Insofern kauft man sich hier günstig einen Fürsprecher der eigenen Interessen. Ich hoffe übrigens, das die von Griechenland gemeldeten Statistiken korrekt sind, das wären sich schließlich zum ersten mal...
Das ist schlicht nicht rückzahlbar. Am Ende wird wie fast überall in Europa eine Währungsreform mit Vernichtung privater Sparanlagen stehen. Die Reichen 10% haben dann natürlich ihr Vermögen in Sicherheit gebracht.
wolfgang maucksch 04.10.2010
5. Weiterer Beitrittskandidat
Die DDR-Regierung vermittelte aufgrund ihrer kreativen Buchführung jedem, die DDR hätte die zehntstärkste Volkswirtschaft der Welt. Die griechische Regierung vermittelte vor dem Euro-Beitritt mit ihrer kreativen Buchführung, Griechenland sei fast schuldenfrei. Wie der DDR, als ihr Lügengebäude zusammenfiel, nichts anderes übrig blieb, als der Bundesrepublik beizutreten, so bleibt jetzt Griechenland auch nichts anderes übrig. Ein solcher Beitritt hat den Vorteil, dass - trotz Pleite des Beitrittsgebietes - die Kaufkraft der beitretenden Bevölkerung wesentlich ansteigt und zugleich die, die die Staatspleite herbeigeführt haben, grundsätzlich in ihren Führungspositionen bleiben dürfen. Denn laut Kohl finanziert sich ein Beitritt selber, und es wird beitrittsbedingt fast allen besser, niemanden aber schlechter gehen. Da die Bundesrepublik von Leuten mit griechisch-humanistischer Bildung geschaffen wurde, und da Griechenland 30 Jahre lang einen Wittelsbacher als König beschäftigte, und da seine Landesfarben Weiß und Blau sind, steht einem Beitritt Griechenlands nichts entgegen.
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