Amerikas Wirtschaft: US-Staatsschulden steigen auf 16 Billionen Dollar

Der Jubelparteitag der US-Demokraten wird von einer Hiobsbotschaft überschattet: Amerikas Staatsschulden sind auf einen Rekordwert geklettert - eine Steilvorlage für die oppositionellen Republikaner.

US-Staatsschulden-Uhr auf Republikanerparteitag: Rekordmarke von 16 Billionen Dollar Zur Großansicht
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US-Staatsschulden-Uhr auf Republikanerparteitag: Rekordmarke von 16 Billionen Dollar

Washington - Die rasant wachsende Staatsverschuldung der USA hat das Rekordhoch von 16 Billionen Dollar erreicht. Zwar war diese Marke schon vor Beginn des Wahlparteitags der Demokraten von Präsident Barack Obama am Freitag erreicht, das US-Finanzministerium veröffentlichte die Daten allerdings erst nach dem langen Wochenende.

Die derzeitige Schuldenobergrenze liegt bei 16,39 Billionen Dollar. Angesichts der hohen Schuldenlast werden sich die Abgeordneten im US-Kongress und das Weiße Haus Anfang kommenden Jahres zu neuen Verhandlungen über eine weitere Anhebung der Schuldengrenze durchringen müssen. Demokraten und Republikaner hatten sich im vergangenen Jahr nur schwer auf eine derartige Anhebung verständigen können. Daraufhin entzog die Rating-Agentur Standard & Poor's den USA die Bestnote "AAA".

Die Republikaner nutzten den Schuldenrekord, um Obama an sein Wahlversprechen von vor vier Jahren zu erinnern, die Staatschuld bis 2012 zu halbieren. Statt dieses Versprechen zu erfüllen, habe der Präsident ein "Ausgaben-Gelage" veranstaltet, sagte der Chef des Repräsentantenhauses, John Boehner.

Bei Obamas Amtsantritt 2009 hatte die US-Staatsschuld 10,6 Billionen Dollar betragen. Die anhaltenden Kosten der Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan sowie der Kampf gegen die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise haben die Staatskassen in den USA unter Obamas Regierung stark belastet. Obama legte etwa ein 800-Milliarden-Dollar schweres Konjunkturprogramm auf, um die Wirtschaft zu stützen.

Die Republikaner werfen dem Präsidenten dagegen vor, die Staatsschulden mit einer verantwortungslosen Haushaltspolitik in die Höhe getrieben und zugleich die wirtschaftliche Erholung mit zu viel Staatseinfluss behindert zu haben. Sie wollen mit radikalen Kürzungen gegen den Schuldenberg vorgehen; höhere Steuern lehnen die Republikaner dagegen kategorisch ab.

nck/AFP/dpa

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insgesamt 73 Beiträge
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1. Sie könnten jetzt den lieben Gott zum Präsidenten machen..
jetzt:hördochauf 05.09.2012
...auch der wird die Schulden nicht halbieren (wo wären wir dann beim Stand 2004/2005?) Wenn die breite Masse kein Geld hat - und sich nicht weiter verschulden kann - wer soll dann für die schönen Gewinne sorgen? Nur einVerteilungsproblem - am ende können die Habenichtse die Zinsen (Steuern,Preise etc.) nicht mehr aufbringen und das Fiatgeld kollabiert... Noch einfacher geht's nicht - was ist da so kompliziert?
2. optional
Otoshi 05.09.2012
Sollten die Zinsen auf 3% steigen, duerfen die USA also knapp 500 Mrd. Nur fuer den Zinsdienst pro Jahr aufbringen. Und um in 4 Jahren die Staatsverschuldung wider auf den Stand von 2008 zurueckzubringen muessten selbst bei 0% 1.5 Billionen zurueckgezahlt werden.... Und wir sorgen uns ueber Griechenland?
3. Pax Americana
tailspin 05.09.2012
Der Dollar ist zu einem kleinen Teil durch die ca. 8500 t Gold gedeckt in angeblich in Ft Knox lagern. Das kann allerdings auch vergoldetes Wolfram sein, das die gleiche Dichte wie Gold hat. Ein Audit hat seit Jahrzehnten nicht mehr stattgefunden. Zu einem grossen Teil ist der Dollar auch durch das Militaer gedeckt, das US assoziierten Staaten wie etwa den Saudis Deckung gibt. Der Koenig bleibt an der Macht, und dafuer akzeptiert er Dollar gegen Oel, statt wie die Iraner Gold gegen Oel. Aber der Pool der Dollar Fans schrumpft.
4. Chuck Norris kann den Euro retten
shokaku 05.09.2012
Zitat von sysopDer Jubelparteitag der US-Demokraten wird von einer Hiobsbotschaft überschattet: Amerikas Staatsschulden sind auf 16 Billionen Dollar geklettert - eine Steilvorlage für die oppositionellen Republikaner.
Diese kleine Episode verdeutlicht sehr schön, woran es wirklich hakt: Statt diese enorme Verschuldung wirklich als ernstes Problem wahrzunehmen, welches es zu addressieren gilt, wird das Ganze auf die parteipolitische Verwertbarkeit reduziert.
5. Fehlerteufel
Miguelito 05.09.2012
Zitat aus dem Artikel: Die derzeitige Schuldenobergrenze liegt bei 16,39 Billionen Dollar. Nein, ganz so schnell kommen 390 Milliarden Dollar auch nicht zusammen. Es sollten 16,039 Billionen Dollar sein.
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