Milliardenplus Staatsschuld sinkt auf 24.400 Euro pro Einwohner

Bund, Länder und Kommunen haben 2016 Schulden in Milliardenhöhe getilgt - umgerechnet auf die Bevölkerungszahl steht der Staat aber immer noch mit 24.400 Euro pro Kopf in der Kreide.

Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler
DPA

Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler


Die Verschuldung der öffentlichen Hand ist im vergangenen Jahr gesunken. Sowohl Bund, Länder, Kommunen als auch die staatliche Sozialversicherung reduzierten ihren Schuldenstand. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, war der Öffentliche Gesamthaushalt bei Banken, Unternehmen und anderen in- und ausländischen Kreditgebern mit 2006 Milliarden Euro verschuldet, das entspricht einem Rückgang des Schuldenstands um 15,1 Milliarden Euro beziehungsweise 0,7 Prozent im Vergleich zu 2015.

Umgerechnet auf jeden Bundesbürger liegt die Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland damit bei 24.407 Euro. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es 24.829 Euro.

Der Bundeshaushalt verringerte seine Schulden um 5,7 Milliarden Euro auf nun 1257 Milliarden Euro, eine Verbesserung von 0,5 Prozent. Bei den Bundesländern fiel die Schuldenreduktion besonders kräftig aus. Im Schnitt wurden die Verbindlichkeiten um 1,3 Prozent gesenkt, um 8 Milliarden Euro auf jetzt 605 Milliarden Euro ab.

Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: Besonders erfolgreich waren Sachsen (minus 19,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (minus 10,3 Prozent). Dagegen erhöhten sich die Schulden Hamburgs um 7,8 Prozent und Schleswig-Holsteins um 6,1 Prozent. Leichte Zunahmen gab es auch in Hessen und im Saarland.

Die Gemeinden und Gemeindeverbände senkten ihren Schuldenstand um 0,9 Prozent beziehungsweise 1,4 Milliarden Euro auf 142,9 Milliarden Euro.

Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts beim nicht-öffentlichen Bereich

Körperschaftsgruppen/Länder Insgesamt 31.12.2016 (in Mio Euro) Insgesamt 31.12.2015 (in Mio Euro) Veränderung gegenüber dem Vorjahr (in %) Schulden je Einwohner/-in am 31.12.2016 (in Euro) 1)
Insgesamt 2.005.641 2.020.704 -0,7 24.407
Bund 1.257.065 1.262.769 -0,5 15.297
Länder 605.250 613.202 -1,3 7365
Gemeinden/Gemeindeverbände 142.891 144.245 -0,9 1875
Sozialversicherung 434 489 -11,1 5
Länder
Baden-Württemberg 53.092 53.107 0 4880
Bayern 19.445 21.234 -8,4 1514
Brandenburg 17.676 18.128 -2,5 7113
Hessen 42.694 42.620 0,2 6913
Mecklenburg-Vorpommern 8534 9510 -10,3 5293
Niedersachsen 59.936 60.771 -1,4 7561
Nordrhein-Westfalen 179.783 184.956 -2,8 10.063
Rheinland-Pfalz 32.660 32.967 -0,9 8059
Saarland 14.093 14.053 0,3 14.156
Sachsen 1852 2294 -19,3 453
Sachsen-Anhalt 20.330 20.741 -2 9054
Schleswig-Holstein 29.337 27.661 6,1 10.262
Thüringen 15.335 15.650 -2 7065
Berlin 58.031 58.719 -1,2 16.486
Bremen 21.324 21.923 -2,7 31.756
Hamburg 31.128 28.866 7,8 17.415
Gemeinden/Gemeindeverbände
Baden-Württemberg 8871 8506 4,3 815
Bayern 13.649 14.229 -4,1 1063
Brandenburg 2031 2067 -1,7 818
Hessen 18.546 18.998 -2,4 3003
Mecklenburg-Vorpommern 1903 2042 -6,8 1180
Niedersachsen 12.678 12.535 1,1 1599
Nordrhein-Westfalen 55.102 55.106 0 3084
Rheinland-Pfalz 12.728 12.597 1 3140
Saarland 3767 3773 -0,2 3784
Sachsen 3457 4248 -18,6 846
Sachsen-Anhalt 2965 3061 -3,2 1320
Schleswig-Holstein 4343 4244 2,3 1519
Thüringen 2851 2839 0,4 1313

Quelle: Statistisches Bundesamt, 1) Einwohnerzahlen Stand: 31.12.2015.

beb/dpa



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tullrich 03.08.2017
1.
Das erste Bundesland, das seine Schulden auf Null senkt, kann den anderen eine lange Nase drehen und lästern. Und nicht einmal der Wechsel zu einer SPD-Regierung könnte dann dort jemals wieder etwas dran ändern, denn die folgende Abwahl wäre garantiert. Ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil in sämtlichen kommenden Wahlen auf Bundes- und Länderebene. Mal ganz davon abgesehen, dass die fetten 70 Jahre rum sind und jetzt die mageren 70 Jahre kommen; da sollte man nicht auch noch zusätzlichen Ballast am Start haben.
shotaro_kaneda 03.08.2017
2.
Zitat: "Staatsschuld sinkt auf 24.400 Euro pro Einwohner" Dabei sollte aber auch darauf hingewiesen werden, dass die Bevölkerung von 15 auf 16, wenn man die Zahlen im Artikel nachrechnet um die 700.000 zugenommen hat. Und ein Großteil derer die da kamen wird leider mittelfristig kaum dazu beitragen können den Schuldenberg weiter abzubauen. Insofern führt die Abnahme der Verschuldung pro Kopf in die Irre und ist statistisch betrachtet eher ein Ausreißer (Extremwert im Bevölkerungsanstieg) und speziell im Vergleich zu diesen beiden Jahren nach journalistischen Ansprüchen eigentlich keine Schlagzeile wert. Dieser Effekt wird sich im Vergleich zu diesem Jahr wieder normalisieren.
hexenbesen.65 04.08.2017
3. Dank der Mama Merkel
hätten wir noch weniger "Schulden", wenn wir gewisse Leute nicht durchfüttern müssten. Und wie der Vor-Forist schon schrieb..auf die wird nu auch die "Durchschnittsschulden" gerechnet... Und dass Sachsen sich "verbessert" hat...wenn natürlich alle nach Hamburg (und Umland) ziehen, muss Sachsen ja weniger zahlen...Ich begreife nicht, warum die Politik es nicht kapiert, dass wir nicht allen helfen und abfüttern können...Wir helfen denen, wir helfen denen, und unsere eigene Oma verhungert zuhause ! Schockiert war ich von der Haltung des "Die Rente ist sicher"-Blüm bei SternTV....ist der arrogant geworden, und uneinstichtig....SEINE Rente (nebenbei total UNVERDIENT ) ist ja sicher...Wenn einer soviel Murks macht (wie die meisten Politiker auch ) dürften normal keine Pensionen erhalten....Geld gäbe es da nur für Leistung...(da müssten einige aber bis an ihr Lebensende zuzahlen)... Ein Opa, der Jahrzehnte auf dem Bau geschuftet hat, bekommt weniger Rente als ein Polikter an "Tages-Gage" für sein Kasperle-Auftritt...(und bringt eh nix auf die Reihe)...da stimmt doch was nicht, aber gewaltig !
fellowsfortrump 21.08.2017
4. Was heißt das schon bei 500 Milliarden Rekordschuldenzuwachs?
SCHÄUBLEs Verhalten gleicht jenem von Reichskanzler Brüning während der WELTWIRTSCHAFTSKRISE 1929: http://www.huffingtonpost.de/2017/08/14/langzeitarbeitslosigkeit-merkel-schaeuble_n_17748042.html?utm_hp_ref=germany#comments Lieber SCHULDEN tilgen als investieren: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/wolfgang-schaeuble-lieber-schulden-tilgen-als-investieren/19245746.html Um die „SCHWARZE NULL“ zu erreichen, hat der deutsche Staat viele Vermögenswerte verkauft. Dauerhaft kann er seine Schuldenprobleme auf diese Weise nicht lösen. Er gefährdet damit unser aller Wohlstand. http://www.handelsblatt.com/my/politik/konjunktur/nachrichten/diw-chef-fratzscher-ueber-staatsvermoegen-oeffentliche-geldverbrennung/19230178.html und WIR werden ebenso wie die USA die Schulden nieee wieder wirklich zurückzahlen - das steht jedenfalls mal außer Frage! Warum? Weil, demnächst kommt es mal wieder zu so ein Big Crash, dann fangen sie Alle (alle Bürger in allen Staaten) wieder bei NULL an! Weil, alles BARGELD wird dann abgeschafft und die abgewerteten Währungen werden in B_I_T_C_O_I_N_S transformiert! NUR, die Obdachlosen und Nachzügler bei uns haben dann das NACHSEHEN, weil unser SCHÄUBLE jetzt trotz Milliardenüberschuss die Sozialausgaben kürzt, während in Ländern wie Finnland schon das bedingungslose GRUNDEINKOMMEN getestet wird. Letzteres muss früher oder später zwar weltweit auch mal in allen Ländern eingeführt werden wegen des fortschreitenden Arbeitsplatzabbaus aufgrund der Automatisierung von vielen Arbeitsvorgängen. Doch wen juckt´s? Für SCHÄUBLE geht es jetzt nichtsdestotrotz zunächst darum, seine ehrgeizigen ZIELE zu erreichen: HAUPTSACHE, ICH BIN DER EINZIGE, der es geschafft hat, den REKORD-SCHULDENBERG von mehr als 2,2 BILLIONEN EURO, den MERKEL während ihrer Amtszeit aufgetürmt hatte, abzubauen! Ausgerechnet MERKEL, 500 MILLIARDEN hatte sie zusätzlich aufgetürmt, mehr als all ihre Vorgänger - die hat alle REKORDE übertroffen und ihre MACHT absolut nur auf PUMP aufgebaut! Doch damit nicht genug: Indem sie zu allem Überfluss die schwäbische HAUSFRAU auch noch als Vorbild zitiert, setzt sie ihrer verlogenen Politik noch eins drauf und konterkariert damit ihr eigenes Finanzgebaren! http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schulden-die-schwaebische-hausfrau-1979097.html
Peter Bernhard 21.08.2017
5. Rund 750 Euro pro Jahr
Das macht rund 750 Euro pro Jahr pro Kopf an aufzubringenden Bankzinsen bei angenommenem Zinssatz von 3 Prozent. Eine vierköpfige Familie also zahlte fast 4000 Euro pro Jahr für die Zinslast. Äh - da bin ich schon erstaunt - stimmt das so? Verrechnete ich mich. Wenn nicht halte ich das für meinen derzeitigen Ernst: entweder Fortführung der Nullzins-Ära oder aber Offizialisierung der EZB als Staatsgeldschöpfungsanstalt. Denn: aus solchen Zinsen dürfen nur immer wieder neue Kredite werden.
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