Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Verschuldete Kommunen: West-Städte rutschen tief ins Minus

Reiche werden reicher, Arme werden ärmer - das gilt auch für Deutschlands Kommunen. Die Problemstädte liegen laut einer Studie alle im Westen.

Einkaufsstraße in Kaiserslautern: Höchste Pro-Kopf-Verschuldung Zur Großansicht
imago

Einkaufsstraße in Kaiserslautern: Höchste Pro-Kopf-Verschuldung

Gütersloh - Auf den ersten Blick geht es Städten und Gemeinden in Deutschland so gut wie lange nicht mehr. Hohe Steuereinnahmen haben den Kommunen 2013 insgesamt sogar einen Überschuss gebracht. Trotzdem hat sich die Schuldensituation vieler Städte verschärft.

Besonders in den kommunalen Krisenländern Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland seien die Kassenkredite der Kommunen 2012 deutlich angestiegen, geht aus dem Datenportal "Wegweiser - Kommune" der Bertelsmann-Stiftung hervor. "Hier ist der Trend von Verschuldung und steigenden Kassenkrediten ungebrochen, trotz guter Konjunktur", sagte Stiftungsdirektorin Kirsten Witte. Kassenkredite entsprechen etwa dem Dispokredit für Privatleute. Sie dienen den Kommunen zur Überbrückung finanzieller Engpässe.

Mit den Kassenkrediten steigen auch die Zinsrisiken, denn die Darlehen sind sehr kurzfristig finanziert. Parallel sinkt die Investitionstätigkeit der Kommunen. Nur in drei Bundesländern - Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen - erfüllen die Kassenkredite laut der Stiftung noch ihre eigentliche Aufgabe als Liquiditätspuffer.

"Finanzierungsüberschüsse in dem einen Land oder der einen Kommune decken nicht die Defizite im anderen Land oder der anderen Kommune", sagte Witte angesichts der bundesweit recht guten Zahlen. Die Überschüsse werden laut der Stiftung überwiegend in den Kommunen Bayerns und Baden-Württembergs erwirtschaftet. In 7 von 13 Flächenländern seien die Kommunen im Minus. Der bundesweite Überschuss sei daher trügerisch. Er verdecke den Blick auf die sich verschärfenden Problemlagen in einigen Ländern.

Kaiserslautern mit höchster Pro-Kopf-Verschuldung

Die höchste Verschuldung pro Einwohner hat Kaiserslautern mit rund 12.000 Euro. Nur etwas darunter liegt Mainz. Dahinter folgt die Stadt Pirmasens mit etwa 10.000 Euro Pro-Kopf-Verschuldung. Ludwigshafen belegt mit rund 9000 Euro pro Einwohner den vierten Platz.

Hinter diesen vier rheinland-pfälzischen Städten folgen mit Oberhausen, Hagen, Remscheid, Mülheim an der Ruhr und Duisburg fünf nordrhein-westfälische Kommunen.

Der Deutsche Städtetag warnte kürzlich vor der desolaten Finanzsituation vieler Gemeinden. Demnach belaufen sich die Kassenkredite auf fast 50 Milliarden Euro. Die Förderbank KfW sieht einen Investitionsstau in den verschuldeten Kommunen. Finanziell angeschlagene Gemeinden würden zunehmend abgehängt, weil sie dringende Ausgaben für Infrastruktur nicht stemmen können.

mmq/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 213 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
spon-facebook-1425926487 27.05.2014
In Baden-Württemberg regieren mittlerweile die linkspopulistischen Grünen. Jene, die Themen zum Umweltschutz bekannt wurden (und von denen sie sich leider mittlerweile vollständig verabschiedet haben) sind keine Partei, die an morgen und übermorgen denkt, sondern nur an Machterhalt, der Schändung des Gedenkens an Verstorbene (Trümmerfrauen) und männerfeindliche Rhetorik. Noch 10 Jahre und Ba-Wü ist genau so am Ende, wie alle anderen Städte, die in den letzten 30 Jahren von rot-grün kaputt verwaltet wurden.
2. Na
nemensis_01 27.05.2014
das will die Regierung aber auch hoffen, dass die reichen immer reicher und die armen immer ärmer werden. Das ist schliesslich politisch so gewollt. Endlich werden die Programme auch umgesetzt, mit denen der Urnenpöbel über den Tisch gezogen wurde. Und die Kommunen? Na da hat doch kein wohlhabender ein Problem, wenn Hagen oder andere den Bach runter gehen. Solange in Starnberg und Bad Homburg die Einnahmen sprudeln, ist doch alles in bester Ordnung. Wer will schon mit dem Abschaum in einer Stadt wohnen. Tztz
3. man sollte den Bewohner feierlich sagen!
oui 27.05.2014
ich wohne selbst in so einer Stadt! man sollte den Bewohner feierlich sagen: Ihr werdet das alles selber bezahlen müssen! Die Geldvergeudung in solchen Städten ist absolut unmoralisch, und das hat den Wähler bislang gar nicht interessiert!
4. nehmt die Steuern von denen
logabjörk 27.05.2014
die es dicke haben. überfällig
5. man sollte den Bewohner feierlich sagen!
oui 27.05.2014
ich wohne selbst in so einer Stadt! man sollte den Bewohner feierlich sagen: Ihr werdet das alles selber bezahlen müssen! Die Geldvergeudung in solchen Städten ist absolut unmoralisch, und das hat den Wähler bislang gar nicht interessiert!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: